10.09.2015:

Diabetes

Wie uns die Füße mit Anzeichen vor ernsthaften Krankheiten warnen können

Leiden Sie unter kribbelnden Füßen?
Ihre Haut an den Füßen ist trocken und rissig?
Zeigen Ihre Füße ein Kälte- oder Taubheitsgefühl?

Unsere Füße führen meist ein Schattendasein – dabei lohnt es sich, auf sie zu „hören“. Denn sie können uns wichtige Hinweise auf ernsthafte Krankheiten geben. So deuten taube, brennende oder kribbelnde Füße, aber auch Verformungen, Fehlstellungen der Zehen, Schwielen und eine sehr trockene Haut an den Füßen häufig auf eine Folgeerkrankung des Diabetes hin: die so genannte diabetische Neuropathie, eine diabetesbedingte Nervenschädigung. Werden die Warnzeichen nicht beachtet, kann sich ein diabetisches Fußsyndrom entwickeln, das schlimmstenfalls zu einer Amputation führt. Zirka 14 Prozent aller Diabetiker sind laut „Diabetes Deutschland“ jährlich wegen Fußkomplikationen in ärztlicher Behandlung.

Wie sollte man seine Füße am besten überprüfen (lassen)?
Welche Symptome sind besonders alarmierend?
Wie können die Neuropathie und ihre schwerwiegenden Folgen ausgebremst werden?

Chat-Protokoll

Moderator:
Wir heißen Sie herzlich willkommen beim Chat zum Thema „Diabetes“. Wir freuen uns auf Ihre Fragen! Los geht’s…

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von ELLA:
Ist die diabetische Neuropathie ein Hinweis oder schon eine Spätfolge der Erkrankung?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Die diabetische Neuropathie kann bereits im Stadium des Prädiabetes vorkommen, daher ist sie keine Spätfolge. Bis vor einigen Jahren sind wir davon ausgegangen, dass sie eine ... [mehr]Die diabetische Neuropathie kann bereits im Stadium des Prädiabetes vorkommen, daher ist sie keine Spätfolge. Bis vor einigen Jahren sind wir davon ausgegangen, dass sie eine Spätkomplikation ist. Aber neuere Studien haben uns gezeigt, dass bereits ein leicht erhöhter Blutzucker, wie bei Prädiabetes, die Nerven schädigen kann. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von AUGVA:
Ab und zu brennen meine Fusssohlen - ist das normal? Was kann ich tun?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Normal ist es nicht, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber. Die Ursachen können vielfältig sein - von einer Nervenschädigung über eine Erkrankung der Wirbelsäule bis ... [mehr]Normal ist es nicht, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber. Die Ursachen können vielfältig sein - von einer Nervenschädigung über eine Erkrankung der Wirbelsäule bis hin zu unpassenden Schuhen. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von RIDCULLI:
Hallo, ich habe immer wieder mal einen starken Juckreiz an den Fußsohlen. Seit gestern besonders stark, aber diesmal nur am linken Fuß. Äußerlich ist keine Entzündung oder Rötung zu erkennen. Es ist extrem starkes, in Sekundenabstand wiederkehrendes Jucken/Kribbeln an bestimmten Stellen der Fußsohle (nicht die ganze Sohle). Könnte dies ein Anzeichen für eine Erkrankung wie z.B. Diabetes sein? Vielen Dank KK

