27.03.2014:

Darmkrebs

Chancen der Vorsorge und Tipps für Patienten

Haben Sie Blut im Stuhl, chronischen Durchfall oder Verstopfung?
Angst vor Darmkrebs?
Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Darmkrebserkrankungen?
Haben Sie schon einmal über eine Darmspiegelung nachgedacht?


Darmkrebs ist mit jährlich rund 64.000 Neuerkrankungen die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das Tückische daran ist, dass Darmkrebs anfangs kaum Beschwerden verursacht und daher oft unentdeckt bleibt. Ein gesunder Lebensstil trägt zwar dazu bei, einer Krebserkrankung vorzubeugen, ist aber alleine nicht ausreichend, da Erkrankungen und auch genetische Veränderungen Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs sind. Im Darmkrebsmonat März klären Experten über Fragen rund um die Darmkrebs-Früherkennung auf, denn früh erkannt, ist Darmkrebs fast immer heilbar. Für wen sind Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig und ab welchem Alter? Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es und werden diese von den Kassen übernommen? Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet die moderne Medizin für Darmkrebspatienten in unterschiedlichen Krankheitsstadien? Was bedeutet Psychoonkologie und wie können Patienten und ihre Familien das Leben mit der Diagnose Darmkrebs am besten meistern?

Chat-Protokoll

Moderator:
Wir begrüßen Sie ganz herzlich zu unserem Chat zum Thema "Darmkrebs", er ist mit jährlich rund 64.000 Neuerkrankungen die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Wir sind gespannt auf Ihre Fragen.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von ALMA:
Wie bereitet man sich am besten auf eine Darmspiegelung vor? Gibt es sanfte Methoden zur Darmentleerung/-reinigung, oder sind alle gleichermaßen unangenehm?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Die Verträglichkeit der Abführmaßnahmen ist sehr unterschiedlich und sehr individuell. Man kommt natürlich mit weniger Abführmittel aus, wenn man mehrere Tage vor der Untersuchung nur flüssige ... [mehr]Die Verträglichkeit der Abführmaßnahmen ist sehr unterschiedlich und sehr individuell. Man kommt natürlich mit weniger Abführmittel aus, wenn man mehrere Tage vor der Untersuchung nur flüssige Kost zu sich nimmt. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von SASCHA:
Wie läuft denn eine Darmkrebs-Vorsorge genau ab?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Für die Vorsorge stehen im wesentlichen zwei Verfahren zur Verfügung: der Test auf occultes - also mit dem Auge nicht sichtbares - Blut im Stuhl und ... [mehr]Für die Vorsorge stehen im wesentlichen zwei Verfahren zur Verfügung: der Test auf occultes - also mit dem Auge nicht sichtbares - Blut im Stuhl und die Darmspiegelung. Den Test auf occultes Blut sollte man bei fehlender familiärer Belastung mit Darmkrebserkrankungen ab dem fünfzigsten Lebensjahr machen und die Darmspiegelung ab dem fünfundfünzigsten Lebensjahr. Für die Darmspiegelung muss der Darm vorher gereinigt werden, dies geschieht durch die Einnahme von Abführmitteln am Vortag der Untersuchung. Die Darmspiegelung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die Spiegelung selbst dauert ungefähr 20 Minuten und wird in der Regel in Sedierung durchgeführt, sie bekommen also Medikamente, die sie schlafen lassen. Somit wird die eigentliche Untersuchung "verschlafen". [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von THOMAS:
Bin jetzt 52 und war noch nicht bei der Vorsorge. Muss ich mir Sorgen machen?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Nein, wenn bei Ihnen kein erhebliches familiäres Risiko vorliegt - also falls nicht mehrere Verwandte jüngeren Alters erkrankt sind - müssen Sie sich keine Sorgen machen. ... [mehr]Nein, wenn bei Ihnen kein erhebliches familiäres Risiko vorliegt - also falls nicht mehrere Verwandte jüngeren Alters erkrankt sind - müssen Sie sich keine Sorgen machen. Generell ist die Vorsorge bei nicht-vorbelasteten Personen auch erst ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und wird erstattet. Sie können sich also langsam darauf vorbereiten. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von ROSI:
Sind Frauen eigentlich genauso Darmkrebs gefährdet wie Männer? Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Vorsorgeempfehlung?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Nein, es gibt keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von SISSI:
Mein Mann hatte unlängst eine Darmspiegelung. Dabei wurden auch einige veränderte Zellen oder Polypen in der Darmwand entfernt, so ganz genau wurde uns das nicht mitgeteilt. Nun soll er alle zwei Jahre zur Kontrolle kommen. Reicht das wirklich aus? Wie engmaschig sind Kontrollen sinnvoll?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Wenn Polypen entfernt wurden, dann erfolgen die Kontrollen je nach Befund des Polpyen in der Regel nach drei Jahren. Um Ihre Frage exakt beantworten zu können, ... [mehr]Wenn Polypen entfernt wurden, dann erfolgen die Kontrollen je nach Befund des Polpyen in der Regel nach drei Jahren. Um Ihre Frage exakt beantworten zu können, müsste man wissen, wie viele Polypen von welcher Größe und mit welchem histologischen Befund entfernt wurden. Sie sollten darauf dringen, dass Sie eine umfängliche Information zu dem Ergebnis der Darmspiegelung erhalten. Alle zwei Jahre zur Kontrolle bedarf der genauen Begründung. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von SCHULKIND:
Ich bin 18 Jahre alt und habe seit einigen Tagen Blut im Stuhl. Kann man mit 18 Jahren schon an Darmkrebs erkranken? Im Internet liest man ja schlimme Sachen....

