11.09.2014:

Rauchentwöhnung

Hilft die E-Zigarette wirklich beim Nikotinentzug?

Sie möchten mit dem Rauchen aufhören?
Sie fragen sich, welche Methode dabei die Erfolgreichste ist?
Sind E-Zigaretten und Wasserpfeifen wirklich ungefährlich für die Gesundheit


Schluss mit dem Rauchen! Welche Methoden und Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung gibt es und welche sind für wen geeignet? Was tun bei einem Rückfall? Wie verhindert man die Gewichtszunahme nach dem Aufhören? Funktioniert die „Schlusspunkt-Methode“ am besten, also von einem Tag auf den andern aufzuhören? Wie sind die Erfolgsaussichten mit Rauchfrei-Programmen und Nichtraucher-Kursen, was ist mit Verhaltenstherapien oder medikamentösen Therapien, wie wirkt Hypnose und Akupunktur? Können Nikotinpflaster bei der Entwöhnung hilfreich sein? Können E-Zigaretten oder Wasserpfeifen Nichtraucher zum Rauchen animieren? Wer am Leben hängt, sollte den Glimmstängel am besten sofort wegwerfen. So sterben Schätzungen zufolge in jedem Jahr 140.000 Bundesbürger an den Folgen des Tabakkonsums. Und ganz nebenbei und nicht zu vergessen: das Aufhören kann nicht nur gesundheitliche, sondern auch gleich mehrere finanzielle Vorteile haben. Erstens spart man sich das schöne Geld für die Glimmstängel, und zweitens zahlt man bei vielen Versicherungen, etwa bei der Risikolebensversicherung, deutlich geringere Beiträge als ein Raucher. Können Ex-Raucher bei Bestandsverträgen in günstige Nicht-Rauchertarife wechseln? Muss man seiner Versicherung sofort mitteilen, wenn man etwa rückfällig wird?

Chat-Protokoll

Moderator:
Herzlich willkommen beim heutigen Chat zum Thema "Rauchentwöhnung". Wir freuen uns auf Ihre Fragen, wir sind bereit!

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von SANDRA:
Ich habe mit meinem Mann den Glimmstängeln abgeschworen. Er hat seither keine Gewichtsprobleme, ich allerdings schon. Macht das Geschlecht in dieser Hinsicht einen Unterschied? Und haben Sie einen Rat, wie ich die Pfunde wieder los werde?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Leider nehmen Frauen eher zu, wenn der giftige Zigarettenrauch nicht mehr inhaliert wird. Bewegung ist gesund und kann etwas helfen. Es ist für Ihre Gesundheit auf ... [mehr]Leider nehmen Frauen eher zu, wenn der giftige Zigarettenrauch nicht mehr inhaliert wird. Bewegung ist gesund und kann etwas helfen. Es ist für Ihre Gesundheit auf jeden Fall besser, Sie nehmen zu, als dass Sie wieder rauchen. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von KADETT:
Ich bin seit ca. 40 Jahren Raucher und möchte natürlich auch damit aufhören. Wie funktioniert das mit der Hypnose und wen können sie dazu empfehlen?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein ... [mehr]Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein erfahrener Hypnotherapeut tätig wird. Sie werden wohl nicht darum herum kommen, in Ihrer Region nach guten Empfehlungen zu suchen. [weniger]

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HANS B.:
Muss ich meiner Lebensversicherung sofort melden, wenn ich vom Nichtraucher zum Gelegenheitsraucher geworden bin. Beim Abschluss habe ich natürlich noch angegeben, dass ich Nichtraucher bin. Was kann passieren, kann mir die Versicherung jetzt sogar kündigen?

Antwort von Verena Meyer:
Der Beitrag für einen Nichtraucher ist günstiger als für einen Raucher. Sobald Sie das Rauchen anfangen, muss die Versicherung darüber informiert werden. Ganz selten kann es ... [mehr]Der Beitrag für einen Nichtraucher ist günstiger als für einen Raucher. Sobald Sie das Rauchen anfangen, muss die Versicherung darüber informiert werden. Ganz selten kann es bei bestimmten Kombinationen von Ereignissen - in Verbindung mit Vorkrankheiten - dazu kommen, dass die Versicherung den Vertrag kündigt. Soweit die Versicherung während der Vertragslaufzeit mitbekommt, dass Sie das Rauchen angefangen haben, kann diese gegebenenfalls einen Ergänzungsbeitrag erheben beziehungsweise rückwirkend die Beiträge einfordern. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von DEVASSA:
Im Tabakrauch sind bekanntlich mehrere tausend Schadstoffe, wovon einige hundert nachweislich krebserregend sind. Im Liquid, das verdampft wird, sind Propylenglykol, vegetable Glycerin, Aroma und Blackberry-Nikotin. Kann ein Lungenfacharzt mit ruhigem Gewissen etwas kritisieren beziehungsweise nicht befürworten, das um ein vielfaches weniger Schadstoffe enthält als Tabakzigaretten?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Das Nikotin ist der Suchtfaktor, der den Raucher bei der Zigarette hält. Die gesundheitsgefährdenden Gifte stammen aus der Verbrennung des Tabaks. Die Stoffe aus dem Dampf ... [mehr]Das Nikotin ist der Suchtfaktor, der den Raucher bei der Zigarette hält. Die gesundheitsgefährdenden Gifte stammen aus der Verbrennung des Tabaks. Die Stoffe aus dem Dampf der E-Zigarette erreichen das extreme Giftpotenzial des Zigarettenrauches mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Wenn nur Nikotin richtig dosiert verabreicht wird, ist nicht mit den Tabak-Folgekrankheiten Lungenkrebs, COPD und Herzinfarkt zu rechnen. So gesehen kann im Einzelfall die E-Zigarette als "zweitbeste Lösung" eingesetzt werden, wenn eine regelrechte Entwöhnung nicht realistisch zu erwarten ist. [weniger]

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von TOM:
Bis vor 4 Jahren war ich starker Raucher mit etwa 35 Zigaretten am Tag. Seit 2011 bediene ich mich der E-Zigarette, ohne weitere Zigaretten. Gelte ich versicherungstechnisch als Raucher oder als Nichtraucher und warum? Hintergrund: Bei der Vorabbefragung zu einer OP (vor 2 Jahren) hat mich der Arzt als Nichtraucher eingetragen.

