21.02.2013:

Schlafstörungen

Das Phänomen der Massen

Schlafen Sie schlecht?
Fühlen Sie sich im Job überfordert?
Kennen Sie Methoden, wie Sie wieder besser schlafen könnten?

Schätzungen zufolge leiden mehr als fünf Millionen Bundesbürger unter Schlafstörungen. Viele Betroffene können abends nicht einschlafen, andere wachen nach wenigen Stunden mitten in der Nacht auf und finden nicht wieder in den Schlaf zurück. Oft liegt die Ursache im Berufsalltag mit seinen psychischen Belastungen. Wer Ärger, Stress, Überforderung oder Mobbing am Arbeitsplatz erlebt, findet abends zwangsläufig schlecht zur Ruhe. Vielfach sind Schlafstörungen dann sogar ein frühes Symptom anderer psychischer Erkrankungen, etwa von Depressionen oder Angststörungen, schlimmstenfalls droht den Betroffenen die Berufsunfähigkeit. Der Chat beantwortet unter anderem diese Fragen: Welche Warnzeichen deuten darauf hin, dass der Stress überhand genommen hat? Warum sollte man möglichst früh etwas gegen innere Anspannung und Schlafstörungen tun? Welche Techniken können helfen, um wieder zur inneren Ruhe zu kommen? Kann man im Schlaflabor Schlafstörungen auf die Spur kommen? Wie kann man sich im Härtefall gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit schützen?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen beim Chat zum Thema „Schlafstörungen“. Wir freuen uns auf Ihre Fragen, wir sind bereit.

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von GüNTIALIAS:
Ich habe folgendes Schlafproblem: Schlafe sehr schnell ein, wenn ich zu Bett gehe und wache dann meistens so gegen 2 Uhr oder auch manchmal gegen 3 Uhr auf und bin dann sehr hell wach. Fange dann an zu grübeln, mir gehen alle Dinge durch den Kopf (familiär und auch über belanglose Sachen). Ich brauche dann meistens so zwei bis drei Stunden, um wieder einzuschlafen, wälze mich dann meistens hin und her. Schlafe dann aber in kürzeren Phasen wieder ein und bin dann wieder wach. Familiär stehe ich etwas unter Stress, meine Frau ist ein Pflegefall, sitzt im Rollstuhl und ich bin ihr Pfleger seit 2005. Jetzt bin ich 68 Jahre und musste 2005 vorzeitig in Rente mit Abzug gehen. Meine Hausärztin hatte mir Schlaftabletten verschrieben - Zyklomat 7.5 mg, habe dann eine halbe genommen, hilft zwar etwas, aber ich möchte mich nicht daran gewöhnen. Welche Möglichkeiten sehen Sie denn, dass ich die Nacht mal durchschlafen kann? Oder wie kann man sich von dem Stress befreien?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Um die Anspannung in der Nacht abzubauen, können Sie tatsächlich Ihren vermutlich zu hohen Adrenalinspiegel dadurch vermindern, dass Sie sich körperlich anstrengen. Also versuchen Sie einmal ... [mehr]Um die Anspannung in der Nacht abzubauen, können Sie tatsächlich Ihren vermutlich zu hohen Adrenalinspiegel dadurch vermindern, dass Sie sich körperlich anstrengen. Also versuchen Sie einmal sich mit einer vorsichtigen Belastung, beispielsweise über 20-30 Minuten (auf dem Ergometer bei geringem Bremswiderstand), körperlich müde zu machen. Danach möchte sich der Körper erholen und das hilft wunderbar beim Einschlafen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von ULRICH R.:
Ich arbeite im Vertrieb einer recht großen Firma und stehe ständig unter Druck. Man hat Umsatzziele zu erfüllen und macht oft Überstunden und nachts mache ich mir ständig Gedanken darüber. Der Druck und die Erwartungen sind groß. Haben Sie mir einen Rat, wie ich besser abschalten und entspannen kann?

Antwort von Thea Herold:
Die Briten kennen den Ausspruch: "Let´s call it a day". Hiervon können wir nur lernen. Versuchen Sie, den Tag am Ende des Tages auch wirklich abzuschließen. ... [mehr]Die Briten kennen den Ausspruch: "Let´s call it a day". Hiervon können wir nur lernen. Versuchen Sie, den Tag am Ende des Tages auch wirklich abzuschließen. Oft sind gerade die engagierten Menschen, die mit Leidenschaft und ohne auf die Uhr zu sehen arbeiten, im Nachteil. Sie nehmen ihre Aufgaben mit ins Bett. Dort gehören sie aber nicht hin. Versuchen Sie, ein Schlafritual zu praktizieren. Etwas, das Sie DEUTLICH daran erinnert, dass jetzt ZEIT für die Pause der Nacht ist. Vielleicht können sie eine Entspannungstechnik lernen, oder besuchen Sie einen Kurs in einer Schlafschule, die sich immer mehr auch mit der Prävention für den gesunden Schlaf befassen, damit es gar nicht erst zu Problem mit dem Schlaf kommt. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von KLAUS:
Seit einiger Zeit wache ich ein- bis zweimal pro Nacht auf. Dann fange ich an zu grübeln. Was kann ich tun, um wieder durchzuschlafen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es gibt Techniken, wie Gedankenstop, paradoxe Intention und "Grübelstuhl", die verhaltenstherapeutisch bei Schlafstörung mit Grübelneigung eingesetzt werden können. Solche Techniken können durch eine Schlafschule vermittelt werden. ... [mehr]Es gibt Techniken, wie Gedankenstop, paradoxe Intention und "Grübelstuhl", die verhaltenstherapeutisch bei Schlafstörung mit Grübelneigung eingesetzt werden können. Solche Techniken können durch eine Schlafschule vermittelt werden. Nächtliches Aufwachen ist normal und einzelne Wachphasen entsprechen sogar der Norm. Vielleicht hilft es Ihnen, sich dies klarzumachen und sich nicht ständig unter Druck zu setzen, schlafen zu müssen. Auch in einer kurzen Nacht, kann der Schlaf vergleichsweise erholsam sein. Denken Sie immer daran: Nicht die Quantität sondern die Qualität macht einen guten Schlaf aus. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von FICHTE 44:
Ich habe gehört, dass sich Schlafstörungen auch gut mit Akupunktur behandeln lassen. Von der Kasse wird das nicht bezahlt, weil man dafür zum Heilpraktiker gehen muss. Kann ich mich privat gegen solche Kosten absichern?

Antwort von Christoph Andersch:
Kosten für Heilpraktikerbehandlungen können generell im Rahmen einer Krankenzusatzversicherung abgesichert werden.

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von ALISON:
Was kann man tun, wenn man nachts aufwacht mit Herzrasen und Schweissausbrüchen?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Es könnte sein, dass dies die Folge von belastenden Träumen ist. Dagegen kann es hilfreich sein, sich direkt nach dem Aufwachen zu erinnern und den Traum ... [mehr]Es könnte sein, dass dies die Folge von belastenden Träumen ist. Dagegen kann es hilfreich sein, sich direkt nach dem Aufwachen zu erinnern und den Traum sofort aufzuschreiben. Vielleicht können Sie selbst auf eine Idee kommen, was Sie belastet. Vielleicht ist es ein schwerer Konflikt, mit dem Sie sich noch nicht auseinander gesetzt haben. Wenn Sie sich auf diese Weise nicht selbst helfen können, wäre es vielleicht gut, wenn Sie mit einem Fachmann/-frau über diese Träume sprechen könnten, oder aber auch mit einem guten Freund/einer guten Freundin. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von FITFORSAIL:
Können Schlafstörungen auch hormonell bedingt sein? Sprich bedingt durch Wechseljahre.

Antwort von Thea Herold:
JA. Gerade in Phasen mit starken hormonellen Schwankungen - wie in der Pubertät oder in den Wechseljahren - geraten auch die Hormone, die für die Wach- ... [mehr]JA. Gerade in Phasen mit starken hormonellen Schwankungen - wie in der Pubertät oder in den Wechseljahren - geraten auch die Hormone, die für die Wach- und Schlafregulation verantwortlich sind, ganz naturgemäß durcheinander. Darauf sollte man eingestellt sein, und keine unnötigen Ängste entwickeln. Oft ist es gerade für Frauen in der Menopause ein Trost, dass sich nach den Problemen der Wechseljahre bald wieder ein neues Gleichgewicht einstellt, das auch für den Schlaf wieder mehr Stabilität bringt. Wenn die Störungen in der Nacht jedoch länger anhalten sollten, dann nutzen Sie unbedingt das Wissen der Schlafmediziner und bitten Sie in einer Schlafambulanz um Hilfe. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LICI:
Ich leide seit einigen Jahren unter Schlafstörungen. Bestenfalls wache ich ein- bis zweimal pro Nacht auf, schlimmstenfalls fast stündlich. Oft habe ich dann einen hohen Blutdruck/Puls und mein Herz rast. Schlimmstenfalls dauert es dann bis zu zwei Stunden bis ich wieder weiter schlafen kann, in der Regel aber rund eine halbe Stunde. Könnte es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und den Schlafstörungen geben?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Frauen leiden häufiger als Männer unter Ein- und Durchschlafstörungen, wenn eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegt. Hierfür könnte unter anderem der hohe Blutdruck in der Nacht sprechen. Dies ... [mehr]Frauen leiden häufiger als Männer unter Ein- und Durchschlafstörungen, wenn eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegt. Hierfür könnte unter anderem der hohe Blutdruck in der Nacht sprechen. Dies sollte fachärztlich abgeklärt werden, da eine Schlafapnoe nicht nur eine Erkrankung älterer Menschen ist. Einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Pille kann es geben, stellt jedoch kein häufiges Symptom dar. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von FRANKFURTER:
Ich besitze eine Berufsunfähigkeitsversicherung und befürchte, dass ich sie wegen chronischer psychischer Probleme - Schlaflosigkeit, Depressionen etc. - irgendwann in Anspruch nehmen muss. Meine Frage lautet deshalb: Ab wann werden Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich gezahlt?

Antwort von Christoph Andersch:
Nach den Versicherungsbedingungen werden die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung fällig, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübte Beruf infolge Krankheit mindestens sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent ... [mehr]Nach den Versicherungsbedingungen werden die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung fällig, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübte Beruf infolge Krankheit mindestens sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LUZILI:
Welche Entspannungsübungen können bei Einschlafproblemen helfen?

Antwort von Thea Herold:
Am besten sind Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder eine der asiatischen Techniken ( Yoga, Tai Chi, Qi Gong ). Besuchen Sie nach Möglichkeit einen ... [mehr]Am besten sind Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder eine der asiatischen Techniken ( Yoga, Tai Chi, Qi Gong ). Besuchen Sie nach Möglichkeit einen Kurs beim erfahrenen Trainer und lernen Sie die Technik mit Geduld. Auf Knopfdruck wirken diese Übungen nicht, aber nachhaltig. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von ASTRID MINKI:
Bin 48 Jahre alt und leide seit einigen Wochen unter Schlafstörungen. Ohne zusätzliche Hilfe etwa mit Milch mit Honig oder Naturpresslingen zum Einschlafen geht es nicht. Durchschlafen kann ich gar nicht mehr, wache nachts ständig mehrmals auf. Sind das eventuell Wechseljahrsbeschwerden? Was kann ich tun, da ich nicht unbedingt Medikamente einnehmen möchte?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
In der Nacht aufzuwachen ist eigentlich normal. Allerdings erinnern wir uns am Morgen in der Regel nicht daran. Wenn wir anfangen uns deswegen Sorgen zu machen, ... [mehr]In der Nacht aufzuwachen ist eigentlich normal. Allerdings erinnern wir uns am Morgen in der Regel nicht daran. Wenn wir anfangen uns deswegen Sorgen zu machen, bringen wir uns leider selbst unnötig unter Druck. Das Aufwachen ist nach jedem Schlafzyklus (50 - 90 Minuten) normal, im Wachzustand sollten Sie sich deshalb schon im vorraus überlegen über was Sie, wenn Sie aufwachen, nachdenken könnten. Es sollte etwas Angenehmes sein und Sie nicht zu sehr aktivieren (also nicht über die Steuererklärung nachdenken sondern eher über die Wohnungseinrichtung oder den Urlaub oder sonst was Schönes, was Sie sich ausmalen können). [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von KATHY-08:
Welche Kopfkissen werden empfohlen, ganz normale mit Federn oder spezielle mit Nackenstütze? Ich arbeite tagsüber am PC und wache oft morgens mit Kopfschmerzen auf. Zu hoher Blutdruck ist dafür eine Ursache, die bereits medikamentös behandelt wird und die Kopfschmerzen schon eingedämmt hat.