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Ja, das ist möglich, aber extrem selten. Blut im Stuhl bei jungen Menschen ist meistens nicht durch Krebs bedingt. Aber lassen Sie es bitte auf jeden ... [mehr]Ja, das ist möglich, aber extrem selten. Blut im Stuhl bei jungen Menschen ist meistens nicht durch Krebs bedingt. Aber lassen Sie es bitte auf jeden Fall abklären! [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von SILIVIA:
Ich bin 56 Jahre alt und habe ziemlich oft Verstopfung. Kann daraus Darmkrebs entstehen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Aus Verstopfung selbst entsteht kein Darmkrebs, allerdings könnte insbesondere der Wechsel von Verstopfung und Durchfall ein indirektes Zeichen für das Vorliegen eines Darmtumors sein. Mit 56 ... [mehr]Aus Verstopfung selbst entsteht kein Darmkrebs, allerdings könnte insbesondere der Wechsel von Verstopfung und Durchfall ein indirektes Zeichen für das Vorliegen eines Darmtumors sein. Mit 56 Jahren würde man Ihnen empfehlen, eine Vorsorgekoloskopie zu machen, damit kann dann am besten beurteilt werden, was die mögliche Ursache der Verstopfung ist. Eine unauffällige Darmspiegelung wird dann auch zu Ihrer Beruhigung beitragen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von CHAT:
Kann man sagen, dass Krankheiten mütterlicherseits eher vererbt werden als die des Vaters? Meine Oma und meine Mutter sind beide an Darmkrebs verstorben, während mein Vater und Opa jeweils einen Herzinfarkt hatten.