Antwort von Verena Meyer:
Bei uns gelten Sie als Raucher einer E-Zigarette als Raucher. Es wird bei uns in der versicherungsmedizinischen Prüfung kein Unterschied zwischen E-Zigarette und Tabak-Zigarette gemacht. Angesichts ... [mehr]Bei uns gelten Sie als Raucher einer E-Zigarette als Raucher. Es wird bei uns in der versicherungsmedizinischen Prüfung kein Unterschied zwischen E-Zigarette und Tabak-Zigarette gemacht. Angesichts fehlender Regulierungen gibt es derzeit kaum eine Möglichkeit, die Auswirkungen auf die Gesundheit zu überprüfen. Mangels ausführlicher Langzeitstudien und zu den Konsequenzen des Konsums bekommen Konsumenten von E-Zigaretten demnach Raucher-Verträge. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von DAGOBERT:
Werden Hilfsmittel wie etwa das Nikotinpflaster von der Kasse bezahlt oder muss ich alles aus eigener Tasche zahlen, wenn ich Nichtraucher werden will?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Leider zahlen die Kassen in der Regel nicht. Je nach Schwere der Erkrankung werden jedoch Ausnahmen gemacht.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von CARO:
Ich bin ein ganz schwerer Fall und versuche mir eigentlich schon seit über 20 Jahren das Rauchen abzugewöhnen. Und das fast täglich! Dieses Thema bestimmt mein Leben und raubt mir fast meine komplette Lebensenergie. Ersatz-"Medikamente" halfen auch nur vorübergehend. Habe schon vor Jahren ein Seminar besucht und auch Hypnose anwenden lassen. Nun habe ich im November einen Termin bei einem Heilpraktiker, der die Sucht "bespricht". Was halten Sie davon?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Zunächst für Sie die gute Nachricht: Je öfter Sie die Entwöhnung versucht haben - und rückfällig geworden sind -, desto wahrscheinlicher werden Sie beim nächsten Mal ... [mehr]Zunächst für Sie die gute Nachricht: Je öfter Sie die Entwöhnung versucht haben - und rückfällig geworden sind -, desto wahrscheinlicher werden Sie beim nächsten Mal endgültig Erfolg haben. Grundsätzlich ist die Kombination aus Verhaltenstherapie - Gruppenkurs - und unterstützender Medikation am besten dann, wenn sie durch einen Heilpraktiker angewandt wird. Erfahrungsmedizinische Methoden wie Akupunktur, Bioresonanz, Homöopathie etc. haben sich nicht bewährt und es konnte kein wissenschaftlicher Beweis für ihre Wirksamkeit gefunden werden. Vielleicht sollten Sie einen in der Entwöhnung erfahrenen Psychologen kontaktieren und bei ihm speziellen Rat suchen. Wichtig ist dabei, dass Sie den Kontakt zu ihm persönlich als gut empfinden. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von MELISSA:
Sollten sich Raucher öfter einem Gesundheitscheck unterziehen als Nichtraucher? Und muss ich dann solche Checks selbst bezahlen?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Ja - es ist sinnvoll, sich bei längerem Rauchen öfter untersuchen zu lassen. Dabei geht es vor allem um die Lunge und das Herz. Lungenkrebs, ... [mehr]Ja - es ist sinnvoll, sich bei längerem Rauchen öfter untersuchen zu lassen. Dabei geht es vor allem um die Lunge und das Herz. Lungenkrebs, Lungenemphysem/COPD und Herzinfarkt/KHK treten bei Rauchern sehr viel häufiger auf. Welche Untersuchungen bei Ihnen notwendig sind, kann Ihnen beispielsweise Ihr Lungenarzt sagen, Sie finden ihn in Ihrer Region beispielsweise unter www.lungenatlas.de. In der Regel werden die Untersuchungen abhängig von Ihren Symptomen von der Krankenkasse getragen. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von THOMMY:
Sind Medikamente, die den Zigarettenentzug lindern sollen, gesundheitsschädlich?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Der Schaden durch das Rauchen ist um ein Vielfaches höher als die je nach Substanz selten auftretenden, geringen Nebenwirkungen.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von GRUENWEISS:
Ich hatte einige gute Vorsätze gefasst und zum Beispiel mit dem Rauchen aufgehört. Gleichzeitig habe ich meine Versicherungen neu sortiert und eine Risikolebensversicherung zum Schutz meiner Familie abgeschlossen und dabei natürlich den günstigen Nichtrauchertarif gewählt. Nun bin ich beim Rauchen rückfällig geworden. Muss ich das der Versicherung sofort melden oder kann ich warten, ob ich vielleicht doch noch die Kurve kriege?