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Das sind keine typischen Symptome. Einen Diabetes würde ich beim Hausarzt oder in der Apotheke mittels Blutzucker-Messung ausschließen lassen.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von HUBERTUS:
Gibt es Medikamente gegen die unerträglichen Schmerzen in meinen Füßen?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Hier gilt es vor allem, den Blutzucker gut einstellen zu lassen. Die Ursache der Schmerzen müsste auf jeden Fall abgeklärt werden. Wenn die Schmerzen sehr stark ... [mehr]Hier gilt es vor allem, den Blutzucker gut einstellen zu lassen. Die Ursache der Schmerzen müsste auf jeden Fall abgeklärt werden. Wenn die Schmerzen sehr stark sind, sollten Sie mit Ihrem Diabetologen darüber sprechen und sich einstellen lassen. Es gibt Medikamente, die die Schmerzen lindern können. Es sind Wirkstoffe, die sonst bei Epilepsie oder Depression eingesetzt werden. Diese Therapie muss auf jeden Fall ärztlich verordnet und angepasst werden. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von NIKLAS B.:
Vor zwei Jahren wurde bei mir ein Typ-2-Diabetes festgestellt. Seit ein paar Monaten habe ich in beiden Füßen ein Kribbeln. Wenn ich in Bewegung bin, ist es etwas besser, aber in Ruhe und gerade nachts sehr unangenehm. Kann das eine Neuropathie sein? Und kann ein Präparat mit Benfotiamin helfen?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Es kann sich durchaus um eine Neuropathie handeln. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Dieser kann eine Untersuchung der Nervenfunktion machen oder Sie zu einem ... [mehr]Es kann sich durchaus um eine Neuropathie handeln. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt. Dieser kann eine Untersuchung der Nervenfunktion machen oder Sie zu einem Spezialisten überweisen. Benfotiamin kann durchaus helfen, falls es sich tatsächlich um eine Neuropathie handelt. Die Einnahme sollten Sie allerdings zuerst mit Ihrem Arzt besprechen der eventuelle Kontraindikationen ausschließen muss (z.B. Krebsleiden). [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von KRI:
Woher kann es kommen, dass morgens nach dem Aufstehen die Hände und Füße kribbeln? Das geschieht selten auch bei Belastung (z.B. beim Trampolin springen) - trotz unauffälliger Blutwerte (kein Diabetes, der Blutzucker ist i.O.).

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Zur Klärung dieser Frage sollten Sie mit Ihrem Hausarzt und ggf. einem Neurologen sprechen.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von ROLLE:
Ich leide seit einigen Jahren an Diabetes. Ich bin ohne Medikamente durch Diätmaßnahmen gut eingestellt, dennoch habe ich nachts häufig Missempfindungen in den Beinen. Kann das auch andere Ursachen haben?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Der Diabetes könnte, auch wenn er so gut eingestellt ist, die Ursache für Ihre Beschwerden sein. Dennoch macht es Sinn, dass Sie sich fachärztlich beim Neurologen ... [mehr]Der Diabetes könnte, auch wenn er so gut eingestellt ist, die Ursache für Ihre Beschwerden sein. Dennoch macht es Sinn, dass Sie sich fachärztlich beim Neurologen untersuchen lassen, um auch andere Ursachen ausschließen zu können. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von IRMGARD_77:
Reicht es, wenn ich selbst meine Füße regelmäßig kontrolliere? Oder muss ich damit zum Arzt gehen? Ich bin seit einigen Jahren Diabetikerin.

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Sie sollten Ihre Füße täglich kontrollieren und Ihr Arzt sollte einmal im Jahr eine Untersuchung der Füße auf Druckstellen, Durchblutungsstörungen und Nervenschäden vornehmen.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von BAKERSTREET13:
Mein Vater ist 82 Jahre alt und hat vor einem halben Jahr Diabetes diagnostiziert bekommen. Jetzt ist er eingestellt und muss nicht mehr spritzen, sondern bekommt ein Präparat. Zudem hat er eine Demenz. Schon länger leidet er unter starkem Kribbeln in der linken Hand. Der Hausarzt meinte das sei normal und man könne nichts dagegen tun. Das Herz ist gesund. Meine Frage: Hilft in diesem Fall auch ein Präparat mit dem Wirkstoff Benfotiamin wie bei Kribbeln in den Füßen?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Einseitig auftretende Symptome sind nicht typisch für eine diabetische Neuropathie und können andere Ursachen haben. Daher sollten diese Beschwerden zunächst durch einen Neurologen abgeklärt werden.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von FRANZL:
Obwohl ich meine Diabetes-Medikamente regelmäßig einnehme, ist mein Blutzucker schlecht eingestellt. Der HbA1c-Wert liegt meist bei über zehn Prozent. Woran kann das liegen? Und was kann ich tun? Ich möchte Folgeerkrankungen vorbeugen.