Antwort von Thea Herold:
Probieren Sie aus, was Ihnen persönlich am besten gefällt. Es gibt es keine DIN-Norm für das richtige Kopfkissen. Besuchen Sie ruhig einmal ein Bettenfachgeschäft und nehmen ... [mehr]Probieren Sie aus, was Ihnen persönlich am besten gefällt. Es gibt es keine DIN-Norm für das richtige Kopfkissen. Besuchen Sie ruhig einmal ein Bettenfachgeschäft und nehmen Sie etwas Zeit mit. Auf jeden Fall ist alles erlaubt, dass Ihnen für eine erholsame Nachtruhe hilft. Eine bestimmte Größe des Kopfkissens sollte vielleicht nicht unterschritten werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LILLEBROER:
Seit Ende 1999 leide ich an schweren Schlafstörungen, die sich trotz ständiger wechselnder medikamentöser Behandlungen, Pschotherapie und Aufenthalt in Klinik nicht gebessert haben, sondern sich insoweit sogar verschlimmert haben, dass ich ohne vorherige Einnahme von Schlafmitteln (seit 2006 Zopiclon 7,5 mg - manchmal plus 3,75 mg) keinen eigenen Schlafimpuls habe. Meine Gesundheit ist sehr beeinträchtigt, und ich bin seit fünf Jahren frühberentet. Mein Leidensdruck ist enorm. Bin ich tatsächlich ein völlig hoffnungsloser Fall (lt. Ärztin austherapiert) und für den Rest meines Lebens (weiblich, 60 Jahre alt) auf die Schlafmedikamente angewiesen? In einem Selbsttest unter Aufsicht - völliger Verzicht auf Schlafmittel - war ich ununterbrochen 6 Tage und 7 Nächte ohne Schlaf und bin darüber akut wieder erkrankt. Gibt es Hilfe für mich?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es gibt immer Hilfe und ein neuer Versuch wäre sicherlich hilfreich. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie über einen längeren Zeitraum noch unterschiedliche Schlafmittel einnehmen ... [mehr]Es gibt immer Hilfe und ein neuer Versuch wäre sicherlich hilfreich. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie über einen längeren Zeitraum noch unterschiedliche Schlafmittel einnehmen müssen, die langsam reduziert werden können. Wenn begleitend eine Verhaltenstherapie und eine Planung der Tagesaktivitäten in Kombination mit Schlafhygiene erfolgt, bestehen Chancen, den Schlaf zumindest spürbar zu verbessern. Sollten dennoch dauerhaft Schlafmittel genommen werden müssen, sollte dies nicht als persönliche Niederlage gewertet werden. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von THEO17:
In bestimmten Berufen kann Schläfrigkeit, hervorgerufen durch Schlafstörungen, ja sogar lebensbedrohlich sein bzw. zu einer Eigen- oder Fremdgefährdung führen. Kann unter diesen Umständen sogar eine Berufsunfähigkeit vorliegen, wenn sich die Situation nicht bessert.

Antwort von Christoph Andersch:
Wenn Sie infolge ärztlich attestierter, krankhafter Schlafstörungen Ihren Beruf über einen Zeitraum von ununterbrochen sechs Monaten nur noch zu weniger als 50 Prozent ausüben können, liegt ... [mehr]Wenn Sie infolge ärztlich attestierter, krankhafter Schlafstörungen Ihren Beruf über einen Zeitraum von ununterbrochen sechs Monaten nur noch zu weniger als 50 Prozent ausüben können, liegt eine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vor. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von KLAUS WOLLE:
Meine Rückenschmerzen lassen mich oft lange wach liegen. Gibt es Übungen, die mir beim Einschlafen helfen?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz. Als erstes dürfte es wichtig sein, dass Sie durch regelmäßig Gymnastik und Krafttraining Ihren Rücken stärken, so dass die Rückenschmerzen ... [mehr]Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz. Als erstes dürfte es wichtig sein, dass Sie durch regelmäßig Gymnastik und Krafttraining Ihren Rücken stärken, so dass die Rückenschmerzen weniger werden. Vielleicht brauchen Sie auch eine härtere Matratze oder ein Brett unter der Matratze, das kann helfen, Rückenschmerzen zu vermeiden. Sie können sich auch ein Buch mit Übungen zur Stärkung des Rückens besorgen ("Rückenschule"). [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LILOPEKING:
Ich kann neben meinem Partner nicht schlafen: Wenn er schnarcht, geht es nicht, und wenn er nicht schnarcht, dann mache ich mir Sorgen warum er nicht schnarcht und kann dann auch nicht schlafen. Außerdem achte ich extrem auf das Atmen von Personen, die neben mir liegen. Ich habe das Gefühl, über diese "wachen" zu müssen. Was kann ich dagegen tun? Haben Sie Internet-/ Buchempfehlungen dazu?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Wenn Sie sich Sorgen um die Atmung Ihres Partners machen, kann er dies ambulant untersuchen lassen (Messgerät für die häusliche Messung). Wenn es Sie beruhigt, sollten ... [mehr]Wenn Sie sich Sorgen um die Atmung Ihres Partners machen, kann er dies ambulant untersuchen lassen (Messgerät für die häusliche Messung). Wenn es Sie beruhigt, sollten Sie wissen, dass alle Menschen Unregelmäßigkeiten der Atmung während der Einschlafphase und im Traumschlaf (REM) haben. Es kommt nicht selten vor, dass sich Partner/-innen Sorgen um Ihre Nebenschläfer machen. Es ist wichtig, dass sich daraus keine unbegründete Verantwortung für die Atmung des Partners ergibt. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LILOPEKING:
Kann ich mit Hilfe homöopathischer Mittel meinen Schlaf fördern?

Antwort von Thea Herold:
JA. Doch zuvörderst sind gesunde Schlaf-Wach-Gewohnheiten anzuraten, um den Schlaf zu pflegen. Denn Schlaf brauchen wir im Grunde weder zu fördern, ebenso wenig, wie wir ihn ... [mehr]JA. Doch zuvörderst sind gesunde Schlaf-Wach-Gewohnheiten anzuraten, um den Schlaf zu pflegen. Denn Schlaf brauchen wir im Grunde weder zu fördern, ebenso wenig, wie wir ihn "effektivieren" können. Schlaf stellt sich ein, wenn der Schlafdruck groß genug ist und wir nach einer Phase der Aktivität müde werden und uns Zeit geben, uns im Schlaf wieder zu erholen. Dieser Rhythmus wird uns von Natur aus mitgegeben. Oft aber werden wir durch die Lebensgewohnheiten eines urbanen und hochtechnisierten Lebens im 21. Jahrhundert so entrhythmisiert, dass unsere inneren Uhren aus dem Takt kommen. Deshalb ist die Pflege des natürlichen Rhythmuswechsels am Ende des Tages die beste Schlafförderung. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von LAURA MAYER:
Gibt es Krankheiten, die Schlafstörungen verursachen können? Und wenn ja, welche?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Es gibt durchaus Krankheiten, die Schlafstörungen verursachen können. Allerdings ist sind in den meisten Fällen falsche Reaktionen die Ursache für Schlafstörungen über Jahre und Jahrzehnte. Beispielsweise ... [mehr]Es gibt durchaus Krankheiten, die Schlafstörungen verursachen können. Allerdings ist sind in den meisten Fällen falsche Reaktionen die Ursache für Schlafstörungen über Jahre und Jahrzehnte. Beispielsweise ist es falsch bei Einschlafstörungen ein bis zwei Stunden früher ins Bett zu gehen oder morgens, wenn man zu früh aufwacht, noch stundenlang liegen zu bleiben, um wieder einschlafen zu können. Es ist auch falsch, tagsüber oder abends ein Nickerchen zu machen. Wichtig ist es, festzustellen wie viel Stunden Schlaf ich in der Nacht wirklich brauche und dann nur für diese Zeit im Bett zu bleiben. Also falls ich erst um zwölf einschlafe und schon um 5 Uhr wach werde, erst um 12 Uhr ins Bett und um 5 Uhr aufstehen. Wenn ich tagsüber kein Nickerchen mache, werde ich allmählich morgens schrittweise etwas länger schlafen. Für diese Umstellung müssen Sie sich einige Wochen Zeit lassen. Wichtig: Auch am Wochenende den gleichen Rhythmus beibehalten. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LISE LOTTE:
Ich leide gelegentlich unter Schlafproblemen, vor allem beim Einschlafen. Nun habe ich gehört, dass es bestimmte Tipps für ein gesundes Schlafklima gibt, zum Beispiel keine Pflanzen im Schlafzimmer, keinen Fernseher, das Handy möglichst nicht neben dem Kopfkissen, nicht zu warm temperiert usw. Stimmt das alles? Und haben Sie weitere Tipps?

Antwort von Thea Herold:
Es stimmt, vor Schnittblumen sei gewarnt. Grünpflanzen sind allerdings kein Problem. Für die Störwirkungen von Fernsehern oder technischen Geräten gibt es keine wirklichen Studien, die das ... [mehr]Es stimmt, vor Schnittblumen sei gewarnt. Grünpflanzen sind allerdings kein Problem. Für die Störwirkungen von Fernsehern oder technischen Geräten gibt es keine wirklichen Studien, die das belegen. Für viele Zeitgenossen sind Fernseher oder Musikanlagen sogar bewährte Einschlafhilfen - allerdings mit Timer, damit sie nach einer bestimmten Zeit ausschalten. Sorgen Sie für eine farbliche Raumgestaltung, die Ihnen das Gefühl der Geborgenheit gibt – für die einen ist es blau, für die anderen orange – experimentieren Sie ruhig. Probieren Sie auch mal eine frische Matraze (hier wird oft am falschen Ende gespart) und vergessen Sie nicht, die Licht- und Wärmesituation zu prüfen. Oft schlafen wir zu hell und zu warm. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von LILOPEKING:
Was kann ich aktiv und ohne Medikamente tun, um einen guten Schlaf nach einem sehr stressigen Tag geniessen zu können? Haben Sie dazu Internet-/ Buchempfehlungen?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Die beste Empfehlung ist, den Stress durch eine vernünftige körperliche Anstrengung abzubauen. Setzen Sie sich zwanzig Minuten auf das Ergometer oder joggen Sie eine halbe Stunde. ... [mehr]Die beste Empfehlung ist, den Stress durch eine vernünftige körperliche Anstrengung abzubauen. Setzen Sie sich zwanzig Minuten auf das Ergometer oder joggen Sie eine halbe Stunde. Ein Körper, der auf vernünftige Weise müde gemacht geworden ist, ist die beste Einschlafhilfe. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von UNI:
Ich bin 44 Jahre alt und habe seit gut zehn Jahren starke Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Oft hilft mir leider nur der Griff zur Schlaftablette, um Einschlafen zu können. Die Ursachen meiner Probleme sind eindeutig die berufliche Belastung sowie Stress im Job. Im Urlaub oder an den Wochenenden habe ich keine oder deutlich weniger Probleme den Schlaf zu finden. Was gibt es für Möglichkeiten, nach einem anstrengenden, stressigen Tag wieder innere Ruhe zu finden. Ich habe es schon mit autogenem Training, Psychotherapie und Yoga probiert. Leider habe ich das geeignete Mittel noch nicht gefunden.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Wichtig ist ein ausreichender, zeitlicher Korridor zwischen Aktivitäten und Zubettgehen. In Ihrem Fall sehe ich die entscheidende Maßnahme in der klaren Einteilung zwischen Beruf und Freizeit. ... [mehr]Wichtig ist ein ausreichender, zeitlicher Korridor zwischen Aktivitäten und Zubettgehen. In Ihrem Fall sehe ich die entscheidende Maßnahme in der klaren Einteilung zwischen Beruf und Freizeit. Versuchen Sie ausreichend lange vor dem Schlafengehen (zwei Stunden) die Dinge aufzuschreiben, die Sie beruflich und ggf. privat beschäftigen, und machen Sie realistische Planung, was an den folgenden Tagen erledigt werden kann. Dies können Sie auch machen, wenn Sie nicht einschlafen können. Verlassen Sie hierfür aber das Schlafzimmer und notieren Sie Ihre Gedanken auf den gleichen Schreibblock. Durch die räumliche Trennung von Grübeln und Schlafzimmer können Sie die Konditionierung von Schlafzimmer = "nicht schlafen können" verhindern. Zudem ist auch Ihnen eine Schlafschulmaßnahme zu empfehlen. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HH 13:
Ich bin noch in der Ausbildung, bekomme aber mit, dass ältere Kollegen teilweise mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, auch Mobbing ist in unserer Firma leider ein Thema. Aber ist es für eine Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt nicht noch zu früh? Wann sollte man sie generell abschließen und in welcher Höhe?

Antwort von Christoph Andersch:
Besonders mit Beginn der Berufsausbildung ist es wichtig, sich privat gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern, da in den ersten Jahren keinerlei gesetzlicher Versicherungsschutz besteht. Als ... [mehr]Besonders mit Beginn der Berufsausbildung ist es wichtig, sich privat gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern, da in den ersten Jahren keinerlei gesetzlicher Versicherungsschutz besteht. Als Auszubildender empfiehlt es sich die für diese Berufsgruppe höchstmögliche Grundabsicherung zu wählen, die bei den meisten Versicherungsgesellschaften 1.000€ Rente monatlich beträgt. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LILOPEKING:
Ich schlafe selten durch, da das stille Örtchen mich mindestens einmal pro Nacht ruft, maximal bis zu fünf Mal. Am nächsten Morgen bin ich total müde, egal wie oft ich aufstehen musste. Einige Stunden vor dem zu Bett gehen trinke ich schon fast nichts mehr. Was kann ich dagegen tun? Welche Getränke sind abends in Ordnung, mit dem Ziel nachts nicht oft "müssen" zu müssen?