Antwort von Verena Meyer:
Sobald Sie das Rauchen wieder angefangen haben, müssen Sie es Ihrer Versicherung melden. Sie gelten erst dann wieder als Nichtraucher, wenn Sie zwölf Monate lang keinen ... [mehr]Sobald Sie das Rauchen wieder angefangen haben, müssen Sie es Ihrer Versicherung melden. Sie gelten erst dann wieder als Nichtraucher, wenn Sie zwölf Monate lang keinen Tabak konsumieren, dann haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vertrag wieder umzustellen. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von BUTTERFLY:
ich möchte schon lange mit dem Rauchen aufhören, aber man hört immer wieder, dass man dann zunimmt. Wie kann ich eine Gewichtszunahme verhindern?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Bewegung und Medikamente zur Tabakentwöhnung können hilfreich sein.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von P*P*:
Wie stehen Sie zur Alternative E-Zigarette, durch die man die schädlichen Bestandteile der herkömmlichen Tabak-Zigaretten vermeiden könnte?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
In der E-Zigarette werden flüssige Lösungen, die Nikotin- und Geschmacksstoffe enthalten, erwärmt, verdampft und vom Anwender eingeatmet. Ein Einsatz zur Entwöhnung kann erwogen werden, wenn die ... [mehr]In der E-Zigarette werden flüssige Lösungen, die Nikotin- und Geschmacksstoffe enthalten, erwärmt, verdampft und vom Anwender eingeatmet. Ein Einsatz zur Entwöhnung kann erwogen werden, wenn die regelrechte wissenschaftlich abgesicherte Tabakentwöhnung - kombinierte Behandlung aus Verhaltenstherapie mit medikamentöser Unterstützung - keine realistische Erfolgsaussicht zeigt. Grundsätzlich sollte aber das Ziel eines kompletten Rauchstopps und des kompletten Nikotinverzichts die vorrangige Behandlungsstrategie sein. [weniger]

Dr. Thomas Hering
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Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von CEM:
Habe mir das Rauchen seit kurzem abgewöhnt. Am Wochenende gehe ich aber gerne mal mit Freunden in eine Shisha-Bar. Kann mich die Wasserpfeife wieder zum Rauchen animieren oder steht das in keinem direkten Zusammenhang?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Sie können stolz sein, dass Sie den Rauchstopp geschafft haben. Auch die Shisha birgt ein Rückfallrisiko zum Rauchen: Deswegen rate ich Ihnen davon ab!

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NORDLICHT53:
Wann genau gelte ich für die Versicherung als Nichtraucher?

Antwort von Verena Meyer:
Wenn Sie innerhalb der letzten zwölf Monaten keinen Tabak konsumiert haben, gelten Sie bei uns als Nichtraucher.

Moderator:
Lieber Leser, dieser Chat zum Thema "Rauchentwöhnung" ist moderiert: Alle Fragen werden zunächst an einen Moderator geschickt, der je nach Teilnehmerzahl alle oder die interessantesten Fragen zur Beantwortung online stellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir bei großem Andrang zunächst Fragen beantworten lassen, die für die Mehrzahl der User interessant sein dürften.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von DIETER:
Welche Online-Händler sind bei der Lieferung von Medikamenten zur Linderung des Nikotin-Entzugs vertrauenswürdig?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Online sind nur die frei verkäuflichen Nikotinersatzprodukte wie etwa Pflaster oder Kaugummi zu bekommen. Vareniclin und Bupropion sind rezeptpflichtig. Bei der Auswahl der Händler kann ich ... [mehr]Online sind nur die frei verkäuflichen Nikotinersatzprodukte wie etwa Pflaster oder Kaugummi zu bekommen. Vareniclin und Bupropion sind rezeptpflichtig. Bei der Auswahl der Händler kann ich Ihnen leider keine Unterstützung bieten. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von RICCARDA:
Meine Mutter raucht viel. Ich möchte sie schon länger zu einer Verhaltenstherapie bewegen. Auf Nachfrage wurde ich dort jedoch sofort wieder abgewiesen. Man dürfe erst ab einer bestimmten Menge Zigaretten pro Tag dort teilnehmen. Kann das sein?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Die Erfolgsaussichten der Abstinenz sind geringer, wenn der Suchtgrad und der tägliche Konsum hoch sind. Aber eine Abweisung zur Verhaltenstherapie lässt sich aus zu hohem Konsum ... [mehr]Die Erfolgsaussichten der Abstinenz sind geringer, wenn der Suchtgrad und der tägliche Konsum hoch sind. Aber eine Abweisung zur Verhaltenstherapie lässt sich aus zu hohem Konsum eigentlich nicht begründen. Die Intensität der Verhaltenstherapie sollte in einem solchen Fall höher angesetzt werden. Erfolgreicher wird Ihre Mutter unter dem begleitenden medikamentösen Schutz mit Nikotinersatz oder anderen Medikamenten wie Vareniclin (Handelsname Champix(R)) oder Bupropion (Handelsname Zyban(R)) sein. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von ULLLI:
Steht Lungenkrebs immer in einem direkten Zusammenhang mit dem Rauchen oder könnte es jeden treffen?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Es trifft in der Tat fast nur Raucher. Allerdings sind auch Passivraucher betroffen.

Verena Meyer
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Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von LUAN:
Benötige ich bei meiner Versicherung einen ärztlichen Nachweis, wenn ich mit dem Rauchen aufgehört habe?

Antwort von Verena Meyer:
Ein ärztlicher Nachweis ist bei uns nicht notwendig. Am besten fragen Sie bei Ihrer Gesellschaft nach.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von SMOKY:
Welche Entzugserscheinungen kommen bei einem Nikotinentzug auf mich zu? Ich bin seit Jahren Kettenraucherin und möchte aufhören.

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Entzugserscheinungen hängen vom Grad der Sucht ab. Wenn Sie viel rauchen, wird Ihr Suchtgrad eher hoch sein. Wenn Sie Nikotin dann weglassen, müssen Sie mit Nervosität, ... [mehr]Entzugserscheinungen hängen vom Grad der Sucht ab. Wenn Sie viel rauchen, wird Ihr Suchtgrad eher hoch sein. Wenn Sie Nikotin dann weglassen, müssen Sie mit Nervosität, Reizbarkeit, Heißhunger, Konzentrationsmangel und Depressivität rechnen. Die Entwöhnung fällt in dieser Situation leichter, wenn in den ersten Wochen und Monaten des Umlernens vom Raucher zum Nichtraucher - also einer Neukonditionierung -reines Nikotin gegeben wird oder ähnlich wirksame Medikamente wie Vareniclin oder Bupropion verabreicht werden, um die Entzugserscheinungen zu dämpfen. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von SELIO:
Kann ich mein Übergewicht senken, wenn ich nur hin und wieder zur Zigarette greife?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Nein, Sie sollten keinesfalls versuchen, das Gewicht durch Rauchen zu reduzieren. Rauchen erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und viele andere Erkrankungen wie Diabetes.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von LüDIA:
Ich war jahrelanger Raucher und habe nun Probleme mit der Atmung. Meiner Krankenkasse habe ich das nie gemeldet. Soll ich zum Arzt gehen oder bleibe ich auf allen Kosten sitzen?