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Sie sollten Ihre Therapie von einem Diabetes-Spezialisten (Diabetologen) überprüfen lassen. Vielleicht ist eine Umstellung Ihrer Medikamente oder eine Erweiterung der jetzigen Therapie notwendig. Ein Hba1c-Wert mit ... [mehr]Sie sollten Ihre Therapie von einem Diabetes-Spezialisten (Diabetologen) überprüfen lassen. Vielleicht ist eine Umstellung Ihrer Medikamente oder eine Erweiterung der jetzigen Therapie notwendig. Ein Hba1c-Wert mit weniger als 7,5 Prozent ist für die Vorbeugung der Folgeerkrankungen wichtig. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von TOBIAS:
Kann die diabetische Neuropathie auch Auswirkungen auf die Potenz haben?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Ja, Erektionsstörungen sind eine relativ häufige Folgeerkrankung beim Diabetes. Eine gute Blutzuckereinstellung ist wichtig, ein Urologe sollte hinzugezogen werden. Übrigens: Viagra und ähnliche Produkte sind in diesem ... [mehr]Ja, Erektionsstörungen sind eine relativ häufige Folgeerkrankung beim Diabetes. Eine gute Blutzuckereinstellung ist wichtig, ein Urologe sollte hinzugezogen werden. Übrigens: Viagra und ähnliche Produkte sind in diesem Fall verordnungsfähig. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von UBAES16:
Seit drei Jahren leide ich an Empfindungsstörungen an den Füßen. Mal ist es ein starkes Brennen, dann ein Kribbeln, dann treten bohrende oder stichartige Schmerzen mit Taubheitsgefühl auf. Meist geschieht dies nach größerer Belastung der Füße. Die Verdachtsdiagnose lautet:Periphere Polyneuropathie. Was kann ich tun, um wieder schlafen zu können und keine Schmerzen mehr zu haben?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Die Schmerzen wird man leider wahrscheinlich nie komplett lindern können, eine teilweise Linderung ist jedoch möglich. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Diabetologen über mögliche Therapien ... [mehr]Die Schmerzen wird man leider wahrscheinlich nie komplett lindern können, eine teilweise Linderung ist jedoch möglich. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Diabetologen über mögliche Therapien und lassen Sie sich unbedingt über passende Schuhversorgung beraten. [weniger]

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von SNOOPY:
Bei meinem Mann wurde bisher noch kein Diabetes-Test gemacht. Er leidet an Empfindungsstörungen in beiden Füßen (Kribbeln und auch Taubheitsgefühle). Eine Schädigung der LWS (Lendenwirbelsäule, Anm. d. Mod.) wurde per MRT (Magnetresonanztomografie) schon ausgeschlossen und der Hausarzt nimmt das Problem nicht ernst. Was ist nun der nächste Schritt, wohin soll mein Mann sich wenden?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Eigentlich müsste ein Diabetes ausgeschlossen werden, die Untersuchung ist nicht kompliziert, es geht um eine Blutabnahme und wird beim Hausarzt durchgeführt. Es müssten der sogenannte Langzeit ... [mehr]Eigentlich müsste ein Diabetes ausgeschlossen werden, die Untersuchung ist nicht kompliziert, es geht um eine Blutabnahme und wird beim Hausarzt durchgeführt. Es müssten der sogenannte Langzeit BZ bestimmt werden = HbA1c. Danach kann man weiter schauen, ob weitere Untersuchungen notwendig sind. Wenn sich der Diabetes nicht bestätigt, müsste Ihr mann fachärztlich beim Neurologen sich untersuchen lassen. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von JUBO:
Ich bin 64 Jahre alt, männlich, wiege 89 kg und habe morgens beim Aufstehen Druckprobleme unter beiden Füßen. Ich kann bei den ersten Schritten kaum auftreten und bin dann fast wackelig auf den Beinen, es ist jedoch kein stechender Schmerz. Nach einigen Minuten und gelaufenen Metern kehrt die gewohnte Auftrittsicherheit zurück.

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Sind Sie Diabetiker? Ich empfehle Ihnen, diese Beschwerden dem Hausarzt mitzuteilen. Er kann nach einer Untersuchung einschätzen, ob es notwendig ist, einen Neurologen oder Orthopäden hinzuzuziehen.