Antwort von Thea Herold:
Eigentlich hilft uns das Hormon Renin, dass wir in der Nacht nicht so oft "müssen müssen". Wenn Sie in dieser Frage den Rat eines Schlafmediziners suchen ... [mehr]Eigentlich hilft uns das Hormon Renin, dass wir in der Nacht nicht so oft "müssen müssen". Wenn Sie in dieser Frage den Rat eines Schlafmediziners suchen würden, kann eine somnologische Untersuchung zumindest abklären, ob es an einer organischen Ursache oder noch an anderen Gründen liegt, warum Sie nachts so oft aus dem Schlaf gerissen werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von MATTIS:
Ich habe seit rund zehn Jahren Schlafstörungen, deren Auslöser die Darmkrebserkrankung meines Mannes 2003 war. Nach drei OPs, 35 Bestrahlungen und neun Monaten Chemo hat er die Krankheit überwunden. Zu der damaligen Zeit war ich noch berufstätig und schlief von 22 bis ein Uhr musste dann um 5.30 aufstehen. Nachdem ich 2005 in den Vorruhestand gegangen bin, hat mich das Problem aber nicht mehr belastet. Ich konnte damit leben. Im April 2012 bekam ich die Allergie meines Lebens, musste in die Hautklinik HN mit der Diagnose: Erythema exsudativum multiforme nach bronchopulmolarer Infektion (Therapie Amoxicillin). Ich wurde 4 Wochen hochdosiert mit Cortison behandelt und konnte seitdem gar nicht mehr richtig schlafen. Habe Kreislaufprobleme. Zudem habe ich eine 89-jährige manisch depressive Mutter, die seit 1975 bei uns im Haus wohnt. Außerdem betreue ich meinen 2-jährigen Enkel, ab und zu auch über Nacht, wobei ich gar nicht schlafen kann. Seit November 2012 nehme ich nun 1 x Zopiclon 7,5 mg, was aber nur ca. drei Stunden wirkt. Ich habe schon Yoga getestet und mache nun seit Januar 2013 Magnetfeldtherapie, bin derzeit noch im Aufbauprogramm. Mein Ziel ist es von den Schlaftabletten loszukommen und wieder sechs Stunden durchschlafen zu können.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Sie haben genug persönliche Gründe, vorübergehend schlecht zu schlafen! Zusätzlich kommen noch gesundheitliche Aspekte dazu. Kortison stört den Schlaf bekanntermaßen. Ich bin sicherlich der Meinung, dass ... [mehr]Sie haben genug persönliche Gründe, vorübergehend schlecht zu schlafen! Zusätzlich kommen noch gesundheitliche Aspekte dazu. Kortison stört den Schlaf bekanntermaßen. Ich bin sicherlich der Meinung, dass Sie über Regelmäßigkeit, Schlafhygiene und Tagesplanung einen robusteren Schlaf erreichen können. Gegen eine vorübergehende Schlafmitteleinnahme ist im Grunde nichts einzuwenden, wenn Sie in den kommenden Wochen unter ärztlicher Kontrolle die Substanz wieder reduzieren. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von RICKY:
Ich arbeite im Schichtdienst ohne Wochenende. Ich habe Früh-, Spät- und Nachtschicht im Wechsel. Obwohl ich das schon seit fast 25 Jahren mache, bin ich nie wirklich damit klargekommen und habe keinen Rhythmus gefunden. Wenn ich eigentlich schlafen soll, bin ich wach und wenn ich schlafen könnte, muss ich arbeiten. Können Sie mir einen Rat geben, wie ich genug und gesund schlafe? Ich fühle mich ständig unausgeschlafen und kaputt.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Sie sollten sich jeden Tag, bevor Sie schlafen wollen, körperlich abreagieren – das heisst, sich richtig müde machen. Wenn Sie Ihren Körper eine halbe Stunde durch ... [mehr]Sie sollten sich jeden Tag, bevor Sie schlafen wollen, körperlich abreagieren – das heisst, sich richtig müde machen. Wenn Sie Ihren Körper eine halbe Stunde durch eine gleichmäßige Belastung (Joggen, Ergometer) müde gemacht haben, wird Ihnen der Körper unabhängig von der Tageszeit, dabei helfen einzuschlafen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von JASMINA:
Welche Auswirkungen hat eigentlich schlechter Schlaf auf den Körper?

Antwort von Thea Herold:
Schlechter Schlaf wird zuerst spürbar am Gefühl "unausgeschlafen" zu sein. Wir erleben das an fehlender Konzentrationsfähigkeit, an fehlender Sinneswahrnehmung und last but not least fehlt es ... [mehr]Schlechter Schlaf wird zuerst spürbar am Gefühl "unausgeschlafen" zu sein. Wir erleben das an fehlender Konzentrationsfähigkeit, an fehlender Sinneswahrnehmung und last but not least fehlt es uns an Kraft. Aber nicht nur Körper merken ziemlich schnell, wenn wir auf Dauer schlecht schlafen, sondern auch unser Geist und unsere Seele. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HEIDELBERGER:
Ich habe einen stressigen Vertriebsjob, bin viel unterwegs und leide deshalb schon seit einigen Jahren unter Schlafproblemen. Vor einigen Jahren war ich deshalb auch schon mal in ärztlicher Behandlung, ohne dass eine große Besserung eingetreten wäre. Kann ich trotzdem eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen oder ist mein Arztbesuch ein Ablehnungsgrund?

Antwort von Christoph Andersch:
Allgemein ist ein Arztbesuch kein grundsätzlicher Ablehnungsgrund. Zunächst müssen nähere medizinische Informationen zu Ursache, Anamnese etc eingeholt werden. Bei günstigen Risikofaktoren und Prognosen kann eventuell ein ... [mehr]Allgemein ist ein Arztbesuch kein grundsätzlicher Ablehnungsgrund. Zunächst müssen nähere medizinische Informationen zu Ursache, Anamnese etc eingeholt werden. Bei günstigen Risikofaktoren und Prognosen kann eventuell ein entsprechender Versicherungsschutz angeboten werden. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LOTHAR2:
Ich schlafe zwar pro Nacht fünf bis sechs Stunden, aber in mehreren Intervallen. Zuerst vielleicht zwei bis drei Stunden, dann wälze ich mich längere Zeit im Bett. Ich stehe auf, trinke eine Tasse warme Milch, lese eine halbe Stunde ein angenehmes Buch, kann dann wieder eine Stunde schlafen. So wiederholt sich das Ganze ein bis zweimal pro Nacht. Ich fühle mich dann tagsüber unausgeruht. Habe es schon mit Schlafsternen probiert, wurde dann aber schnell abhängig und der Effekt war auch nicht viel besser. Muss dazu sagen, dass ich beruflich (selbständig) stark belastet bin.

Antwort von Thea Herold:
Für Selbständige gilt es noch mehr als für Festangestellte. Pflegen Sie einen gesunden Wach-Ruhe-Rhythmus und achten Sie darauf, möglichst entsprechen Ihres persönlichen Chronotyps zu leben. Selbstständige ... [mehr]Für Selbständige gilt es noch mehr als für Festangestellte. Pflegen Sie einen gesunden Wach-Ruhe-Rhythmus und achten Sie darauf, möglichst entsprechen Ihres persönlichen Chronotyps zu leben. Selbstständige sind oft "immer in der Arbeit". Das Problem ist, auch Sie brauchen eine Abwechslung zwischen Aktivität und Ruhe. Versuchen Sie, die Belastung zu reduzieren und ganz BEWUSST auf mindestens einen vollen Ruhetag in der Woche zu achten - an dem die Arbeit nichts zu suchen hat. Auf kurze Sicht kann man mal dagegen (Deadline, Projektende) verstoßen. Auf lange Sicht gesehen, untergraben Sie bei solcher Art von Dauerbelastung Ihre Gesundheit extrem. Ihr stark fragmentiertes Schlaferleben kann aber durchaus auch der Hinweis auf eine Schlafstörung sein, die Sie beim Schlafmedizinier abklären lassen sollten. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von SIGI68:
Ich bin weiblich, Mitte 40, lebe in einer festen Partnerschaft, arbeite in der Verwaltung, leide seit rund 30 Jahren immer wieder an Schlafstörungen, die bis vor ca. vier Jahren nach ein paar Monaten wieder von alleine verschwanden. Seit dieser Zeit habe ich folgendes Problem: Sobald ich ins Bett gehe, total müde eigentlich, bekomme ich nach spätestens zehn bis 20 Minuten Herzklopfen und kann dann natürlich nicht mehr einschlafen. Dazu kommt auch das Gedankenkarussell in Schwung, das sich nicht mehr stoppen lässt. Das ist an allen Arbeitstagen, aber auch teilweise am Wochenende der Fall. Unter der Woche nehme ich dann 5mg Zolpidem zum Schlafen, was mir sehr gut hilft. Am Wochenende versuche ich, ohne die Tablette zu schlafen und wenn's nicht klappt, stehe ich auf und versuche noch eine Weile auf der Couch statt im Bett zu schlafen. Und wenn's dort auch nicht geht, nehme ich halt wieder eine Tablette. Dazu kommt noch, dass ich, trotz Tablette, relativ früh am Morgen, so gegen fünf Uhr aufwache, auch wieder Herzklopfen bekomme und nicht mehr einschlafen kann. Dadurch bin ich von Tag zu Tag müder und kann trotzdem am nächsten Abend nicht schlafen. Mein Ziel ist eigentlich wieder "normal" schlafen können, vor allem ohne Tabletten. Autogenes Training, PMR, Schlafhygiene, Entspannungsmusik, diverse Tees, Baldrian etc. und Sport (vor allem Joggen, i.d.R. nachmittags) haben mir die letzten Jahre leider nicht geholfen. Wie schaffe ich es langfristig, die falsche Verknüpfung von "Bett = Wachsein + Herzrasen und Gedankenkarussell" in "Bett = entspannt ein- und durchzuschlafen" im Kopf umzuprogrammieren? Da ich im Urlaub nach ca. einer Woche (ohne Tabletteneinnahme) besser ein- und durchschlafen kann, vermute ich keine körperliche Ursache.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Wichtig ist sicher, dass Sie Ihre berufliche Anspannung abbauen. Das ist am besten durch körperliche Anstrengung möglich, allerdings durchaus nicht nachmittags sondern ruhig bevor Sie schlafen ... [mehr]Wichtig ist sicher, dass Sie Ihre berufliche Anspannung abbauen. Das ist am besten durch körperliche Anstrengung möglich, allerdings durchaus nicht nachmittags sondern ruhig bevor Sie schlafen gehen. Wichtig ist nur, dass Sie sich richtig müde machen, so dass Ihr Körper wegen des Ausdauertrainings (das kann ruhig eine halbe Stunde oder länger sein) sich dringend eine Erholung wünscht, das wird Ihnen sehr gut helfen einzuschlafen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von HORST J.:
Ich bin beruflich stark eingebunden und mache viele Überstunden. Leider kann ich nach Feierabend und auch wenn es Schlafenszeit ist, nicht richtig abschalten und finde keine Ruhe, da mir ständig durch den Kopf geht, an was ich noch denken muss, was ich nicht vergessen darf und was ich noch alles tun muss. Was kann hier helfen?

Antwort von Thea Herold:
Helfen kann in Ihrem Fall vielleicht schon die Gedankenübung, dass Sie voller Vertrauen darauf einschlafen, dass es einen morgigen Tag gibt. Erlauben Sie sich, sich Zeit ... [mehr]Helfen kann in Ihrem Fall vielleicht schon die Gedankenübung, dass Sie voller Vertrauen darauf einschlafen, dass es einen morgigen Tag gibt. Erlauben Sie sich, sich Zeit für die RUHE und PAUSE zu gönnen. Denn Schlaf braucht zuerst einmal Zeit, das ist so eine banale Erkenntnis, dass sie uns oft nicht mehr bewusst ist. Wir können den Schlaf nicht effektivieren. Wir brauchen ihn jeden Tag. Hilfreich sind auch Entspannungstechniken, die den WECHSEL zwischen Anspannung und Entspannung trainieren. Das finden Sie beim Tai Chi, Qi Gong, Yoga - bei progressiver Muskelrelaxation oder beim Autogenen Training. Probieren Sie es aus. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von ELSTER:
Meine Schwiegermutter (83) hat nach einem leichten Schlaganfall Probleme mit dem Einschlafen. Schlafdauer maximal vier bis fünf Stunden - nur mit Schlaf- und Beruhigungstabletten. Dieser Zustand belastet sie sehr. Wie ist eine Änderung möglich?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Neurologische Erkrankungen und ein Zustand nach Schlaganfall gehen häufig mit Schlafstörungen einher. Manchmal ist eine zufriedenstellende Schlafqualität nur mit Medikamenten zu erreichen. Allerdings sollte auch eine ... [mehr]Neurologische Erkrankungen und ein Zustand nach Schlaganfall gehen häufig mit Schlafstörungen einher. Manchmal ist eine zufriedenstellende Schlafqualität nur mit Medikamenten zu erreichen. Allerdings sollte auch eine schlafbezogene Atmungsstörung nach einem Schlaganfall ausgeschlossen werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von TESA:
Ich schlafe unter der Woche acht bis neun Stunden jede Nacht. Trotzdem fühle ich mich am nächsten Tag nicht wirklich fit. Woran kann das liegen? Wenn ich mal weniger schlafe, und erst gegen halb 12 oder 12 Uhr ins Bett gehe, bin ich am nächsten morgen total kaputt und quäle mich aus dem Bett. Deswegen gehe ich meist schon gegen 22 Uhr oder 22.30 Uhr zu Bett, damit ich auch wirklich mindestens acht Stunden Schlaf habe. Trotzdem fühle ich mich ständig müde. Woran kann das liegen? Eine Freundin riet mir, mal meine Schilddrüse untersuchen zu lassen...