Antwort von Verena Meyer:
Da eine Krankenkasse keine Gesundheitsprüfung durchführt, werden die Kosten der Behandlung im Rahmen des Sozialgesetzbuchs V übernommen.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von KESSI:
Ich habe eine Frage zum Dampfen von E-Zigaretten. Dadurch ergab sich mir eine Möglichkeit, von der Zigarette wegzukommen, da mir das Aufhören vorher sehr schwer fiel. Warum will die WHO das Dampfen denn so streng regulieren? Ist die E-Zigarette auch gefährlich? Entscheidend ist doch, dass die krebserregenden Substanzen aus dem Tabakrauch vermieden werden, oder was meinen Sie?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Tabakzigarette: Der Raucher atmet aus dem verbrannten Tabak ein Gemisch aus etwa 4.500 Substanzen ein, von denen 450 als giftig beziehungsweise krebserzeugend identifiziert sind. Eine ... [mehr]Tabakzigarette: Der Raucher atmet aus dem verbrannten Tabak ein Gemisch aus etwa 4.500 Substanzen ein, von denen 450 als giftig beziehungsweise krebserzeugend identifiziert sind. Eine Sonderstellung nimmt im Tabakrauch das Nikotin ein, das eine geringe Organschädigung - keine Schädigung der Lunge, keine krebserzeugende Wirkung - hat, jedoch eine starke Sucht-Droge ist. Nach diesem Nikotin strebt der Raucher, wenn er immer wieder eine Zigarette anzündet. E-Zigarette: In der E-Zigarette wird eine Lösung, die Nikotin und gegebenenfalls Geschmacksstoffe enthält, nicht verbrannt, sondern verdampft. Der Konsument inhaliert den Dampf und erhält das von ihm gewünschte Nikotin. Die Beimengung an gefährlichen Giftstoffen und krebserzeugenden Stoffen ist weitaus geringer als bei der Tabakzigarette. In der zusammenfassenden Bewertung der Wirkung auf die Atmungsorgane schneidet die E-Zigarette günstiger ab. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von HANSGEORG:
Sämtliche Nikotinersatzstoffe haben bei mir nicht gewirkt, ich wurde imme wieder rückfällig. Was gibt es noch für Möglichkeiten, außer Pflaster, Kaugummis etc.?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Die Rolle der Medikamente wie Nikotinersatz spielen bei der Entwöhnung eine unterstützende Rolle. Entscheidend ist das "Umlernen" vom Raucher zum Nichtraucher. Das geht unter dem begleitenden ... [mehr]Die Rolle der Medikamente wie Nikotinersatz spielen bei der Entwöhnung eine unterstützende Rolle. Entscheidend ist das "Umlernen" vom Raucher zum Nichtraucher. Das geht unter dem begleitenden medikamentösen Schutz mit Nikotinersatz oder anderen Medikamenten wie Vareniclin (Handelsname Champix(R)) oder Bupropion (Handelsname Zyban(R)) deutlich leichter. Eine Medikamententherapie alleine ohne das Training zum "Umlernen zum Nichtrauchen" ist nicht zu empfehlen. [weniger]

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von KERSTIN:
Bei welchen Versicherungen gibt es grundsätzlich finanzielle Vorteile für Nichtraucher?

Antwort von Verena Meyer:
Bei Risiko-Lebensversicherungen mit Gesundheitsfragen erhalten Sie bei der Angabe "Nichtraucher" einen günstigeren Beitrag, als wenn Sie Raucher wären. Die Gesundheitsfragen dienen dazu, Ihr persönliches Risiko einzuschätzen. ... [mehr]Bei Risiko-Lebensversicherungen mit Gesundheitsfragen erhalten Sie bei der Angabe "Nichtraucher" einen günstigeren Beitrag, als wenn Sie Raucher wären. Die Gesundheitsfragen dienen dazu, Ihr persönliches Risiko einzuschätzen. Als Nichtraucher ist das Todesfallrisiko weitaus geringer als bei Rauchern. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von KüSTENDAMPFER-WISMAR:
Inwieweit werden die beim Dampfen verwendeten Aromen, die bekanntlich aus der Lebensmittelzubereitung stammen, von den Herstellern untersucht beziehungsweise durch Labors auf Lungengefährdung untersucht?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Diese von Ihnen angesprochenen Untersuchungen von Zusatzstoffen stehen größtenteils noch aus. Deswegen können hier bisher nur Vermutungen ausgesprochen werden. Diese gehen aber dahin, dass die Zusatzstoffe ... [mehr]Diese von Ihnen angesprochenen Untersuchungen von Zusatzstoffen stehen größtenteils noch aus. Deswegen können hier bisher nur Vermutungen ausgesprochen werden. Diese gehen aber dahin, dass die Zusatzstoffe der E-Zigarette des extreme Giftpotenzial des Zigarettenrauches nicht erreichen. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von HEIMCHEN:
Wie beurteilen Sie die Nikotin-Tabaksucht ohne Rauch? Wie etwa bei Snus-Schnupf-Kautabak? Was für Stoffe inhaliere ich und welche Abhängigkeiten beziehungsweise Süchte entstehen beim Rauchen von Kräuterzigaretten? Was unterscheidet das Nikotin aus den Nikotinersatzpräparaten, die als weder krebserregend noch süchtig machend sind und von Ärzten empfohlen werden, von dem Nikotin aus den E-Zigaretten?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Die einzig ungefährliche Methode, Nikotin zur Tabakentwöhnung zu nutzen, sind die in der Apotheke erhältlichen Produkte wie Pflaster oder Inhalatoren.