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von CALOGERO:
Mein Diabetes ist insulinpflichtig, ich bin eigentlich mit meinen Werten zufrieden. Trotzdem habe ich von Zeit zu Zeit Kribbeln und Brennen in den Beinen. Soll ich das kontrollieren lassen?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Auf jeden Fall. Der betreuende Arzt macht jährlich eine Untersuchung der Nervenfunktion bei Patienten mit Diabetes mellitus.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von IDA STEIN:
Eine Bekannte (sie hat Diabetes seit 20 Jahren) leidet seit kurzem an Schluckbeschwerden. Kann es sein, dass neurologische Ausfälle auch den Ösophagus (Speiseröhre) betreffen?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Das ist prinzipiell möglich. Es sollte aber auch an andere Erkrankungen gedacht werden und eine rasche Abklärung erfolgen.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von GERHARD:
Welche Frühwarnzeichen gibt es, die auf Diabetes hinweisen?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Oft gibt es bei einem leicht erhöhtem Blutzucker überhaupt keine Symptome. Wenn man Risiken für einen Diabetes hat (wie z.B. Übergewicht oder andere Familienmitglieder, die einen ... [mehr]Oft gibt es bei einem leicht erhöhtem Blutzucker überhaupt keine Symptome. Wenn man Risiken für einen Diabetes hat (wie z.B. Übergewicht oder andere Familienmitglieder, die einen Diabetes haben) sollten man sich jährlich beim Hausarzt untersuchen lassen. Bei einem Diabetes Typ 1 sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, er tritt meistens in jungen Jahren auf. Die Patienten verspüren ausgeprägten Durst, müssen oft Wasser lassen und sind oft sehr müde. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von MELISSA:
Ich bin älter als 80 Jahre, weiblich und keine Diabetikerin. Seit 2002 habe ich eine Polyneuropathie in den Füßen, am Ballenbereich und an den Zehen. Fachleute konnten mir bisher nicht helfen. Was soll ich tun?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Leider müsste ich mehr wissen, um Ihnen weiterhelfen zu können. Der richtige Ansprechpartner für Sie ist ein Neurologe. Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Erkrankung bequeme ... [mehr]Leider müsste ich mehr wissen, um Ihnen weiterhelfen zu können. Der richtige Ansprechpartner für Sie ist ein Neurologe. Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Erkrankung bequeme Schuhe mit passenden Einlagen tragen, um der Entstehung von Wunden vorzubeugen. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von ANITA_W.:
Ich habe gelesen, dass auch Blutzuckerspitzen nach dem Essen die Nerven schädigen können. Wie kann ich diese vermeiden?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Hier hilft es, möglichst langsam verdauliche Kohlenhydrate (z.B. Vollkornprodukte) zu essen und auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten. Ein Tipp: Fettbeimengung verzögert z.B. die Zuckeraufnahme.

Moderator:
Liebe Leser, dieser Chat ist moderiert: Die Fragen werden an einen Moderator geschickt, der je nach Teilnehmerzahl entweder alle oder die interessantesten Fragen zur Beantwortung frei stellt. Wir bitten um Verständnis dafür, dass bei großem Andrang zunächst Fragen beantwortet werden, die für die Mehrzahl der Teilnehmer relevant sind.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von HAKLEIN:
Warum sind bei der diabetischen Neuropathie die unteren Extremitäten besonders betroffen? In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere Diabetiker, bei denen ein Fuß oder ein Teil des Fußes amputiert ist. Ist das Schicksal oder ist etwas mit der Therapie schiefgelaufen?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Die Nervenfasern, die in den Füßen enden, sind sehr lang. Daher bieten diese eine große "Angriffsfläche", wodurch sie besonders gefährdet sind und meist zuerst geschädigt werden. ... [mehr]Die Nervenfasern, die in den Füßen enden, sind sehr lang. Daher bieten diese eine große "Angriffsfläche", wodurch sie besonders gefährdet sind und meist zuerst geschädigt werden. Die Neuropathie tritt zum Teil schicksalhaft auf, durch eine gute Behandlung können Amputationen aber häufig vermieden werden. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von SVEA:
Mein Mann ist 57 Jahre alt und hat hohen Blutdruck, nimmt Beta-Blocker. Diabetes-Gefahr?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Falls noch dazu Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte vorhanden sind oder Diabetes in der Familie vorkommt, ist die Diabetesgefahr erhöht. Im Zweifelsfall lassen Sie einen Test bei Ihrem ... [mehr]Falls noch dazu Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte vorhanden sind oder Diabetes in der Familie vorkommt, ist die Diabetesgefahr erhöht. Im Zweifelsfall lassen Sie einen Test bei Ihrem Hausarzt durchführen. [weniger]