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Eine Schilddrüsenuntersuchung und ein Blutbild sind sicherlich sinnvoll. Allerdings muss auch an eine schlafbezogene Atmungsstörung oder eine Bewegungsstörung im Schlaf gedacht werden. Stellen Sie sich bei ... [mehr]Eine Schilddrüsenuntersuchung und ein Blutbild sind sicherlich sinnvoll. Allerdings muss auch an eine schlafbezogene Atmungsstörung oder eine Bewegungsstörung im Schlaf gedacht werden. Stellen Sie sich bei Ihrem Hausarzt vor, der bei unauffälligen Laborwerten sicherlich gerne eine Überweisung zu einem Facharzt (Pneumologe, Kardiologe oder HNO-Arzt) ausstellt. Im Zweifelsfall folgt dann auch eine Untersuchung im Schlaflabor, um zu klären, ob eine Schlafstörung Ihre Müdigkeit bedingt. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von LINA:
Ich bin Studentin kurz vor dem Abschluss und werde bald Vollzeit arbeiten. Ich habe schon seit einigen Jahren Schlafprobleme, bin auch in ärztlicher Behandlung. Jetzt würde ich gerne wissen, worauf ich achten muss, wenn ich mich für meinen Beruf Kranken- und Berufsunfähigkeitsversichern muss: Sollte ich mein Schlafproblem bei meiner Versicherung angeben? Muss ich mit höheren Kosten etc rechnen?

Antwort von Christoph Andersch:
Bei Abschluss einer Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, die Fragen zur gesundheitlichen Situation wahrheitsgemäß und gewissenhaft zu beantworten. Hierbei sind nicht nur bereits gestellte Diagnosen ... [mehr]Bei Abschluss einer Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, die Fragen zur gesundheitlichen Situation wahrheitsgemäß und gewissenhaft zu beantworten. Hierbei sind nicht nur bereits gestellte Diagnosen sondern auch bestehende Beschwerden anzugeben. Wer aus Angst keinen Versicherungsschutz zu bekommen, Vorerkrankungen verschweigt, geht im Leistungsfall unter Umständen leer aus. Bei bestimmten Vorerkrankungen ist es möglich, dass Risikozuschläge erforderlich werden. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von MARTINA:
Eigentlich müsste man doch bei starken und dauerhaften berufsbedingten Schlafstörungen, die durch Überlastung und Mobbing verursacht wurden, die Ursache und nicht die Symptome bekämpfen? Das heißt: Falls eine Änderung der beruflichen Umstände nicht möglich ist, bleibt meiner Meinung nach konsequenterweise nur noch ein Jobwechsel als Alternative übrig. Mediziner und Therapeuten raten jedoch einstimmig zur Medikamenteneinnahme von Psychopharmaka, etwa zur dauerhaften Einnahme von Benzodiazepinen, zu Reha-Maßnahmen mit Verhaltenstherapie oder gar zur Beantragung von Früh-Rente. Einfacher zu erreichen wäre vielleicht in unserem Gesundheits-System noch eine Selbsteinweisung in die Psychiatrie. Aber eigentlich bin und war ich nicht depressiv und möchte auch nicht mit Medikamenten ruhig gestellt werden oder grinsend durch die Gegend laufen. Was würden Sie denn raten?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Sie haben natürlich Recht, Psychopharmaka sind sicher keine Lösung, genausowenig wie die Selbsteinweisung in die Psychiatrie. Soweit ein Jobwechsel nicht in Frage kommt, sollten Sie versuchen, ... [mehr]Sie haben natürlich Recht, Psychopharmaka sind sicher keine Lösung, genausowenig wie die Selbsteinweisung in die Psychiatrie. Soweit ein Jobwechsel nicht in Frage kommt, sollten Sie versuchen, sich selbst durch regelmäßigen Ausdauersport, regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und gesunde Ernährung selbst soviel Gutes wie möglich zu tun. Durch Medikamente schaden Sie sich auf die Dauer mehr, als dass Sie sich helfen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von ANN KATHRIN:
Ich bin Studentin im letzten Semester und bin eigentlich generell ein sehr entspannter und wenig gestresster Mensch. Trotzdem fällt es mir momentan schwer, mir den vor allem psychischen Druck und Stress, der durch meinen Abschluss entsteht, nicht so zu Herzen zu nehmen. Ich bin mir eigentlich relativ sicher, dass meine Schlafprobleme auch dadurch ausgelöst wurden: Ich liege abends oft sehr lange wach und mache mir Gedanken und Sorgen über die Uni etc., teilweise auch Gedanken, die tagsüber keine Rolle spielen. Wenn ich dann endlich einschlafe, wache ich oft auf und bin unruhig. Da ich die Ursache kenne, sie aber leider nicht umgehen kann, suche ich nun nach Strategien trotzdem besser Schlafen zu können. Sport, Beruhigungstees und Lesen vor dem Einschlafen habe ich alles schon probiert - haben Sie vielleicht noch andere Tipps?

Antwort von Thea Herold:
Kurz vor Studienschluss, wenn alles zusammenkommt (Prüfungsstress, Deadline der Masterarbeit, Sorgen vor dem Einstieg ins Berufsleben etc. ) kann sich das wirklich auf die Nachtruhe auswirken. ... [mehr]Kurz vor Studienschluss, wenn alles zusammenkommt (Prüfungsstress, Deadline der Masterarbeit, Sorgen vor dem Einstieg ins Berufsleben etc. ) kann sich das wirklich auf die Nachtruhe auswirken. In solchen "Stressphasen" muss man gut auf sich aufpassen und sich am besten vor Augen halten, dass das Ziel vor Augen liegt und in Bälde geschafft ist. Versuchen Sie, sich nicht soviel Gedanken zu machen. Lenken Sie sich vom psychischen Stress, so gut es geht, ab. Körperliche Ermüdung durch Sport ist eine gute Hilfe. Psychische Entspannung für den Kopf ist aber ebenso wichtig. Ab und an muss man die Uni auch von hinten sehen, damit man den Druck nicht ununterbrochen erlebt. Und: Planen Sie jetzt schon wirkliche und erholsame Ferien ein, in denen Ihnen auch zu Bewußtsein kommen kann, was für eine enorme Leistungspitze Sie gerade hinter sich gebracht haben. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von TIEFSCHLAF:
Meine Mutter (75 Jahre alt) leidet seit knapp zehn Jahren zunehmend unter Schlafstörungen. Vor zehn Jahren starb mein Vater, meine Mutter ist dann aus meinem Elternhaus in eine Wohnung gezogen. Sie fühlt sich nach eigenen Angaben wohl in ihrer neuen Umgebung. Es begann mit einzelnen Nächten, in denen sie lange gegrübelt hat und spät eingeschlafen ist. Inzwischen ist der Zustand allerdings so, dass sie vor 3, 4, 5 Uhr morgens nicht einschlafen kann und in ihrer Wohnung rumgeistert. Sie verschläft dann den Vormittag, und alle Bekannten haben sich bereits darauf eingestellt, sie nicht vor Mittag zu stören. Durch diesen Zustand verringern sich natürlich ihre sozialen Kontakte. Können das Anzeichen einer Depression sein? Welchen Weg würden Sie vorschlagen, um an der Lage etwas zu verändern? Meine Mutter wirkt sehr antriebslos, hat körperlich stark abgebaut, sieht vieles eher negativ – und ich mache mir wirklich Sorgen!

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Wichtig ist, dass Ihre Mutter sich wieder mehr an einen natürlichen Rhythmus gewöhnt. Wenn Sie jetzt beispielsweise um 4 Uhr einschläft und dann bis 12 Uhr ... [mehr]Wichtig ist, dass Ihre Mutter sich wieder mehr an einen natürlichen Rhythmus gewöhnt. Wenn Sie jetzt beispielsweise um 4 Uhr einschläft und dann bis 12 Uhr schläft, sollte sie den Wecker regelmäßig auf 10:30 Uhr stellen und dann sofort aufstehen. Tagsüber und abends sollte sie auf keinen Fall schlafen, so dass sie vielleicht nachts um 1 Uhr schon froh ist, wenn sie ins Bett "darf". Der Wecker sollte nach einer Woche etwas früher gestellt werden, so dass Aufstehen und Schlafen gehen wieder einem normalen Rhythmus entspricht. Dabei sollte die Aufenthaltsdauer im Bett immer "etwas zu knapp" angesetzt werden und nur in kleinen Schritten nach Wochen der Umgewöhnung verlängert werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SOHLAND:
Ich kann gut einschlafen, ab in der Nacht werde ich munter und ich kann nicht wieder oder ganz schlecht einschlafen. Das ist bei mir ein Dauerzustand. Wenn ich munter bin, bin ich richtig "putz"munter und ich könnte zur Arbeit fahren. Ich arbeite als Projektleiter. Mache mir ständig Gedanken um die Arbeit, Familie und wie es weiter geht. Ich sage von mir, immer alles zu mindestens 100 Prozent erledigen und erfüllen zu müssen. Abends bin ich müde und geschafft, gehe so gegen 21 Uhr ins Bett und wache so fast regelmäßig gegen Mitternacht auf und rechne die Stunden die ich noch liegen bleiben kann oder muss. Das gilt auch für das Wochenende. Ich mache mir immer Gedanken, dass alles perfekt sein soll. Was kann ich tun, um solche Gedanken nicht ins Bett mitzunehmen? Schlafzimmer abgedunkelt, Wecker zugedeckt - aber das macht mich unsicher. Ich bin ehrlich verzweifelt - und würde gern mal wenigsten eine Nacht bis 4 Uhr durchschlafen. Ich bin 49 Jahre alt, rauche und trinke nicht. Was kann ich tun?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Ihrer Beschreibung zufolge ist ihr Hauptproblem die mangelnde Fähigkeit abzuschalten. Es gibt hierfür zahlreiche Techniken, wie zum Beispiel Entspannungsverfahren, Problemlösungstechniken, Erstellen von Prioritätenlisten und den Schlaf ... [mehr]Ihrer Beschreibung zufolge ist ihr Hauptproblem die mangelnde Fähigkeit abzuschalten. Es gibt hierfür zahlreiche Techniken, wie zum Beispiel Entspannungsverfahren, Problemlösungstechniken, Erstellen von Prioritätenlisten und den Schlaf stabilisierende Verfahren, die Sie am besten in Kombination anwenden sollten. In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an einer Schlafschule oder Insomnieschulung, die sicherlich auch in Ihrer Stadt angeboten werden. Sie können dort in Kursen lernen, was Sie realistisch von Ihrem Schlaf zu erwarten haben und wie Sie ihn optimal vorbereiten können, ohne Ihre Probleme mit ins Bett zu nehmen. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von AIRBALL:
Zwei Kollegen von mir mussten in diesem Jahr wegen psychischer Probleme ihren Job aufgeben, unter anderem auch wegen Schlafstörungen, die sie nicht mehr in den Griff bekommen haben. Nun möchte ich mich privat gegen Berufsunfähigkeit absichern. Worauf muss ich dabei achten? Wie hoch sollte beispielsweise die Versicherungssumme sein?

Antwort von Christoph Andersch:
Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man sich über den geplanten Anbieter informieren, zum Beispiel über Internetrecherchen oder Publikationen wie "Finanztest". Hierbei sollte auf sehr gute ... [mehr]Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man sich über den geplanten Anbieter informieren, zum Beispiel über Internetrecherchen oder Publikationen wie "Finanztest". Hierbei sollte auf sehr gute Testergebnisse geachtet werden. Die Rentenhöhe sollte in etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoarbeitseinkommens abdecken. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, dieser Chat ist moderiert: Alle Fragen werden zunächst an einen Moderator geschickt, der je nach Teilnehmerzahl alle oder die interessantesten Fragen zur Beantwortung frei stellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass bei großem Andrang zunächst Fragen beantwortet werden, die für die Mehrzahl der Teilnehmer relevant sind.