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von PHIL:
In meiner Apotheke habe ich von dem Wirkstoff Bupropion zur Raucherentwöhnung erfahren. Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten, wenn ich dies einnehme und bezahlt mir das die Krankenkasse?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Varenicline wird heute eher empfohlen. Ein Arzt muss es verschreiben und Sie müssen leider selbst zahlen.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von HARIBO:
Mich würde mal ein fiktiver Fall interessieren. Jemand schließt eine Risikolebensversicherung zum Nichtrauchertarif ab. Zwischenzeitlich beginnt die Person mit dem Rauchen, dann hört sie wieder auf. Dann stirbt sie an Lungenkrebs. Wird die Versicherung dann die Auszahlung der Risikolebensversicherung verweigern, weil das zwischenzeitliche Rauchen der Versicherung nicht gemeldet wurde? Und was wäre, wenn die Person nicht an Lungenkrebs, sondern an einem Unfall gestorben wäre?

Antwort von Verena Meyer:
Die Frage ist, weshalb der Versicherte verstirbt. Sollte der Lungenkrebs aufgrund des Rauchens aufgetreten sein und hat der Versicherte vorsätzlich das Rauchen der Versicherung verschwiegen, ist ... [mehr]Die Frage ist, weshalb der Versicherte verstirbt. Sollte der Lungenkrebs aufgrund des Rauchens aufgetreten sein und hat der Versicherte vorsätzlich das Rauchen der Versicherung verschwiegen, ist der Versicherer für diesen Versicherungsfall von der Leistung befreit. Sollte der versicherte Kunde aufgrund eines Unfalls oder einer anderen Krankheit versterben, muss die Versicherung leisten. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von DUTCHMAN48:
Ich, 65 Jahre alt, seit meinem 15. Lebensjahr Raucher, habe zweimal versucht, durch Hypnose vom Rauchen weg zu kommen, hat jeweils nicht geklappt. Ich notiere mir jetzt jede Zigarette, und habe meinen Konsum von 20 Zigaretten und 5 Zigarillos auf die Hälfte zurückschrauben können. Die zwischenzeitlichen Suchtanfälle überbrücke ich mit einer nikotinfreien E-Zigarette. Gibt es noch andere Methoden, endlich rauchfrei zu werden?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Zunächst Gratulation: Sie haben schon ein sehr gutes Stück des Weges zum Nichtrauchen geschafft. Sie hätten sicher gute Chancen für die Dauerabstinenz, wenn Sie durch Verhaltenstherapie ... [mehr]Zunächst Gratulation: Sie haben schon ein sehr gutes Stück des Weges zum Nichtrauchen geschafft. Sie hätten sicher gute Chancen für die Dauerabstinenz, wenn Sie durch Verhaltenstherapie lernen, mit den Rauchanreizen und Rückfallimpulsen fertig zu werden. Das geht unter dem begleitenden medikamentösen Schutz mit Nikotinersatz oder anderen Medikamenten wie Vareniclin (Handelsname Champix(R)) oder Bupropion (Handelsname Zyban(R)) deutlich leichter. Verhaltenstherapie wird am erfolgreichsten in Gruppenkursen mit sechs bis zwölf Teilnehmern in drei bis fünf Kursterminen durchgeführt. Die Preise liegen je nach Anbieter und Region zwischen 200 und 400 Euro für einen Kurs. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von ACHIM:
Wie beurteilen Sie die Inhaltsstoffe der E-Zigaretten-Liquids, die seit Jahrzehnten hektoliterweise von Nebelmaschinen in Theatern und Diskotheken verdampft werden? Und warum gibt es bei diesen offenen Systemen mit bis zu 20 Litern Vorratskanistern keine Kontrolle und Beschränkung der Inhaltsstoffe, obwohl beispielsweise bei "Disney on Ice" selbst Kleinkinder annähernd vier Stunden im dichten Nebelteppich sitzen?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Sie haben vollkommen Recht. Eine Gesundheitsgefährdung kann bestehen. Die lokalen Gesundheitsämter sollten kontrollieren.

Dr. Thomas Hering
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Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von FRANCO:
Nikotinersatzstoffe sind ja meist rezeptfrei zu erhalten. Leider wirken sie bei mir nicht. Ich habe schon alles möglich ausprobiert. Welche Alternativen können Sie mir empfehlen?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Die Rolle der Medikamente wie Nikotinersatz spielen bei der Entwöhnung eine unterstützende Rolle. Entscheidend ist das "Umlernen" vom Raucher zum Nichtraucher. Das geht unter dem begleitenden ... [mehr]Die Rolle der Medikamente wie Nikotinersatz spielen bei der Entwöhnung eine unterstützende Rolle. Entscheidend ist das "Umlernen" vom Raucher zum Nichtraucher. Das geht unter dem begleitenden medikamentösen Schutz mit Nikotinersatz oder anderen Medikamenten wie Vareniclin (Handelsname Champix(R)) oder Bupropion (Handelsname Zyban(R)) deutlich leichter. Medikamententherapie alleine ohne das Training zum "Umlernen zum Nichtrauchen" ist nicht zu empfehlen. [weniger]

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von MABURGER:
Ich besitze seit 15 Jahren eine Risikolebensversicherung und bin seit einem halben Jahr Nichtraucher. Kann ich als Ex-Raucher bei einem solchen Bestandsvertrag jetzt in den günstigen Nicht-Rauchertarif wechseln?