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von ANNA_65:
Ich bin Diabetikerin und meine Füße sind sehr empfindlich. Wo kann ich Schuhe finden, die chic sind und dennoch keine Druckstellen verursachen?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Ihre Füsse sollten Sie regelmäßig beim Hausarzt untersuchen lassen. In Abhängigkeit von dem Befund kann man Ihnen danach erst die richtige Schuhversorgung empfehlen. Wenn Sie an ... [mehr]Ihre Füsse sollten Sie regelmäßig beim Hausarzt untersuchen lassen. In Abhängigkeit von dem Befund kann man Ihnen danach erst die richtige Schuhversorgung empfehlen. Wenn Sie an einer Neuropathie leiden, sollten Sie sich in einer Diabetes-Praxis mit Fußambulanz vorstellen. Meistens arbeiten diese Einrichtungen mit einem Orthopädie-Schumachermeister zusammen, der sich in diesem Bereich auskennt. Der Diabetologe wird Ihnen sonst auch Fachgeschäfte in Ihrer Umgebung empfehlen können. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von CORNELIUS:
Ich habe eine Frage zum diabetischen Fuß. Handelt es sich um eine durch toxische Einflüsse entstandene Nervenschädigung, oder um eine von Durchblutungsstörungen verursachte Erkrankung?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Es handelt sich meist um eine Kombination von diabetischer Neuropathie und Durchblutungsstörung.

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von FLORI:
Kann zu viel Fruchtzucker auch zu einen Diabetes führen?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Der Genuss von Fruchtzucker kann nicht die einzige Ursache sein. Es müssen begünstigende Faktoren wie Erblichkeit, Übergewicht oder Bluthochdruck vorhanden sein, um einen Diabetes zu verursachen.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von NUBUK:
Auch ich (72 ) leide an einer Neuropathie. Vom Hausarzt bekam ich Vitamin B-Präparate und die Aminosäure Tryptophan. Seither ist es geringfügig angenehmer geworden. Gibt es bessere Behandlungsmöglichkeiten?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Wenn Ihr Lebensqualität dadurch nicht erheblich beeinträchtigt ist, würde ich keine zusätzlichen Medikamente empfehlen, da sie oft mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden sind.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von BAVI0815:
Ich habe Probleme mit dem linken Fuß. Sobald ich nachts im Bett liege, verspüre ich stromstoßartige Schmerzen, die nach kurzer Zeit wieder nachlassen. Überdehne ich den Fuß, bekomme ich einen starken Krampf. Mein Orthopäde meint, es läge am Halux valgus (schief stehender, großer Zeh, Anm. d. Mod.) und will ihn operieren. Aber im großen Zeh habe ich keine Schmerzen. Was kann ich tun?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Diese Frage kann ich leider nicht beantworten, ohne die Füße zu sehen. Es kann sein, dass durch die Fussfehlstellung Nerven gereizt werden und diese Beschwerden hervorrufen. ... [mehr]Diese Frage kann ich leider nicht beantworten, ohne die Füße zu sehen. Es kann sein, dass durch die Fussfehlstellung Nerven gereizt werden und diese Beschwerden hervorrufen. Eine diabetische Neuropathie tritt in der Regel beidseitig auf. Ich empfehle, eine zweite Meinung eines weiteren Orthopäden einzuholen. Eventuell sollte zudem ein Neurologe befragt werden. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von JENS:
Ich esse sehr viele zuckerhaltige Lebensmittel. Ist das bei normaler Pankreasfunktion (Pankreas = Bauchspeicheldrüse, Anm. d. Mod.) auch ungünstig für den Zuckerhaushalt?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Ja, leider ist diese Ernährung ungünstig, weil sie auf Dauer zu Gewichtszunahme und eventuell zu Diabetes führen kann. Das heißt nicht, dass Sie nichts Süßes essen ... [mehr]Ja, leider ist diese Ernährung ungünstig, weil sie auf Dauer zu Gewichtszunahme und eventuell zu Diabetes führen kann. Das heißt nicht, dass Sie nichts Süßes essen sollten. Am besten lassen Sie eine Ernährungsberatung durchführen, so dass Sie dann genau wissen, was für Sie gesund und was ungesund ist. Hier kann Ihnen Ihr Hausarzt am besten weiterhelfen. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von HILDE:
Bleibt die durch Diabetes verursachte Neuropathie auf die Extremitäten beschränkt, oder können auch innere Organe mit betroffen sein?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Ja, auch die inneren Organe können von einer Neuropathie betroffen sein. Dies bezeichnet man als autonome Neuropathie, diese tritt bei etwa 20 Prozent der Menschen mit ... [mehr]Ja, auch die inneren Organe können von einer Neuropathie betroffen sein. Dies bezeichnet man als autonome Neuropathie, diese tritt bei etwa 20 Prozent der Menschen mit einer peripheren Neuropathie auf. Dazu gehören beispielsweise Erektionsstörungen, Verdauungsstörungen und auch das Herz kann betroffen sein. [weniger]