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von ULLA0708:
Ich habe seit geraumer Zeit Durchschlafprobleme: Wache fast jede Nacht zwischen 3 und 4 Uhr auf, kann oft nicht mehr einschlafen, da mein Herz zu kräftig schlägt, zumindest empfinde ich es so; tatsächlich haben Blutdruckmessungen ergeben, dass mein Blutdruck dann auch höher ist und auch der Puls sich um ca. zehn Schläge pro Minute erhöht hat. Dasselbe Phänomen habe ich jeden Mittag, wenn ich mir den versäumten Schlaf "zurückholen" möchte: schlafe fast sofort ein - wache aber nach ca. zehn bis 20 Minuten wieder auf, weil mein Herz wieder kräftiger schlägt beziehungsweise es kommt dann auch schon mal zu dem einen und anderen "Stolperer". Ein Langzeit-EKG hat keine Auffälligkeiten gezeigt. Ich bin 1,68 m groß, wiege 74 Kilo, bin sportlich (3 x Woche Ausdauer mit Pulsfrequenzüberwachung = immer ok) bin 56 Jahre alt - nehme keine Hormone, allerdings muss ich L-Thyroxin nehmen wegen Hashimotothyreoidis.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Um nachts durchschlafen zu können, ist es günstiger wenn Sie tagsüber nicht schlafen. Kurzzeitige Erhöhungen des Pulses um zehn Schläge sind nicht beunruhigend. Sie können also ... [mehr]Um nachts durchschlafen zu können, ist es günstiger wenn Sie tagsüber nicht schlafen. Kurzzeitige Erhöhungen des Pulses um zehn Schläge sind nicht beunruhigend. Sie können also Ihrem Körper am besten ein bisschen Zeit lassen, um sich wieder zu beruhigen und dann - ganz gelassen - wieder einschlafen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von KRANKENSCHWESTER50:
Ich bin Krankenschwester und habe eine Frage zu einer neuen Regelung: Früher hatten wir fünf Nächte am Stück Nachtschicht, neuerdings haben wir nur noch zwei oder drei Nächte zusammenhängend – dadurch entstehen manchmal Wechsel von drei Schichten in der Woche! Ist die alte Regelung nicht viel gesünder für den Schlafrythmus als die neue? Beziehungsweise können durch die vielen Wechsel der Schichten und die kurzen zusammenhängenden Dienste gesundheitliche Schäden auftreten?

Antwort von Thea Herold:
Sie haben völlig Recht, sorgsam auf die Auswirkungen des Schichtrhythmus zu achten. Denn Schichtarbeit kann, noch dazu wenn sie viele Jahre zum Alltag gehört, wirklich eine ... [mehr]Sie haben völlig Recht, sorgsam auf die Auswirkungen des Schichtrhythmus zu achten. Denn Schichtarbeit kann, noch dazu wenn sie viele Jahre zum Alltag gehört, wirklich eine Belastung für die Gesundheit werden. Noch dazu, da jeder von uns sehr unterschiedlich auf Rhythmuswechsel reagiert. Die innere Uhr, die unseren Wechsel von Schlafen und Wachen bestimmt, steuert uns wie in rhythmischen Wellen durch den Tag und durch die Nacht. Und beim Schichtdienst leben wir eben an bestimmten Tagen "gegen die Uhr". Oft hilft es allerdings schon "vorwärts" zu wechseln. Das bedeutet: Frühdienst, Mittelschicht, Nachtschicht... [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SISI:
Ich bin 57 Jahre alt und schlafe seit drei Jahren, dem Ende der Wechseljahre, sehr schlecht. Nach einer oder spätestens 3 Stunden bin ich wieder munter. Träume sehr viel und bin manchmal froh, aufwachen zu dürfen. Nach dem Wachwerden, also oft jede Stunde, stehe ich auf und trinke meist einen Schluck Tee, gehe zur Toilette und lege mich wieder in Bett. Mal kann ich einschlafen, mal nicht. Am Tage bin ich nach vier bis fünf Stunden wieder hundemüde, besonders sobald ich mal in Ruhe sitze etwa nach dem Mittagessen. Ich habe vieles versucht: Mittagsschlaf, zeitig ins Bett, spät ins Bett. Aber nichts hilft. Ich sehne mich auch nach kühlen Räumen und viel Sauerstoff, deshalb habe ich die Räume immer gut durchlüftet, besonders das Schlafzimmer. Zudem plagen mich Hitzewellen, aber ich wollte keine Medikamente nehmen und es aushalten. Nehme schon welche für Bluthochdruck und Schilddrüse. Mittlerweile habe ich Bedenken, dass der schlechte Schlaf sich auf andere Organe auswirkt, da es schon drei Jahre so geht. Nur gut, dass mein Mann so einen guten Schlaf hat und mein nächtliches Herumgewandere nicht so sehr spürt. Können Sie mir sagen, wie lange ich dies etwa noch ertragen muss? Ich habe schon Angst vor der Hitze im Sommer.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Schlafstörungen treten in den Wechseljahren häufig auf. Es ist allerdings denkbar, dass eine organische Schlafstörung die hormonell bedingte Schlafstörung noch zusätzlich belastet. Ich empfehle Ihnen eine ... [mehr]Schlafstörungen treten in den Wechseljahren häufig auf. Es ist allerdings denkbar, dass eine organische Schlafstörung die hormonell bedingte Schlafstörung noch zusätzlich belastet. Ich empfehle Ihnen eine ambulante Schlafdiagnostik durchzuführen (Polygraphie), um ein schlafstörendes Schnarchen oder eine Bewegungsstörung im Schlaf identifizieren zu können. Zudem existieren verhaltenstherapeutische Ansätze zur Verbesserung der Schlafqualität. Sollten die Schlafstörungen weiter zunehmen, kann vorübergehend auch ein leichtes Schlafmittel eingenommen werden. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von GRüN-WEIß:
Ich habe berufsbedingt einen völlig chaotischen Schlafrhythmus: Als Bäcker muss ich mitten in der Nacht aufstehen und tagsüber schlafen. Ich habe Angst, dass ich diesen Beruf körperlich und psychisch nicht bis zum Rentenalter ausüben kann. Wie sollte ich mich am besten absichern?

Antwort von Christoph Andersch:
Solange die gesundheitliche Situation noch gut ist und keine Vorerkrankungen oder Beschwerden bestehen, ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da dann noch ein vollumfänglicher Versicherungsschutz geboten ... [mehr]Solange die gesundheitliche Situation noch gut ist und keine Vorerkrankungen oder Beschwerden bestehen, ist es ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da dann noch ein vollumfänglicher Versicherungsschutz geboten werden kann. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von 11.20CLAS:
Seit über einem Jahr habe ich nächtliche Schweißausbrüche, zur Zeit drei- bis viermal kompletter Wäschenwechel (Short, T-Shirt, Nackenhandtuch) in der Nacht. Eine Blutbild-Abklärung ergab keinen Infekt oder sonstige Auffälligkeiten. Probleme am Arbeitsplatz sind zur Zeit gegeben. Empfehlung meines Hausarztes: Eine Nacht im Schlaflabor zu verbringen. Ihre Meinung würde mich sehr interessieren.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Wenn Sie nachts keine Atemaussetzer haben (mehr als zehnmal pro Nacht, jeweils länger als zehn Sekunden), ist ein Schlaflabor nicht erforderlich. Vermutlich hilft es Ihnen mehr, ... [mehr]Wenn Sie nachts keine Atemaussetzer haben (mehr als zehnmal pro Nacht, jeweils länger als zehn Sekunden), ist ein Schlaflabor nicht erforderlich. Vermutlich hilft es Ihnen mehr, wenn Sie dem täglichen Stress am Arbeitsplatz abends dadurch abbauen, dass Sie sich körperlich durch eine halbe Stunde Sport abarbeiten, ohne sich extrem anzustrengen. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von MARTHA:
Mein Mann schnarcht und ich habe bemerkt, dass er nachts zwischendurch Atem-Aussetzer hat. Tagsüber wirkt er deshalb oft unausgeschlafen. Braucht er bald eine Schlaf-Maske und was bedeutet das für mich? Die Dinger sollen doch so laut sein.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Wenn Ihr Mann mehr als zehn-mal in der Stunde und jeweils mehr als zehn Sekunden mit dem Atmen aussetzt, braucht er vermutlich dringend eine Schlafmaske. Das ... [mehr]Wenn Ihr Mann mehr als zehn-mal in der Stunde und jeweils mehr als zehn Sekunden mit dem Atmen aussetzt, braucht er vermutlich dringend eine Schlafmaske. Das kann durch einen Aufenthalt im Schlaflabor geklärt werden. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von KATHY-08:
Nachts werde ich oft gegen 3 Uhr wach, wälze mich rum und mir gehen die verschiedensten Dinge durch den Kopf. Ich ärgere mich, dass ich nicht gleich wieder einschlafen kann, erst nach einer bis anderthalb Stunden. Was kann ich dagegen bzw. dafür machen? Welche Ursachen kann das haben, sind das Schlafstörungen?

Antwort von Thea Herold:
Vielleicht ist es schon eine Hilfe, wenn Sie sich bewußt machen, dass Sie gar nicht durchschlafen MÜSSEN. Das sogenannte Durchschlafen findet nämlich gar nicht statt. Unser ... [mehr]Vielleicht ist es schon eine Hilfe, wenn Sie sich bewußt machen, dass Sie gar nicht durchschlafen MÜSSEN. Das sogenannte Durchschlafen findet nämlich gar nicht statt. Unser Schlaf hat eine polyphasische Struktur aus verschiedenen Schlafstadien, eine Schlafphase dauert ca. 90 Minuten und beinhaltet Tiefschlaf, Leichtschlaf, REM-Schlaf (Traumschlaf) UND auch Wachphasen, die von den Schlafmedizinern Arousal genannt werden. Auch in unseren Durchschlafnächten finden diese Arousal statt, wir merken sie aber nicht. Es ist also zunächst keine Schlafstörung nachts aufzuwachen. Wichtig ist, dass Sie morgens erholt und erfrischt aufwachen und Sie keine anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen während Ihrer Wachphasen erleben (endogene Störer wären beispielsweise Schmerz, Juckreiz, Schwitzen, exogene Störquellen wären zum Beispiel Licht, Krach, Erschütterungen...) [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von TAUSENDUNDEINENACHT:
Ich habe schon Schlafstörungen seit meiner Kindheit und bin mittlerweile 44 Jahre alt. Organische Schäden wurden seitens der Ärzte bereits ausgeschlossen. Im Schlaflabor war ich ebenfalls schon und hatte auch zweimal ein Gerät, das mir in der Arztpraxis abends angelegt und nach dem Schlafen zu Hause am nächsten Morgen wieder abgenommen wurde. Verschiedene Medikamente sowohl mit pflanzlichen als auch mit chemischen Wirkstoffen haben ebenfalls nicht geholfen. Morgens bin ich ständig gerädert und habe starke Kopfschmerzen, weil mir einfach der Schlaf fehlt. Mein größtes Problem ist, dass ich nie abschalten kann, auch wenn nichts Schlimmes tagsüber passiert ist. Kaum liege ich im Bett, fange ich an zu grübeln. Wenn ich mich dazu zwinge, an nichts zu denken, funktioniert das leider auch nicht. Verschiedene Entspannungstechniken und Einschlafrituale habe ich auch schon mehrfach probiert - vergeblich. Ich wüsste nicht, was ich noch nicht getestet habe und warte einfach auf eine erlösende Antwort. Irgendetwas muss man doch auch für solche Härtefälle wie mich machen können??

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es ist schwer, Ihre Schlafstörung anhand der kurzen Angaben beurteilen zu können. Dennoch profitieren viele Patienten von einer Psychotherapie, die wir oft mit einer Schlafschule kombinieren. ... [mehr]Es ist schwer, Ihre Schlafstörung anhand der kurzen Angaben beurteilen zu können. Dennoch profitieren viele Patienten von einer Psychotherapie, die wir oft mit einer Schlafschule kombinieren. Hier lernt man Techniken des Grübelverhaltens zu verschieben, Druck abzubauen und den Schlaf nicht zu idealisieren. Mit diesem Verfahren kann bei langfristiger Anwendung ein besseres Schlafverhalten erzeugt werden. Ein sehr effizientes Verfahren stellt die Schlafrestriktion dar, die zunächst sehr belastend sein kann, jedoch dann Ihren Schlaf nachhaltig verbessert. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von KLAUS:
Meine Freundin hat große Probleme abends einzuschlafen und kommt morgens immer nur sehr schwer aus dem Bett. Natürlich ist das für mich auch unangenehm, da ich tagsüber fit sein muss. Wie kann ich ihr helfen bzw. was kann ich als "Nebenschläfer" tun, um ihr beim beim Einschlafen zu helfen?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Ihre Freundin sollte erst dann ins Bett gehen, wenn Sie wirklich müde ist bzw. sich danach sehnt, endlich schlafen gehen zu dürfen. Viele Menschen mit ähnlichen ... [mehr]Ihre Freundin sollte erst dann ins Bett gehen, wenn Sie wirklich müde ist bzw. sich danach sehnt, endlich schlafen gehen zu dürfen. Viele Menschen mit ähnlichen Problemen versuchen sich dadurch zu helfen, dass sie eine Stunde oder zwei früher ins Bett gehen, weil sie so lange zum Einschlafen brauchen, das ist grundverkehrt. Besser die Aufenthaltszeit im Bett verkürzen und trotzdem am morgen zur richtigen Zeit aufstehen (ruhig den Wecker stellen). Tagsüber auf keinen Fall schlafen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von HAUSTXY:
Ich werde seit ein paar Jahren in den meisten Nächten zwischen 3 und 4 Uhr wach und kann in etwa der Hälfte der Nächte nicht mehr oder nur nach einer Wachphase von einer Stunde und mehr wieder einschlafen. Was kann ich tun, um wieder durchzuschlafen? Wie finde ich schnell zurück in den Schlaf?