Antwort von Verena Meyer:
Im Normalfall gilt man als Nichtraucher, wenn man in den letzten zwölf Monaten keinen Tabak konsumiert hat. Sobald Sie diese Zeit geschafft haben, können Sie einen ... [mehr]Im Normalfall gilt man als Nichtraucher, wenn man in den letzten zwölf Monaten keinen Tabak konsumiert hat. Sobald Sie diese Zeit geschafft haben, können Sie einen Wechsel in einen Nichtraucher-Tarif verlangen. Bei uns erhalten die Kunden eine sogenannte "Nichtraucher-Erklärung". Nach Zurücksenden dieser wird der Vertrag auf einen Nichtraucher-Tarif umgestellt. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von SPIDERMAN02:
Mein Sohn (30) raucht seit etwa 15 Jahren. Aus meiner Sicht sollte er aus Verantwortung gegenüber seinem Körper und seiner Familie aufhören zu rauchen. Wie kann ich ihn dazu bewegen?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Mit hoher Wahrscheinlichkeit weiss Ihr Sohn Bescheid über die Gefahren des Rauchens und ist gespalten, also ambivalent. Einerseits möchte er weiter rauchen, andererseits möchte er aufhören. ... [mehr]Mit hoher Wahrscheinlichkeit weiss Ihr Sohn Bescheid über die Gefahren des Rauchens und ist gespalten, also ambivalent. Einerseits möchte er weiter rauchen, andererseits möchte er aufhören. Fragen Sie Ihn einfach zum Beispiels: "Was wäre dein stärkstes Motiv zum Aufhören, wenn du aufhören würdest ...?" Indem er diese Frage beantwortet, motiviert er sich selbst, einen Schritt in Richtung Rauchstopp zu machen. Ein nächster Schritt wäre dann das Angebot professioneller Information über Tabakentwöhnung - also Verhaltenstherapie und Begleitung mit Nikotinersatz, Vareniclin oder Bupropion. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von LILO:
Ich habe meinen Zigarettenkonsum auf zwei bis drei Zigaretten am Tag eingeschränkt, aber diese Zigaretten genieße ich sehr. Mein Mann legt mir immer wieder nahe, doch ganz aufzuhören wegen der Gesundheit, dabei geht es mir blendend, ich bin fit und habe auch keinerlei Probleme mit dem Atmen. War meinen Sie, sind zwei bis drei Zigaretten pro Tag noch ok?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Grundsätzlich sinkt mit dem Konsum die Gesundheitsgefährdung, aber der komplette Verzicht ist mit Abstand gesünder als ein noch so geringer Konsum. Vielleicht kann Ihr Hausarzt Ihre ... [mehr]Grundsätzlich sinkt mit dem Konsum die Gesundheitsgefährdung, aber der komplette Verzicht ist mit Abstand gesünder als ein noch so geringer Konsum. Vielleicht kann Ihr Hausarzt Ihre persönlichen Risiken mit Ihnen besprechen und Sie dann individuell beraten? [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von BEATAR:
Hat man als Gelegenheitsraucher die gleichen gesundheitlichen Probleme zu erwarten wie ein dauerhafter Raucher?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Leider kann auch ein geringer Tabakkonsum fatale Ereignisse wie einen Herzinfarkt auslösen.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von CLAUDIA:
Meine Tochter (16 Jahre) möchte unbedingt eine E-Zigarette. In ihrem Freundeskreis ist geradezu ein Trend ausgebrochen. Ab welchem Alter ist das in Deutschland überhaupt legal?

Antwort von Verena Meyer:
Im Web findet man dazu sehr viel unterschiedliche Antworten. Laut BR.de ist es bislang nicht untersagt, E-Zigaretten an unter 18-Jährige zu verkaufen. Link: http://www.br.de/nachrichten/huml-ezigarette-100.html

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Frage von GüNTHER:
Auf dem Markt gibt es so viele verschiedene Mittel, die einem helfen sollen, mit dem Rauchen aufzuhören. Womit habe ich die besten Erfolgschancen?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Nach aktuellen Studien sind Champix und Nikotinersatzprodukte die wirksamste Therapie.

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von SHEGGO:
Inwiefern können mir Nikotinpflaster dabei helfen,mit dem Rauchen aufzuhören? Ist es nicht besser, ganz auf Nikotin zu verzichten?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Nikotinpflaster verdoppeln die Chance, dass Sie rauchfrei werden und werden daher empfohlen.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von KLAUS:
Wenn ich Raucher bin und eventuell mal an Lungenkrebs erkranke, bezahlt dann meine Krankenkasse trotzdem die Behandlung oder muss ich dann selbst dafür aufkommen?

Antwort von Verena Meyer:
Da die Krankenkasse keine Gesundheitsprüfung durchführt, werden die Behandlungen im Rahmen des Sozialgesetzbuchs V übernommen.

Dr. Thomas Hering
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Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von MANNA:
Raucherin seit 45 Jahren. Stetiges Abhusten, häufig Bronchitis, Halsschmerzen. Meine Ärztin ist informiert, dass ich aufhören will, wir sind im Gespräch. Ich bevorzuge nicht die "Schlusspunkt"-Methode", sondern den langsamen Ausstieg. Klappt bis jetzt ganz gut. Frage: Wie ist Ihre Meinung zu Hypnose? Ich würde mich gerne davon unterstützen lassen.

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein ... [mehr]Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein erfahrener Hypnotherapeut tätig wird. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von VIVOTE:
Aufgehört mit der Schlusspunkt-Methode. Nach zehn Wochen Rückfall. Nach Rauchstopp anfänglich keine Probleme. Dann starke Aggressionen, schlechte Laune und Rheumaschübe. Leide unter Depressionen, die mit Antidepressiva behandelt werden. "Nikotin als Medikament". Jetzt rauche ich bis vier Zigaretten am Tag. Was könnte mir helfen, dass mir ein Rauchstopp gelingt? Eine Verhaltenstherapie schließe ich aus.