Moderator:
Liebe Leser, wir bekommen im Sekundentakt Fragen, da es viele Teilnehmer am Chat gibt. Jeder Nutzer hat eine Antwort verdient – wir können dies allerdings leider nicht in jedem Fall realisieren. Daher suchen wir Fragen heraus, von denen wir glauben, dass sie für die meisten von Interesse sind.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von MICHAELIS:
Ich leide an einer Neuropathie, bin aber kein Diabetiker und meine Muskeln tun mir besonders weh, wenn ich mich bewegt habe. Ist es denn überhaupt sinnvoll, dass ich mich anstrenge? Das Mountainbiken habe ich bereits eingestellt, weil ich nachher starke Schmerzen in den Beinen hatte. Diese habe ich aber auch, wenn ich mich nicht bewege.Was raten Sie mir?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Ich würde Ihnen raten, dass Sie sich fachärztlich bei einem Neurologen untersuchen lassen, damit dieser die Ursachen Ihrer Beschwerden herausfinden kann.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von .:
Ich habe öfters kalte Hände und Füße, besonders im Winter. Auch wenn ich sie aufwärme, werden sie nach kurzer Zeit wieder kalt Des Weiteren werden meine Füße nach warmen Tagen, besonders jetzt wo der Sommer vorbei ist, trocken und rissig. Ich creme zwar meine Füße mit Melkfett ein, aber die Wirkung ist nicht die beste. Was kann ich dagegen tun? Es wäre sehr nett, wenn Sie mir eine dauerhaft gute Lösung geben könnten.

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Das Problem sollten Sie bitte Ihrem Hausarzt schildern. Typisch für eine diabetische Neuropathie sind die Beschwerden nicht. Statt Melkfett empfehle ich die Verwendung von einem Urea-haltigen Produkt ... [mehr]Das Problem sollten Sie bitte Ihrem Hausarzt schildern. Typisch für eine diabetische Neuropathie sind die Beschwerden nicht. Statt Melkfett empfehle ich die Verwendung von einem Urea-haltigen Produkt (Harnstoff, fünf bis zehn Prozent). Dieses speichert die Feuchtigkeit besser als fettreiche Produkte. Manchmal ist es erforderlich die Füsse zwei Mal am Tag zu cremen. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von FRIEDEL:
Mein Gatte hatte laut einem Professor eine funikuläre Myelose (Krankheit, die auf einer Schädigung des Rückenmarks beruht, Anm. d. Mod.). Jetzt kam heraus, dass er unter einem Vitamin B12 Mangel leidet.Er bekommt alle zwei Monate eine entsprechende Spritze. Ihm geht es soweit gut bis auf das taube Gefühl an den Fingerspitzen und auch an den Beinen. Ein Orthopäde will ihn operieren, aber ich halte das für unnötig. Was raten Sie uns?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Vor der Operation sollten Sie auch die Meinung eines Neurologen erfragen. Ich nehme an, dass der Professor, der die funikuläre Myelose diagnostiziert hat, diese Fachrichtung hat. ... [mehr]Vor der Operation sollten Sie auch die Meinung eines Neurologen erfragen. Ich nehme an, dass der Professor, der die funikuläre Myelose diagnostiziert hat, diese Fachrichtung hat. Sprechen Sie bitte mit ihm, er kann sich dann mit dem Orthopäden in Verbindung setzen, um interdisziplinär zu entscheiden, welche Therapieoption für Ihren Gatten die beste darstellt. [weniger]

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von RAABE:
Ich leide seit einem Jahr an Kribbeln in den Handinnenflächen. Wenn ich die Handflächen aneinander reibe wird es oft besser. Ist das schon eine Vorstufe zur Neuropathie? Ich habe einen Diabetes Typ II.