Antwort von Thea Herold:
Seien Sie versichert: Das sogenannte Durchschlafen ist ein Mythos, den die Natur gar nicht vorgesehen hat. Wir durchlaufen jede Nacht eine Abwechslung von unterschiedlichen Schlafphasen: Tiefschlaf, ... [mehr]Seien Sie versichert: Das sogenannte Durchschlafen ist ein Mythos, den die Natur gar nicht vorgesehen hat. Wir durchlaufen jede Nacht eine Abwechslung von unterschiedlichen Schlafphasen: Tiefschlaf, Leichtschlaf, REM-Schlaf (Traumschlaf) und die sogenannten Arousal, die Wachphasen. Wenn wir durchschlafen, dann erleben wir eine ruhige Nacht, schlafen wie ein Bär und bemerken die Arousal nicht. Wenn wir fragmentiert schlafen, dann bemerken wir die Wachphasen deutlicher. Ärgerlich sind dann tatsächlich die von Ihnen angesprochenen "längeren Wachzeiten" (eine Stunde und mehr). Hier sollten Sie beim Schlafmediziner abklären lassen, ob es sich schon um eine signifikante Durchschlafproblematik handelt, die medizinische Hilfe verlangt. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von HERBERTL:
Ich nehme "Zolpidem AL 10 mg" wegen meiner Schlafprobleme. Leider geht es ohne diese Medizin nicht mehr, wahrscheinlich bin ich schon abhängig davon. Wie komme ich wieder davon los? Hausmittel wie Baldriantee, Beruhigungsdragees mit Baldrian und Hopfen, heiße Milch mit Honig, kaltes Wasser über Füße und Arme wende ich auch an, leider ohne Erfolg. Die Hausärztin meinte,dass es sein kann,dass ich diese Stoffe,die für das Einschlafen nötig sind,nicht mehr produziere. Im Alter (bin 75 Jahre alt) wäre das möglich.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es gibt Möglichkeiten, über die Gestaltung Ihrer Schlafzeiten oder verhaltenstherapeutische Maßnahmen den Schlaf robuster zu gestalten. Allerdings ist das Schlafverhalten in Ihrem Alter durch häufiges Erwecken, ... [mehr]Es gibt Möglichkeiten, über die Gestaltung Ihrer Schlafzeiten oder verhaltenstherapeutische Maßnahmen den Schlaf robuster zu gestalten. Allerdings ist das Schlafverhalten in Ihrem Alter durch häufiges Erwecken, verringerte Tiefschlafzeiten und eine kürzere Gesamtschlafzeit in der Nacht gekennzeichnet. Es kann daher sinnvoll sein, zunächst begleitend die vorgeschlagenen Maßnahmen bei einer geringen Reduktion des Medikamentes zu beginnen. Allerdings sollten Sie sich realistische Ziele setzen. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SH:
Können Wasserbetten einen guten Schlaf beeinträchtigen? Beziehungsweise spricht aus Ihrer Sicht irgendetwas gegen Wasserbetten?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Wasserbetten werden von Schlafmedizinern kontrovers diskutiert. Es wird vermutet, dass Körperlagewechsel im Schlaf in Wasserbetten seltener stattfinden. Im Falle einer permanenten Rückenlage können Schnarchen und Schlafapnoe ... [mehr]Wasserbetten werden von Schlafmedizinern kontrovers diskutiert. Es wird vermutet, dass Körperlagewechsel im Schlaf in Wasserbetten seltener stattfinden. Im Falle einer permanenten Rückenlage können Schnarchen und Schlafapnoe vermehrt auftreten, was zu vermeiden ist. Zudem können Menschen mit Wirbelsäulenproblemen vermehrt Beschwerden entwickeln. Bei einem subjektiv erholsam empfundenen Schlaf sehe ich jedoch keine Probleme. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von INESSEL:
Bei mir wurde ein schlafgebundener Kopfschmerz (hypnic headache) festgestellt, der gegen 2.00 Uhr morgens beginnt. Auf Schmerzmittel verzichte ich mangels Wirkung. Sie machen mir nur den Magen kaputt. Am wirkungsvollsten ist Koffein. Ich trinke alle acht Stunden Kaffee: Morgens drei Tassen, mittags zwei Tassen und vor dem Zubettgehen eine Tasse Kaffee. Können Sie mir helfen, die Ursache für den schlafgebundenen Kopfschmerz zu finden?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Es könnte sein, dass Sie wegen zu niedrigen Blutdrucks an einer Unterversorgung des Schlafzentrums leiden. Obwohl das paradox klingt, könnten Sie vielleicht einmal den Versuch unternehmen, ... [mehr]Es könnte sein, dass Sie wegen zu niedrigen Blutdrucks an einer Unterversorgung des Schlafzentrums leiden. Obwohl das paradox klingt, könnten Sie vielleicht einmal den Versuch unternehmen, um 2 Uhr einen Kaffee zu trinken. Möglicherweise könnten Sie den Blutdruck aber auch dadurch erhöhen, dass Sie 15-20 Minuten sich sportlich betätigen und sich dabei gleichzeitig müde machen. Wenn Sie sich so - in vernünftigem Umfang - betätigt haben, dürfte es Ihnen besser gehen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von HEIDE M.:
Mein Mann ist schwerer und größer als ich. Wir wollen uns nun ein neues Doppelbett kaufen, wie sollte das beschaffen sein, damit wir beide gut schlafen?

Antwort von Thea Herold:
Es hilft nichts: Jeder schläft seinen eigenen Schlaf und eigentlich braucht jeder im Grunde auch sein eigenes Bett. Wenn Sie ein neues Bett kaufen wollen, kann ... [mehr]Es hilft nichts: Jeder schläft seinen eigenen Schlaf und eigentlich braucht jeder im Grunde auch sein eigenes Bett. Wenn Sie ein neues Bett kaufen wollen, kann es deshalb trotzdem ein Doppelbett sein. Moderne Bettenkonstruktionen berücksichtigen heute diese Tatsache, und lassen sich ganz individuell auf Sie zuschneiden. Sie könnten sich auf Ihrer Seite die "Frauen-Matratze" und auf der Seite Ihres Ehemannes die "Herren-Matratze" anschaffen - Liegekomfort ist für das Schlafen wichtig. Deshalb probieren Sie es aus und liegen Sie ruhig Probe. Und wenn Sie bei der Investition für das Schlafzimmer bedenken, dass Sie gut ein Drittel Ihrer Lebenszeit im Bett verbringen, dass werden Sie sicher nicht Gefahr laufen, am falschen Ende zu sparen. Gönnen Sie sich deshalb für die Nacht das Beste, was Sie finden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LILOPEKING:
Werden Tests im Schlaflabor von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen? Wenn ja, welche Leistungen werden übernommen? Wenn nein, mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Schlaflaboruntersuchungen sind erstattungsfähige Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Sollten Zusatzuntersuchungen erforderlich sein, können diese vom behandelnden Arzt begründet werden.

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NORDLICHT:
Ich bin 40 Jahre alt und habe vor fünf Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Mein Arbeitgeber hat mir im Rahmen einer Umstrukturierung nun eine Job im Schichtdienst gegeben, sonst ändert sich an der Arbeit nichts. Muss ich den Wechsel in den Schichtdienst meiner Versicherung melden, das könnte ja auch - zum Beispiel mit Schlafstörungen - Auswirkungen auf die gesundheitliche Belastung haben.

Antwort von Christoph Andersch:
In der Regel ist ein Berufswechsel beziehungsweise eine Änderung der beruflichen Anforderungen nach Vertragsabschluss nicht anzuzeigen. Der Versicherungsschutz erstreckt sich automatisch auf die neu ausgeübte berufliche ... [mehr]In der Regel ist ein Berufswechsel beziehungsweise eine Änderung der beruflichen Anforderungen nach Vertragsabschluss nicht anzuzeigen. Der Versicherungsschutz erstreckt sich automatisch auf die neu ausgeübte berufliche Tätigkeit. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von SAYET:
Meine Schwiegermutter nimmt seit mehr als fünf Jahren täglich ein schweres Schlafmittel. Wenn Sie so weitermacht, mit was muss sie rechnen?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Wenn Sie das Schlafmittel regelmässig einnimmt, hat es schon keine Wirkung mehr. Auch eine Erhöhung der Dosis kann nur kurzzeitig helfen, dann verschwindet die Wirkung wieder. ... [mehr]Wenn Sie das Schlafmittel regelmässig einnimmt, hat es schon keine Wirkung mehr. Auch eine Erhöhung der Dosis kann nur kurzzeitig helfen, dann verschwindet die Wirkung wieder. Der einzige Weg ist, die Mitteleinnahme in kleinen Schritten zu vermindern und am besten zusätzlich einen Kurs zu suchen, indem man lernt vernünftig mit sich umzugehen. Falls ein solcher Kurs nicht zu erreichen ist, hier eine Anleitung, wie sich Ihre Schwiegermutter selbst helfen kann: 1. Einen festen Rhythmus einhalten, das heisst jeden Tag zur selben Zeit schlafen gehen und aufstehen. 2. Die Zeit im Bett soll so kurz wie möglich sein. Das heisst, nur so lange im Bett sein, wie man wirklich schläft. Beim Aufwachen, auch wenn das morgens um 5 ist, aufstehen. 3. Tagsüber und abends kein Nickerchen machen. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von ALEGRA:
Gibt es wirksame, pflanzliche Alternativen zu Schlafmitteln?