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
In Ihrer Situation gelingt eine Entwöhnung viel besser, wenn Sie beispielsweise Champix nehmen oder eine Nikotinersatztherapie absolvieren.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NADJA:
Bei welchen Versicherungen können Nichtraucher günstigere Alternativen in Anspruch nehmen und wie kann ich diese günstigeren Tarife beantragen?

Antwort von Verena Meyer:
Soweit eine Risikolebensversicherung mit Gesundheitsfragen abgeschlossen wird, werden Nichtraucher generell mit einem günstigeren Beitrag eingestuft. Der Grund ist, dass das Risiko Rauchen eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit mit ... [mehr]Soweit eine Risikolebensversicherung mit Gesundheitsfragen abgeschlossen wird, werden Nichtraucher generell mit einem günstigeren Beitrag eingestuft. Der Grund ist, dass das Risiko Rauchen eine höhere Sterbewahrscheinlichkeit mit sich bringt. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von HARRY:
Meine Freundin schwört auf Akupunktur zur Rauchentwöhnung. Da das relativ teuer ist, möchte ich gerne wissen, ob das nur Hokuspokus ist oder tatsächlich hilft?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Akupunktur bei der Tabakentwöhnnung konnten bisher nicht erbracht werden.

Dr. Thomas Hering
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Frage von COOKIE:
Ich weiß genau, dass ich es alleine nicht schaffe, den Glimmstängel beiseite zu legen. Wo finde ich Untersützung?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Sie sollten sich persönlichen Expertenrat suchen. Ärzte, die zur Tabakentwöhnung in Ihrer Region zur Verfügung stehen, finden Sie beispielsweise unter www.lungenatlas.de.

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von WALDEMAR:
Ich habe vor kurzem von einer Infusionstherapie zur Rauchentwöhnung gelesen. Wie funktioniert das genau und wo kann ich das ausprobieren?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Die Wirksamkeit dieser Therapie ist nicht belegt. Daher sollten Sie die geprüften Therapien wie Nikotinpflaster oder Inhaler aus der Apotheke nutzen.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von M.K.:
Gelte ich für die Versicherung als Nichtraucher, wenn ich - statt zu rauchen - eine sogenannte E-Zigarette nutze? Per Definition ist Rauchen ja das Verbrennen von Tabakpflanzenbestandteilen und das Einatmen des aus der Verbrennung entstehenden Rauches. Demnach wäre ich mit der E-Zigarette Nichtraucher...

Antwort von Verena Meyer:
Das Rauchen von E-Zigaretten wird bei uns als "Raucher-Tarif" eingestuft. Am besten fragen Sie bei Ihrer Gesellschaft nach, wie diese es handhabt.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von GRINGAR:
Ich habe schon etliche Versuche hinter mit, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber da es in meinem Freundeskreis viele Raucher gibt, erliege ich immer wieder der Versuchung. Wie kann ich standhaft bleiben?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Die besten Chancen für die Dauerabstinenz haben Sie, wenn Sie durch Verhaltenstherapie lernen, mit den Rauchanreizen und Rückfallimpulsen fertig zu werden. Dazu gehört auch der Umgang ... [mehr]Die besten Chancen für die Dauerabstinenz haben Sie, wenn Sie durch Verhaltenstherapie lernen, mit den Rauchanreizen und Rückfallimpulsen fertig zu werden. Dazu gehört auch der Umgang mit der Versuchung durch Raucher im Freundes- und Kollegenkreis. Hierfür erarbeiten und lernen Sie Ihre persönliche Strategie. Das geht meist leichter unter dem begleitenden medikamentösen Schutz mit Nikotinersatz oder anderen Medikamenten wie Vareniclin (Handelsname Champix(R)) oder Bupropion (Handelsname Zyban(R)) deutlich leichter. Eine Verhaltenstherapie wird am erfolgreichsten in Gruppenkursen mit sechs bis zwölf Teilnehmern in drei bis fünf Kursterminen durchgeführt. Die Preise liegen je nach Anbieter und Region zwischen 200 und 400 Euro für einen Kurs. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von VERENA:
Mein Sohn raucht immer mal wieder eine Waldrebe, eine sogenannte Niele. Kann man so etwas kaufen? Und ist das genauso gesundheitsschädlich wie die normalen Zigaretten?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Rauchen ist leider generell gesundheitsgefährdend. Dies gilt auch für die Waldrebe, die allerdings nicht genau untersucht ist.

Dr. Thomas Hering
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Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von BIENE:
Meine Mutter meint, von jetzt auf nachher mit dem Rauchen aufzuhören wäre die beste Methode. Aber wenn man jeden Tag ein bisschen weniger raucht, müsste das doch genauso gut sein? Was meinen Sie?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Grundsätzlich sinkt mit dem Konsum die Gesundheitsgefährdung, aber der komplette Verzicht ist mit Abstand gesünder als ein noch so geringer Konsum. Wer wenig raucht, muss aber ... [mehr]Grundsätzlich sinkt mit dem Konsum die Gesundheitsgefährdung, aber der komplette Verzicht ist mit Abstand gesünder als ein noch so geringer Konsum. Wer wenig raucht, muss aber dann mit sich selbst täglich um das ja oder nein der nächsten Zigarette verhandeln. Das ist am Ende anstrengender als der Rauchstopp. Und das Risiko der Konsumzunahme bleibt. [weniger]

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von NILO:
Ich habe bei meiner Versicherung nicht angegeben, dass ich Raucher bin. Was habe ich zu erwarten, sollte das rauskommen?