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Eine Nervenstörung bei Diabetes tritt meistens zuerst in den Füßen auf. Wenn Sie auch dort die Beschwerden haben, könnte der Diabetes eine Ursache für Ihre Probleme ... [mehr]Eine Nervenstörung bei Diabetes tritt meistens zuerst in den Füßen auf. Wenn Sie auch dort die Beschwerden haben, könnte der Diabetes eine Ursache für Ihre Probleme in den Händen sein. Das sollten Sie auf jeden Fall bei Ihrem Arzt abklären lassen, um Probleme z.B. mit der Halswirbelsäule oder ein Karpaltunnelsyndrom (Nervenstörung in den Händen, Anm. d. Mod.). [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von KARL:
Ich (56 Jahre) habe Veränderungen an meinen Füßen bemerkt und meinem Hausarzt gezeigt - leider ohne großen Erfolg. Ich bin zwar kein Diabetiker, aber trotzdem besorgt. Die Veränderungen sind: 1. Ständig stark verhornte und "aufgeplatzte" Füße 2. Taube Zehen 3. Stechender Schmerz in den Zehen und Fußballen 4. Juckende Stellen an den Innenseiten der Füße (im Knöchelbereich) Diese Stellen schwellen an und verhornen danach. Der Hautarzt verschrieb mir eine Kortisoncreme, die nicht half. Dabei pflege ich meine Füße mit Bädern, entferne die Hornhaut und creme sie mit Melkfett ein. Was tun?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Sie sind in jedem Fall zu Recht besorgt. Leider ist eine Beantwortung Ihrer Frage ohne die Füsse zu sehen jedoch nicht möglich. Mein Tipp: 1. Podologische Behandlung ... [mehr]Sie sind in jedem Fall zu Recht besorgt. Leider ist eine Beantwortung Ihrer Frage ohne die Füsse zu sehen jedoch nicht möglich. Mein Tipp: 1. Podologische Behandlung (= Behandlung beim med. Fußpfleger, A. d. Mod.) und tägliches Cremen z.B mit Urea-haligem Pflegeprodukt. 2. Abklärung beim Neurologen 3. eventuell orthopädische Abklärung, besteht z.B. ein Spreitzfuß? 4. erneute Vorstellung beim Hautarzt. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von GERD:
Da ich seit einem halben Jahr darunter leide, dass meine Füße/Beine gefühllos sind und die Untersuchungen von vier Ärzten inkl. CT (Computertomografie) unterschiedliche Ergebnisse und Diagnosen ergeben haben, suche ich Ihren Rat. Ein Neurochirurg hat mich bereits gegen die Verengung des Spinalkanals mit Spritzen behandelt - allerdings ohne Erfolg. Ich leide weder an Diabetes noch an anderen Erkrankungen.

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Falls noch nicht erfolgt, sollten Sie sich an einen Neurologen wenden. Dieser kann eine umfangreiche Diagnostik durchführen, um zu sehen, wo Ihre Beschwerden herkommen. Auch muss ... [mehr]Falls noch nicht erfolgt, sollten Sie sich an einen Neurologen wenden. Dieser kann eine umfangreiche Diagnostik durchführen, um zu sehen, wo Ihre Beschwerden herkommen. Auch muss ein Diabetes ausdrücklich ausgeschlossen werden. Dies bedarf spezieller Tests, die z.B. der Hausarzt durchführen kann. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von HANS_H.:
Meine Freunde haben mir geraten, meine dicken Hornhautschwielen einmal in einer Fußambulanz zu zeigen. Ist das sinnvoll? Und wenn ja, wie finde ich eine solche Ambulanz?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Wenn Sie Diabetiker sind, ist in jedem Fall sinnvoll, Ihrem Arzt die Hornhautschwielen zu zeigen. Mindestens genauso wichtig ist es, diese Schwielen regelmäßig - möglichst durch ... [mehr]Wenn Sie Diabetiker sind, ist in jedem Fall sinnvoll, Ihrem Arzt die Hornhautschwielen zu zeigen. Mindestens genauso wichtig ist es, diese Schwielen regelmäßig - möglichst durch einen Podologen (medizinischen Fußpfleger) - abschleifen zu lassen und die Füsse täglich zu cremen. Sie benötigen zudem vermutlich diabetesadaptierte Einlagen. Fußambulanzen haben meist nur eine Zulassung für die Behandlung von Wunden am Fuß. Adressen von Experten können Sie z.B. unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de finden. [weniger]

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von NICI:
Wenn ich wandere oder Fahrrad fahre, werden meine Füße spätestens nach einer Stunde heiß. Es ist ein Gefühl, als würde ein Feuer darin brennen und es ist sehr schmerzhaft. Das passiert auch im Winter beim Spaziergang im Schnee. Durch intensives Bewegen der Zehen kann ich die Schmerzen lindern. Mein Hausarzt konnte mir nicht weiterhelfen. Der Zuckerwert bei meinem Gesundheitscheck war normal. Kann das Neuropathie sein?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Sie haben offensichtlich keinen Diabetes. Allerdings sollten Sie sich fachärztlich bei einem Neurologen untersuchen lassen, damit die Ursache Ihrer Beschwerden abgeklärt wird.