Antwort von Thea Herold:
Eigentlich ist Schlaf eine ganz reguläre Lebensfunktion so wie Atmen, die sich naturgemäß einstellt. Wir brauchen also nur dann Schlafmittel, wenn mit dem Schlaf irgendetwas "nicht ... [mehr]Eigentlich ist Schlaf eine ganz reguläre Lebensfunktion so wie Atmen, die sich naturgemäß einstellt. Wir brauchen also nur dann Schlafmittel, wenn mit dem Schlaf irgendetwas "nicht mehr stimmt". Ist dies der Fall sollte Sie der erste Weg zum Fachmann führen, zum Schlafmediziner Ihres Vertrauens. Um einen gesunden Schlaf zu pflegen, können Sie diesen mit guten Teemischungen aus Reformhaus oder Apotheke (Melisse, Hopfen, Baldrian) unterstützen. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von HERMANN:
Seit ca. 18 Monaten erfolgt bei mir eine Therapie mit dem System Phoenix 3, mit vier bis acht mbar, A-Flex Stufe 2. Ich trage die Maske nachts regelmäßig sechs bis sieben Stunden. Trotzdem habe ich morgens erhebliche Probleme: Ich bin, wenn ich wach werde, gar nicht erholt, bin noch müde, unausgeschlafen und erschöpft, die Augenlider fallen mir immer wieder zu und ich bin unfähig, aufzustehen. Ich benötige ca. 30 bis 40 Minuten, bis ich richtig wach bin und die Kraft habe, aufzustehen. Die letzte Kontrolle mit Alice PDX erfolgte am 15.10.2012. Tiefschlafanteil: 11 Prozent, REM-Anteil: 17,3 Prozent, Desat.-Index: total 3.9/h, AHI 1.4/h, AI 0.0/h, mehrere Wachphasen, mäßig gestörte Makro-Schlafstruktur, minimale Sauerstoffsättigung 90 Prozent. Was könnte die Ursache für meine Probleme sein? Therapievorschlag? Weitere diagnostische Untersuchungen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Das Problem des tagesmüden, gut therapierten Schlafapnoepatienten ist sehr vielschichtig. Ob bei 8 mbar eine C-Flex Stufe 2 erforderlich ist, erscheint zumindest fraglich, da einige Patienten ... [mehr]Das Problem des tagesmüden, gut therapierten Schlafapnoepatienten ist sehr vielschichtig. Ob bei 8 mbar eine C-Flex Stufe 2 erforderlich ist, erscheint zumindest fraglich, da einige Patienten auch bei der Ausatmung Atemflussbehinderungen haben, die mit Weckreaktionen einhergehen. Diese Informationen sind in Ihren Angaben nicht enthalten. Allerdings können neben neurologischen Erkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder einer unerkannten Beinbewegungsstörung im Schlaf viele andere Ursachen eine Tagesschläfrigkeit unter CPAP erklären. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von FLASHMASTER13:
Kann es sein, dass das Nichteinhalten eines normalen Schlafrhythmus ein Auslöser für Krankheiten des Immunsystems ist?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es gibt einige neuere Untersuchungen, die in der Tat zeigen, dass das Immunsystem bei Schlafrhythmusstörungen und Schichtdienst gestört sein kann. Wir empfehlen, zum Beispiel im Falle ... [mehr]Es gibt einige neuere Untersuchungen, die in der Tat zeigen, dass das Immunsystem bei Schlafrhythmusstörungen und Schichtdienst gestört sein kann. Wir empfehlen, zum Beispiel im Falle von Schichtdienst, eine ausreichende Schlafhygiene zu beachten und sich so oft wie möglich dem Tageslicht auszusetzen. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von WEIS ALLES:
Ich habe das Gefühl, meine Schlafstörungen werden dadurch verursacht, dass ich nachts nicht richtig liege. Wie soll eine Matratze beschaffen sein, die die Wirbelsäule optimal unterstützt?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Die Matratze sollte möglichst fest sein, um Ihrem Rücken einen guten Halt zu geben. Es kann Ihnen sogar helfen, unter die Matratze ein großes Brett zu ... [mehr]Die Matratze sollte möglichst fest sein, um Ihrem Rücken einen guten Halt zu geben. Es kann Ihnen sogar helfen, unter die Matratze ein großes Brett zu legen. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben, was etwas dauern kann, werden Sie viel besser schlafen. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von KENNY09:
Ich hatte vor sechs Jahren eine Total-OP. Vorher konnte ich ständig schlafen, ab dem Tag nie wieder. Ich kann schlecht einschlafen, bin nach einer Stunde wieder wach, schlafe höchstens 2-3 Stunden am Stück. Inzwischen habe ich verschiedene Antidepressiva bekommen, habe autogenes Training und PMR probiert - nichts hilft. Mir wurde auch gesagt, es könne von der Schilddrüse kommen. Da wurde mir vor 4 Jahren aber die Hälfte entfernt und es hat sich auch nichts geändert. Inzwischen bin ich der Meinung, dass mir sowieso keiner helfen kann. Aber der Schlafmangel führt zu ständiger Müdigkeit und Erschöpfung. Berufstätig bin ich nicht.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Sie sollten nicht verzweifeln. Oft kann man wie in einem Mosaik Bausteine zusammensetzen, die im Ganzen den Schlaf verbessern können. Einige dieser Empfehlungen wurden in diesem ... [mehr]Sie sollten nicht verzweifeln. Oft kann man wie in einem Mosaik Bausteine zusammensetzen, die im Ganzen den Schlaf verbessern können. Einige dieser Empfehlungen wurden in diesem Chat Frauen mit vergleichbaren Beschwerden gegeben. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von TAMIRA:
Vor zwei Jahren bin ich nach massiven beruflichen und privaten Anforderungen an einem Burnout erkrankt. Ich würde es eher Erschöpfungszustand nennen. Ich wurde zu einer Reha-Maßnahme in eine entsprechende Klinik eingewiesen. Als mein größtes Problem habe ich die Ein- und Durchschlafprobleme benannt, da ich das Gefühl hatte, dass genau diese meinen Erschöpfungszustand verursachten. Man verschrieb mir in der Klinik für die Nacht Trimipramin. Das hat anfänglich zusammen mit der Ruhe in der Klinik auch gut geholfen. Auch habe ich in der Klinik viel zum Thema Schlafhygiene gelernt und setzte dies auch konsequent um. Nach 2 Monaten bin ich wieder in das Berufsleben eingestiegen. Mein behandelnder Neurologe schreibt mir seitdem bei jedem Besuch ein neues Rezept. Das bekomme ich an der Rezeption und fertig. Nun habe ich innerhalb dieser zwei Jahre 10 Kilo zugenommen, ohne meine Ernährung zu ändern. Auch treibe ich regelmäßig Sport. Als ich meinen Arzt daraufhin ansprach, sagte er mir, ich solle das Trimipramin absetzen. Natürlich habe ich es ausschleichen lassen, hatte aber wieder so massive Schlafprobleme, dass ich vor lauter Verzweiflung wieder die Tabletten genommen habe. Meine berufliche und auch private Situation hat sich wieder stabilisiert und ich gehen regelmäßig zur Psychotherapie. Es gibt für mich keine Begründung warum die Schlafstörungen wieder vorhanden sind. Ich möchte aber unbedingt von dem Trimipramin weg. Im Grunde sind die Ursachen der Schlafstörung ja auch nie erkundet worden. Können Sie mir vielleicht einen kompetenten Ansprechpartner in Berlin benennen oder mir sonstige Tipps an die Hand geben, wie ich ohne Tabletten einen erholsamen Schlaf finde.

Antwort von Thea Herold:
Eine kompetente Anlaufadresse in Berlin könnte das Schlaflabor der Berliner Charité sein. Das Problem nach einem Burn-out ist allerdings komplex: Nach den ersten intensiven Behandlungswochen fühlt ... [mehr]Eine kompetente Anlaufadresse in Berlin könnte das Schlaflabor der Berliner Charité sein. Das Problem nach einem Burn-out ist allerdings komplex: Nach den ersten intensiven Behandlungswochen fühlt man sich wieder besser - allerdings nimmt man die "alten Gewohnheiten" leider oft nach und nach wieder auf. Das ist kein Wunder - wir haben uns schließlich ein Leben lang darauf eingerichtet. Hier brauchen Sie Ihre ganze Willenskraft, oft auch die Unterstützung einer Therapie, um zu neuen und dann auch gesünderen Gewohnheiten zu finden. Und in Sachen Gewichtszunahme: Es ist zwischenzeitlich wirklich oft unvermeidlich, die Hilfe von Medikamenten anzunehmen. Gewichtszunahme ist eine, vor allem uns Frauen, sehr belastende Nebenwirkung. Aber es wird sich auch wieder verändern, nachdem Sie die Tabletten "ausgeschlichen" haben. Wichtig ist, dass ein gutes Gefühl und das Vertrauen ins Leben wieder zurückkehrt. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von VOLKBARTH:
Nach dem Einschlafen habe ich zwei bis drei Stunden ruhigen Schlaf. Danach wache ich auf und kann nicht wieder einschlafen. Mir gehen viele verschiedene Gedanken durch den Kopf. Ich habe innere Unruhe und einen Puls um 80. Ursachen können viel Arbeit, aber auch privater Stress (Baumaßnahmen etc.) sein.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
In Ihrem Fall ist es wichtig, über verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Schlafhygieneregeln und entsprechende Entspannungstechniken die Tagesprobleme vom Schlaf abzukoppeln. Techniken wie der "Grübelstuhl" können Ihnen helfen, Ihre ... [mehr]In Ihrem Fall ist es wichtig, über verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Schlafhygieneregeln und entsprechende Entspannungstechniken die Tagesprobleme vom Schlaf abzukoppeln. Techniken wie der "Grübelstuhl" können Ihnen helfen, Ihre Probleme zu notieren. Auf diese Weise "vergessen" sie die Probleme nicht, können sie jedoch vom Schlaf trennen. Eine Schlafschule wäre für Sie eine zu empfehlende Maßnahme. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von MINO:
Ich habe seit der Geburt meiner zweiten Tochter, jetzt 17 Jahre alt, Schlafstörungen. Ich bin der Meinung, dass ich jetzt keine Gründe dafür mehr habe, denn ich fühle mich in meiner jetzigen Lebenssituation sehr wohl. Ich glaube, dass die Schlafstörungen chronisch sind. Schlaftabletten helfen nicht. Ich habe auch keine Depressionen. Wer und wie kann man mir helfen? Ich war schon bei verschiedenen Ärzten, Psychologe, Neurologe, Hausarzt. Hatte auch schon das Vergnügen eines ambulanten Schlafüberwachungsgerätes aus dem Schlaflabor in Göppingen.

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Viele Menschen haben dasselbe Problem wie Sie. Das liegt daran, dass man sich auf die falsche Weise zu helfen versucht. Beispielsweise durch ein Nickerchen tagsüber oder ... [mehr]Viele Menschen haben dasselbe Problem wie Sie. Das liegt daran, dass man sich auf die falsche Weise zu helfen versucht. Beispielsweise durch ein Nickerchen tagsüber oder morgens noch länger liegenzubleiben, um doch noch einschlafen zu können und ähnliches. So können Sie sich helfen: 1. Planen Sie einen festen Rhythmus, wann Sie ins Bett gehen und wann Sie aufstehen. 2. Die Zeit im Bett sollte auf die Zeit beschränkt werden, in der Sie wirklich - erfahrungsgemäß - schlafen (also beispielsweise fünf Stunden). 3. Auf keinen Fall sollten Sie tagsüber oder abends vor dem Fernseher ein Nickerchen machen oder dösen. Falls Sie gegen das Einschlafen tagsüber kämpfen müssen, sollten Sie sich sofort körperlich betätigen, um wieder wach zu werden. Das gilt auch abends vor dem Fernseher. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von PIT AUS FFM:
In 2011 wurde ein schwergradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom festgestellt und eine CPAP-Beatmung eingeleitet. Ich leide unter Reflux bedingter Magenbeatmung, Allergien, chronischem Asthma Bronchiale, Bandscheibenleiden und Synkopen ungeklärter Genese, wodurch ich in 2011 arbeitsunfähig wurde. Die Jahresnutzungsdauer betrug ca. 940 Stunden. Mein behandelnder Pneumologe bemängelt dies und fordert fünf Stunden pro Nacht. Ich bekomme trotz Beatmung Verschlüsse und Panikattacken. Zweimal war ich bereits im Schlaflabor, ohne Lösungsmöglichkeit. Die Barmer fordert eine Nutzungsdauer von 1.350 Stunden im Jahr. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass eine Nutzung von zwei Stunden besser ist als gar keine? Wie sehen Sie das?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Es ist in der Tat problematisch, eine CPAP-Therapie nur durchschnittliche zwei Stunden pro Nacht anzuwenden, da Studien zeigen konnten, dass zum Beispiel der nächtliche Blutdruck bei ... [mehr]Es ist in der Tat problematisch, eine CPAP-Therapie nur durchschnittliche zwei Stunden pro Nacht anzuwenden, da Studien zeigen konnten, dass zum Beispiel der nächtliche Blutdruck bei der unzureichenden Nutzung nicht gesenkt werden kann. Dennoch sollten Sie nicht aufgeben und klären, ob durch eine Umversorgung der Atemmaske oder des Therapiegerätes nicht doch eine bessere Akzeptanz erreicht werden kann. [weniger]

Christoph Andersch
Christoph Andersch,
Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von WILLY:
Ich bin 34 Jahre alt und habe einen stressigen Job als Fluglotse. Seit längerer Zeit kann ich daher nicht mehr gut Schlafen, teilweise liege ich bis zu vier Stunden am Stück wach, das zermürbt mich regelrecht. Unter ärztlicher Aufsicht bin ich auch schon. Kann ich trotzdem eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, ich habe große Bedenken, ob ich den Job noch weitere 30 Jahre schaffe.

Antwort von Christoph Andersch:
Bei der geschilderten Vorgeschichte ist es sicherlich schwierig, einen adäquaten Versicherungsschutz zu erhalten. Bei Antragstellung würden zunächst nähere Informationen zu den bestehenden Beschwerden eingeholt. Unter günstigen ... [mehr]Bei der geschilderten Vorgeschichte ist es sicherlich schwierig, einen adäquaten Versicherungsschutz zu erhalten. Bei Antragstellung würden zunächst nähere Informationen zu den bestehenden Beschwerden eingeholt. Unter günstigen Umständen kann ggf. Versicherungsschutz angeboten werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SAB:
Ich bin 68 Jahre alt. Seit ca. 4 Monaten wache ich jeden Morgen gegen drei oder vier Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen. Versuche es auch mit autogenem Training, es nützt nichts. Bei meinem Mann wurde zu dieser Zeit der Beginn einer Demenz festgestellt. Kann es damit zusammenhängen und was kann ich tun?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Ein morgendliches Früherwachen ist keine seltene Störung in Ihrem Alter. Dennoch halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die sehr bedrückende Diagnose Ihres Mannes Ihre Schlafstörung ... [mehr]Ein morgendliches Früherwachen ist keine seltene Störung in Ihrem Alter. Dennoch halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die sehr bedrückende Diagnose Ihres Mannes Ihre Schlafstörung verstärkt. Sie können sicherlich zunächst durch nichtmedikamentöse Verfahren - durch Schlafhygiene, Regelmäßigkeit des Schlafes und Stressbewältigungstechniken - Ihre Schlafqualität verbessern. Sollten Sie keine starken Beschwerden wie Müdigkeit und Depressivität verspüren, sehe ich eine dringende Behandlungsnotwendigkeit, zum Beispiel mit Schlafmitteln, derzeit noch nicht. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von WUMM:
Seit Jahren leide ich unter ständiger Tagesmüdigkeit, nächtlichen wirren Alpträumen (jede Nacht) und nächtlichen Halbschlaf- und Halbwachphasen. Nach ca. fünf bis sechs Stunden total gestörtem Schlaf ist mein Körper wach und kommt nicht mehr zur Ruhe. Zweimalige Untersuchungen mit der Schlaflabortechnik für zuhause konnten nichts Unregelmäßiges feststellen. Wo und wie kann ich Hilfe finden?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Eine starke Tagesmüdigkeit und deren schlafbezogene Ursachen können gemäß der schlafmedizinischen Leitlinien mit einem ambulanten Untersuchungssystem nicht abschließend beurteilt werden. In diesem Fall werden zwei Schlaflabormessungen ... [mehr]Eine starke Tagesmüdigkeit und deren schlafbezogene Ursachen können gemäß der schlafmedizinischen Leitlinien mit einem ambulanten Untersuchungssystem nicht abschließend beurteilt werden. In diesem Fall werden zwei Schlaflabormessungen von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin empfohlen, sofern alle organischen und psychischen Ursachen vorher ausgeschlossen werden konnten. [weniger]