Antwort von Verena Meyer:
Der Beitrag für Nichtrauchern ist günstiger als der von Rauchern. Soweit kein Versicherungsfall eintritt, kann die Versicherung gegebenenfalls einen erhöhten Beitrag verlangen oder Sie müssen den ... [mehr]Der Beitrag für Nichtrauchern ist günstiger als der von Rauchern. Soweit kein Versicherungsfall eintritt, kann die Versicherung gegebenenfalls einen erhöhten Beitrag verlangen oder Sie müssen den Beitrag rückwirkend nachbezahlen. Im Leistungsfall könnte es jedoch problematisch werden. [weniger]

Dr. Thomas Hering
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Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von YAGMAR:
Was kostet mich eine mögliche Verhaltenstherapie, um Nichtraucher zu werden?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Verhaltenstherapie wird am erfolgreichsten in Gruppenkursen mit sechs bis zwölf Teilnehmern in drei bis fünf Kursterminen durchgeführt. Die Preise liegen je nach Anbieter und Region zwischen ... [mehr]Verhaltenstherapie wird am erfolgreichsten in Gruppenkursen mit sechs bis zwölf Teilnehmern in drei bis fünf Kursterminen durchgeführt. Die Preise liegen je nach Anbieter und Region zwischen 200 und 400 Euro für einen Kurs. [weniger]

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von VST:
Ist es wirklich das Nikotin alleine, was mich süchtig macht? Und kann ich, wenn ich meinem Körper nur noch reines Nikotin zuführe, davon genauso krank werden als wenn ich weiter rauche?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Das Nikotin ist der Suchtfaktor, der den Raucher bei der Zigarette hält. Die gesundheitsgefährdenden Gifte stammen aus der Verbrennung des Tabaks. Wenn reines Nikotin richtig dosiert ... [mehr]Das Nikotin ist der Suchtfaktor, der den Raucher bei der Zigarette hält. Die gesundheitsgefährdenden Gifte stammen aus der Verbrennung des Tabaks. Wenn reines Nikotin richtig dosiert verabreicht wird, ist nicht mit den Tabak-Folgekrankheiten Lungenkrebs, COPD und Herzinfarkt zu rechnen. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von RAVEN:
Mein Vater ist starker Raucher und immer schnell außer Atem. Deshalb verbringt er den Tag hauptsächlich sitzend, da ihn das nicht anstrengt. Jetzt will er mit dem Rauchen aufhören, wäre es da nicht sinnvoll, wenn er auch gleichzeitig mit leichtem Sport wie zum Beispiel Walking anfängt?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Das wäre sicherlich auch absolut zu begrüßen.

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von VINCENCO:
Ich rauchte ca. 25 Jahre. Vor einem halben Jahr habe ich es endlich geschafft, aufzuhören. Wie lange benötigt mein Körper, bis er sich vollständig davon erholt hat? Kann dieser Zustand jemals eintreten?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Eine Besserung tritt schnell ein. Je länger Sie rauchfrei sind, desto geringer ist Ihr Risiko, an einer Rauch-assoziierten Erkrankung zu versterben.

Verena Meyer
Verena Meyer,
Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen, Versicherungsexpertin bei den Ergo Direkt Versicherungen, Fürth.

Frage von CHRISTOPH:
Muss ich mich bei meiner Versicherung auch dann als Raucher melden, wenn ich nur ganz selten zur Zigarette greife?

Antwort von Verena Meyer:
Man gilt als Nichtraucher, wenn man keinen Tabak konsumiert. Sollten Sie gelegentlich eine Zigarette rauchen, ist dies der Versicherung zu melden.

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
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Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von KARLA:
Bezahlt meine Krankenkasse eine mögliche Therapie zur Rauchentwöhnung?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Die meisten Kassen bezahlen eine solche Therapie.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von SAMSON:
Wie sind die Erfolgsaussichten, wenn ich die Hypnose zur Rauchentwöhnung wähle?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein ... [mehr]Hypnose kann bei der Tabakentwöhnung gut helfen. Der Erfolg ist sehr davon abhängig, wie gut sie durchgeführt wird. Es kommt also sehr darauf an, dass ein erfahrener Hypnotherapeut tätig wird. [weniger]

Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Prof. Dr. med. Stefan Andreas,
Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. Dort befindet sich auch ein Standort des „LungenTumorZentrums (LTZ)“ der Universitätsmedizin Göttingen. Prof. Andreas ist stellvertretender Leiter des LTZ.

Frage von LAURIN:
Ab welchem Alter sollte ich als Raucher regelmäßig einen Arzt aufsuchen, um meine Lunge und mein Herz untersuchen zu lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Andreas:
Leider können Sie durch Untersuchungen schlecht vermeiden, dass Sie an Rauch-bedingten Erkrankungen versterben. Der beste Weg ist daher die Tabakentwöhnung.

Dr. Thomas Hering
Dr. Thomas Hering,
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin. Gründer der Lungenarztpraxis Tegel und spezialisiert auf Tabakentwöhnung

Frage von DT:
Stimmt es, dass Nikotin alleine gar nicht süchtig macht, sondern erst die Kombination von Nikotin mit anderen Tabakstoffen, den Monoaminooxidase-Hemmern?

Antwort von Dr. Thomas Hering:
Das Nikotin für sich genommen ist die suchterzeugende Substanz. Das Suchtpotenzial ist in der Zigarette deswegen besonders hoch, weil die Anflutung im Gehirn beim Rauchen extrem ... [mehr]Das Nikotin für sich genommen ist die suchterzeugende Substanz. Das Suchtpotenzial ist in der Zigarette deswegen besonders hoch, weil die Anflutung im Gehirn beim Rauchen extrem schnell geht. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, wir bedanken uns für die rege Teilnahme an unserem Chat zum Thema "Rauchentwöhnung". Leider konnten unsere Experten nicht alle eingehenden Fragen beantworten, wir hoffen aber, dass Sie Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche beantwortet vorgefunden haben. Einen schönen Abend und auf Wiedersehen!