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von BRITTA:
Am Abend verspüre ich häufig ein Kribbeln in der linken Hand. Kann das ein Hinweis auf Diabetes sein?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Nein, das ist kein typisches Symptom für den Diabetes mellitus.

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von SILKE55:
Gibt es spezielle Übungen, mit denen ich etwas dafür tun kann, dass meine Polyneuropathie nicht schlimmer wird?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Sie können versuchen, mit den Zehen wiederholt einen kleinen Teppich zu rollen. Regelmäßige Spaziergänge können auch helfen. Achten Sie dabei bitte auf passendes Schuhwerk. Patienten mit ... [mehr]Sie können versuchen, mit den Zehen wiederholt einen kleinen Teppich zu rollen. Regelmäßige Spaziergänge können auch helfen. Achten Sie dabei bitte auf passendes Schuhwerk. Patienten mit diabetischer Polyneuropathie können entsprechende Schuhe auf Rezept bekommen. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von KATIMAUS:
Die Schwester meines Mannes hat seit Ihrer frühen Kindheit Diabetes. Ist mein Mann gefährdet?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Das Risiko, ebenfalls an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken, ist sehr gering.

Dr. Helga Zeller-Stefan
Dr. Helga Zeller-Stefan,
Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen.

Frage von HYPOCHONDER:
Sollte man und wenn ja wie oft den Nüchtern-Blutzucker bestimmen lassen, auch wenn es keine Anzeichen für eine Erkrankung gibt?

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan:
Dies sollte nur im Rahmen der Checkup-Untersuchung beim Hausarzt geschehen. Wie oft eine Messung sinnvoll ist, wird Ihr Hausarzt mit Ihnen besprechen. Das entscheidet er in ... [mehr]Dies sollte nur im Rahmen der Checkup-Untersuchung beim Hausarzt geschehen. Wie oft eine Messung sinnvoll ist, wird Ihr Hausarzt mit Ihnen besprechen. Das entscheidet er in Abhängigkeit davon, wie Ihr Risiko ist, an einem Diabetes zu erkranken. [weniger]

Dr. Alin Stirban
Dr. Alin Stirban,
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt des Bereichs Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum Remscheid und Sana Arztpraxen Remscheid.

Frage von FUßWUND:
Mein Mann hat eine Wunde am Fuß, die nicht heilen will. Wir sind schon ganz verzweifelt, wohin kann er sich wenden?

Antwort von Dr. Alin Stirban:
Wenden Sie sich an eine diabetologischen Schwerpunktpraxis mit Fußambulanz oder an einer chirurgischen Fußambulanz. Wenn alle Stricke reißen, soll er sich stationär in eine Einrichtung einweisen ... [mehr]Wenden Sie sich an eine diabetologischen Schwerpunktpraxis mit Fußambulanz oder an einer chirurgischen Fußambulanz. Wenn alle Stricke reißen, soll er sich stationär in eine Einrichtung einweisen lassen, in der diabetische Füße behandelt werden. [weniger]

Dr. Nadine Mattes
Dr. Nadine Mattes,
Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin DDG, Notfallmedizin, Klinikum Stuttgart, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie.

Frage von SCHWARZWALDMäDLE:
Führt Übergewicht bei Männern (insbesondere im Bauchbereich) im späteren Alter zu Diabetes?

Antwort von Dr. Nadine Mattes:
Ja, das Diabetes-Risiko erhöht sich insbesondere durch das Bauchfett. Wenn zudem Vater oder Mutter an Diabetes erkrankt sind, steigt das Risiko noch weiter an.

Moderator:
Liebe Leser, wir danken Ihnen für die Teilnahme. Leider konnten wir heute nicht alle Fragen beantworten, wir hoffen aber, dass Sie eine Antwort auf Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche vorgefunden haben. Für heute sagen wir bye bye und wünschen einen schönen Abend. Bis zum nächsten Mal.