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von ANNETTE2512:
Ich leide unter Fibromyalgie und nehme dafür Zaldiar und Amitriptylin ein. Oft liege ich stundenlang wach, kann nicht einschlafen oder habe anschließend nur einen unruhigen Schlaf. Liegt das an den Medikamenten? Was kann ich tun?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
In Ihrem Fall ist es leider nicht möglich, per Ferndiagnose einen guten Rat zu geben. Das tut uns sehr leid. Allerdings könnten Ihnen vielleicht die folgenden ... [mehr]In Ihrem Fall ist es leider nicht möglich, per Ferndiagnose einen guten Rat zu geben. Das tut uns sehr leid. Allerdings könnten Ihnen vielleicht die folgenden Ratschläge ein bisschen helfen. Sie sollten: 1. in einem Schlaftagebuch festhalten, wie viele Stunden Sie in der Nacht schlafen. Wenn Sie feststellen, dass das beispielsweise nicht mehr als fünf Stunden sind, sollten Sie pro Nacht auch nicht mehr als fünf Stunden im Bett verbringen. 2. tagsüber und abends auf keinen Fall ein Nickerchen machen. 3. immer zur selben Zeit ins Bett gehen und am Anfang auch immer nach fünf Stunden aufstehen. Wenn Sich Ihr Körper daran gewöhnt hat, kann die Aufenthaltsdauer im Bett in kleinen Schritten verlängert werden – beispielsweise um 15 Minuten pro Woche. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von MARIA:
Was kann man tun, damit ein sechsjähriges Kind durchschläft? Wir haben seit zwei Jahren das Problem, dass unser Kind abends wunderbar einschläft - zwischen 0 Uhr und 3 Uhr allerdings aufwacht und meistens nicht mehr einschlafen kann. Das bedeutet, dass es völlig übermüdet in die Schule gehen und irgendwie den Tag überstehen muss.

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Kinder leiden häufiger unter Aufwachstörungen wie zum Beispiel nächtlichem Angstschrei und Schlafwandeln. Zudem können Kinder auch durch Schnarchen empfindlich im Schlaf gestört werden. Ich empfehle eine ... [mehr]Kinder leiden häufiger unter Aufwachstörungen wie zum Beispiel nächtlichem Angstschrei und Schlafwandeln. Zudem können Kinder auch durch Schnarchen empfindlich im Schlaf gestört werden. Ich empfehle eine kinderärztliche, ggf. auch schlafmedizinische Abklärung, um eine Gedeih- und Entwicklungsstörung rechtzeitig zu verhindern. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SANDRA:
Ich habe seit langem das Problem, dass ich zwar abends schnell einschlafe, aber nach wenigen Stunden wieder hellwach bin und nicht mehr schlafen kann. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, in den Schlaf zurückzufinden oder ist das ein unlösbares Problem? Meine Mutter und meine Schwester haben das gleiche Problem. Meine "Schlafhygiene" lässt im übrigen nicht zu wünschen übrig. Das Problem besteht bereits seit mehreren Jahren. Ich weiss nicht mehr, was ich zu soll. Besteht noch Hoffnung?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Man kann Ihnen sicherlich durch eine Kombination mehrerer Therapieverfahren helfen. Zum Beispiel kann durch Schlafkompression ein robusteres Schlafverhalten erreicht werden, denn die Schlafqualität, nicht die Quantität, ... [mehr]Man kann Ihnen sicherlich durch eine Kombination mehrerer Therapieverfahren helfen. Zum Beispiel kann durch Schlafkompression ein robusteres Schlafverhalten erreicht werden, denn die Schlafqualität, nicht die Quantität, ist das Entscheidende. Auch bei Ihnen halte ich eine Schlafschulung für sinnvoll. [weniger]

Thea Herold
Thea Herold,
Mitbegründerin der Schlafakademie Berlin. Arbeitet als freie Autorin (Buch "Der Schlafquotient", Verlag Hoffmann und Campe) und langjährige Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität der Künste Berl

Frage von LINDA D:
Ich werde an meinem Arbeitsplatz gemobbt und fühle mich überhaupt nicht wohl. Es sind eher die Kolleginnen, die über mich tuscheln und mir Informationen verweigern und mich offensichtlich ausschließen. Dabei verstehe ich nicht, warum. Das lässt mich nachts nicht schlafen und ich gehe jeden Tag mit Bauchweh ins Büro und würde am liebsten gar nicht mehr hingehen. Was raten Sie mir?

Antwort von Thea Herold:
Das ist ein ernstes Problem, das Sie möglichst aktiv angehen sollten. Nach dem alten Rat: Lieber ein Ende mit Schmerz, als Schmerz ohne Ende. Im Extremfall ... [mehr]Das ist ein ernstes Problem, das Sie möglichst aktiv angehen sollten. Nach dem alten Rat: Lieber ein Ende mit Schmerz, als Schmerz ohne Ende. Im Extremfall sollten Sie über Alternativen nachdenken und Möglichkeiten suchen, um den Arbeitsplatz zu wechseln. Suchen Sie sich unbedingt Rat und fachliche Unterstützung. Intern beim Betriebsrat, um die Chancen einer eventuellen Versetzung zu überlegen. Oder extern bei einer Psychologischen Beratungsstelle. Schlafprobleme sind oft Warnsignale für tiefer liegende und komplexe Problemlagen. Gehen Sie den Dingen auf den Grund, so dass Sie die Probleme des Tages nicht mehr in dem Maße als Störfaktoren für die Nachtruhe erleben wie im Moment. Sie benötigen ein wenig Geduld und Hoffnung - aber krisenbedingte Situationen sind oft der Anfang von neuen Wegen und führen uns im besten Fall zu gesünderen Gewohnheiten. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von SONNENSCHEIN:
Seit einiger Zeit nehme ich ein Schlafmittel, aber kann ich davon süchtig werden? Wie lange bzw. wie oft kann und darf ich das Mittel nehmen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Eine längere Einnahmezeit von Schlafmitteln kann zu Toleranzentwicklung und ggf. auch Abhängigkeit führen. Dennoch können Schlafmittel vorübergehend erforderlich und sinnvoll sein. Es ist wichtig, dass eine ... [mehr]Eine längere Einnahmezeit von Schlafmitteln kann zu Toleranzentwicklung und ggf. auch Abhängigkeit führen. Dennoch können Schlafmittel vorübergehend erforderlich und sinnvoll sein. Es ist wichtig, dass eine Schlafmitteleinnahme durch verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ergänzt wird, um eine dauerhafte Einnahme zu vermeiden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LISS:
Ich bin 50 Jahre alt und in den Wechseljahren. Seit einigen Jahren schlafe ich schlecht. Ich wache mehrmals vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Derzeit ist dies stündlich in der Regel zwischen zwei und sieben Uhr, teilweise begleitet von Hitzewallungen, aber nicht immer. Ich habe Bedenken, vom Frauenarzt dann Hormone zu bekommen, außerdem habe ich Myome. Der Schlafmangel bedeutet auch Energieverlust und daher esse ich dann auch nachts, was sich auf mein Gewicht niederschlägt. D.h. ich schlafe sehr wenig und gleiche das mit Essen aus. Was raten sie mir?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Wechseljahrsbedingte Schlafstörungen treten häufig auf, können aber durch die Kombination verschiedener Maßnahmen (Schlafhygiene, Entspannungstechniken und kognitive Techniken) beeinflusst werden. Sie sollten Ihren Partner allerdings nach neu ... [mehr]Wechseljahrsbedingte Schlafstörungen treten häufig auf, können aber durch die Kombination verschiedener Maßnahmen (Schlafhygiene, Entspannungstechniken und kognitive Techniken) beeinflusst werden. Sie sollten Ihren Partner allerdings nach neu aufgetretenem Schnarchen oder unruhigen Beinen befragen. Derartige Störungen werden oft unterschätzt und können die Schlafqualität nachhaltig stören. Ob eine Hormontherapie vertretbar ist, sollte fachärztlich-gynäkologisch beurteilt werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von KATZE:
Haben Alkohol und Nikotin Auswirkungen auf den Schlaf?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Alkohol, Nikotin und auch Koffein sind nachweislich schlafstörende Substanzen und sollten bei entsprechenden Schlafstörungen gemieden werden.

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von MONIKA MONIKA:
Bei meinem Mann habe ich schon öfters beobachtet, dass er beim Schlafen Atemaussetzer hat, als würde er "vergessen" Luft zu holen. Wäre es für ihn sinnvoll, in ein Schlaflabor zu gehen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Aussetzer können ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen und eine Beeinträchtigung des Verhaltens im Straßenverkehr bewirken. Eine Abklärung würde ich dringend empfehlen.

Prof. Dr. phil. Egon Stephan
Prof. Dr. phil. Egon Stephan,
Direktor der Schlafambulanz am Psychologischen Institut der Universität zu Köln. Leiter von Kursen zur Behandlung von Schlafstörungen, die u. a. stressbedingt sind.

Frage von EMIL KOCH:
Seit etwa zehn Jahren leide ich unter Schlafstörungen, die sich im Laufe der Zeit noch verfestigt haben. Einschlafen und Durchschlafen sind nur in begrenztem Umfang möglich. Ich habe immer das Gefühl, überhaupt nicht geschlafen zu haben, weil sich vor meinem geistigen Auge ein Zustand des Wachseins mit realistischen Bildern darstellt. Was kann ich tun?

Antwort von Prof. Dr. phil. Egon Stephan:
Um besser einschlafen zu können, ist es wichtig, auf keinen Fall tagsüber oder abends vor dem Fernseher ein kurzes Nickerchen zu machen. Sie müssen versuchen, auf ... [mehr]Um besser einschlafen zu können, ist es wichtig, auf keinen Fall tagsüber oder abends vor dem Fernseher ein kurzes Nickerchen zu machen. Sie müssen versuchen, auf jeden Fall durchgehend wach zu bleiben. Vielleicht empfiehlt es sich, abends vor dem Fernseher immer wieder einmal aufzustehen und sich zu bewegen, weil Sie dadurch auch ein kurzes Dösen verhindern. Wenn Sie nachts aufwachen, muss Sie das nicht beunruhigen, denn es ist völlig normal am Ende eines Schlafzyklus (Dauer zwischen 50 und 90 Minuten), kurz aufzuwachen. Wenn Sie länger als zwölf Sekunden wach sind, und sich womöglich Sorgen machen, ob Sie wieder einschlafen können, dann erinnern Sie sich daran und bleiben auch wegen der Sorgen, ob Sie wieder einschlafen können, wach. Für Ihre "realistischen Bilder" sollten Sie sich tagsüber ein Thema überlegen, über das Sie gerne nachdenken und das Sie entspannt (Wohnung einrichten, Urlaubserinnerungen oder ähnliches). [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von PAUL POTT:
Welche Folgen hat ein dauerhafter Schlafmangel für den Körper und ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Dauerhafter Schlafmangel fördert das Auftreten von Depressivität und Angststörungen. Dennoch werden die vorübergehenden Folgen von Schlafmangel von den Betroffenen oft überschätzt. Es ist daher wichtig, zielorientiert ... [mehr]Dauerhafter Schlafmangel fördert das Auftreten von Depressivität und Angststörungen. Dennoch werden die vorübergehenden Folgen von Schlafmangel von den Betroffenen oft überschätzt. Es ist daher wichtig, zielorientiert die Auslöser der Schlafstörungen, die psychischer aber auch organischer Ursache sein können, zu identifizieren und zu behandeln. Dauert eine Schlafstörung länger als sechs Wochen an, sollte ein Arzt konsultiert werden. [weniger]

Dr. med. Lennart Knaack
Dr. med. Lennart Knaack,
Arzt und Somnologe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), seit 2011 Mitinhaber von „Intersom“ – Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung – in Köln.

Frage von LUCIA M:
Ich bin mit 52 Jahren jetzt mitten in den Wechseljahren und schlafe seit mehreren Wochen nicht mehr durch. Gibt es ein einfaches Rezept, wie ich dies in Griff bekommen könnte?

Antwort von Dr. med. Lennart Knaack:
Hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren können das Schlafverhalten verschlechtern. Zudem treten vermehrt Schnarchen und Atmungsstörungen in dieser Lebensphase auf. Eine ausreichende Schlafhygiene, regelmäßige Schlafzeiten sowie verhaltenstherapeutische ... [mehr]Hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren können das Schlafverhalten verschlechtern. Zudem treten vermehrt Schnarchen und Atmungsstörungen in dieser Lebensphase auf. Eine ausreichende Schlafhygiene, regelmäßige Schlafzeiten sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen können den Schlaf verbessern. Gegebenenfalls ist ein Schlafapnoe-Screening erforderlich. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, wir danken Ihnen für die Teilnahme. Leider konnten wir heute nicht alle Fragen beantworten, wir hoffen aber, dass Sie Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche beantwortet vorgefunden haben. Für heute verabschieden wir uns von Ihnen und wünschen einen schönen Abend. Bis zum nächsten Mal.