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Die Vererblichkeit von Erkrankungen ist in der Regel unabhängig davon, ob sie mütterlicherseits oder väterlicherseits auftreten. Die Vererblichkeit ist vielmehr durch die Art der genetischen Veränderung ... [mehr]Die Vererblichkeit von Erkrankungen ist in der Regel unabhängig davon, ob sie mütterlicherseits oder väterlicherseits auftreten. Die Vererblichkeit ist vielmehr durch die Art der genetischen Veränderung bedingt. Ausgenommen hiervon sind Erkrankungen, die über die Geschlechtschromosomen vererbt werden (das X und Y Chromosom). [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von CORI NNA:
Ist eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung auch sinnvoll, wenn man nicht familiär vorbelastet ist?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Auf jeden Fall, denn das trifft ja für die meisten Menschen zu, dass sie zum Glück nicht familiär vorbelastet sind. Aber die Erkrankung ist häufig, also ... [mehr]Auf jeden Fall, denn das trifft ja für die meisten Menschen zu, dass sie zum Glück nicht familiär vorbelastet sind. Aber die Erkrankung ist häufig, also bitte dann ab dem 55. Lebensjahr die Vorsorge durchführen lassen. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von KATHRIN:
Was können Anzeichen für einen Darmkrebs sein?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Symptome können beispielsweise Blut im Stuhl, Bauchkrämpfe oder veränderter Stuhlgang sein. In fortgeschrittenen Stadien können Gewichtsabnahme und Abgeschlagenheit hinzukommen.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von LOTTA:
Man liest häufig, dass Darmkrebs mit einer genetischen Disposition einher geht. Nun sind in meiner Familie keine derartigen Erkrankungen bekannt. Ist das eine trügerische Sicherheit? Wie sollte eine sinnvolle Vorsorge aussehen?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Wenn keine familiäre Belastung vorliegt, genügt die Teilnahme am normalen Früherkennungsprogramm (Screening). Dieses umfasst zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr die jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut ... [mehr]Wenn keine familiäre Belastung vorliegt, genügt die Teilnahme am normalen Früherkennungsprogramm (Screening). Dieses umfasst zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr die jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl und ab dem 55. Lebensjahr eine einmalige Darmspiegelung, die bei unauffälligem Befund nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von KLAUS R.:
Ich esse sehr gerne Rindersteaks, nicht gerade roh, aber auch nicht durchgegart. Nun habe ich gehört, dass Viren im Zusammenhang mit einer Darmkrebserkrankung stehen können. Würde durchgaren besser sein und wie sieht es mit Reh-oder Hirschfleisch aus?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Die Frage der Bedeutung von Viren als Ursache der Darmkrebserkrankung ist völlig offen und auch nicht unumstritten. Derzeit gibt es noch keinen gesicherten Zusammenhang. Das Durchgaren ... [mehr]Die Frage der Bedeutung von Viren als Ursache der Darmkrebserkrankung ist völlig offen und auch nicht unumstritten. Derzeit gibt es noch keinen gesicherten Zusammenhang. Das Durchgaren ist -wenn überhaupt - dann für alle Fleischarten zu empfehlen. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von PATRICK-J.:
Ich bin jetzt 39 Jahre alt und sollte früher oder später auch zur Vorsorge gehen... Können Sie mir bitte kurz beschreiben, wie eine solche Untersuchung abläuft?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Der Darm muss gut entleert werden, damit er möglichst frei von Stuhlresten ist. Dies geschieht mit flüssiger Kost und abführenden Mitteln. Dann wird - auf Wunsch ... [mehr]Der Darm muss gut entleert werden, damit er möglichst frei von Stuhlresten ist. Dies geschieht mit flüssiger Kost und abführenden Mitteln. Dann wird - auf Wunsch in einer kurzen Betäubung - ein so genanntes Koloskop in den Darm eingeführt. Dies ist ein Schlauch, an dessen Ende sich eine Lichtquelle, eine Kamera und kleine Arbeitsinstrumente befinden. Auf diese Weise kann man den gesamten Darm ansehen und bei Bedarf auch Gewebeproben aus der Darmwand entnehmen oder Polypen abtragen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von PAULI:
Ich habe letzte Woche erfahren, dass meine Oma (77) Darmkrebs hat, der schon auf die Leber gestreut hat. Operiert wird wohl nicht mehr, aber eine Chemotherapie wird angesetzt. Wie gut stehen die Heilungschancen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Ohne genaue Kenntnis der exakten Erkrankungssituation Ihrer Oma ist es schwierig, eine genaue Aussage zu treffen. Auch bei Lebermetastasen besteht im Einzelfall noch die Chance der ... [mehr]Ohne genaue Kenntnis der exakten Erkrankungssituation Ihrer Oma ist es schwierig, eine genaue Aussage zu treffen. Auch bei Lebermetastasen besteht im Einzelfall noch die Chance der Operation. Hierzu ist es wichtig, dass ein in der Leberchirurgie erfahrener Chirurg die Befunde sieht. Sollte die Operation nicht möglich sein, dann ist eine Chemotherapie sinnvoll. Hiermit lässt sich eine Lebensverlängerung erzielen, in einzelnen Fällen spricht die Erkrankung so gut an, dass dann doch noch operiert werden kann. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von IFFI:
Wie überzeuge ich meinen Mann davon, zur Darmkrebsvorsorge zu gehen? In der Familie gibt es gehäuft Darmpolypen.

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Das haben Sie doch das beste Argument schon an der Hand - dies sind ja die noch gutartigen Vorläuferstufen, die ein bösartiger Krebs werden können. Und ... [mehr]Das haben Sie doch das beste Argument schon an der Hand - dies sind ja die noch gutartigen Vorläuferstufen, die ein bösartiger Krebs werden können. Und wenn man diese abträgt, kann man das Risiko auf diese Weise deutlich reduzieren... er sollte also unbedingt zur Vorsorge gehen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von OTTI MüLLER:
Neben der herkömmlichen Darmspiegelung soll es die Möglichkeit geben, die Früherkennung mittels MRT durchführen zu lassen. Für welchen Patientenkreis ist das die bessere Lösung?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Die MRT-Untersuchung ist kein sinnvoller Ersatz der Darmspiegelung, da mit der MRT-Untersuchung nur größere Darmpolypen nachgewiesen werden können. Kleinere Polypen entgehen der Untersuchungsmethode und darüber hinaus ... [mehr]Die MRT-Untersuchung ist kein sinnvoller Ersatz der Darmspiegelung, da mit der MRT-Untersuchung nur größere Darmpolypen nachgewiesen werden können. Kleinere Polypen entgehen der Untersuchungsmethode und darüber hinaus können die Polypen natürlich dann auch nicht abgetragen werden. Die MRT-Untersuchung kommt damit allenfalls für Patienten in Frage, denen die Belastung der Darmspiegelung nicht zuzumuten ist. Allerdings wäre dann im Falle des Nachweises von Polpyen in der Regel doch eine Darmspiegelung erforderlich, so dass die MRT-Untersuchung keinen Stellenwert in der Vorsorge hat. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von ULI CHARLES:
Meine Lebensgefährtin hatte vor ungefähr zehn Jahren Darmkrebs, der operativ entfernt wurde mit zwei Metern Darm. Seither geht es ihr gut. Gilt oder ist sie jetzt geheilt?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Ja, wenn in den zehn Jahren kein Rückfall aufgetreten ist und sich keine Metastasen gebildet haben, dann kann Ihre Lebensgefährtin mit hoher Wahrscheinlichkeit als geheilt gelten. ... [mehr]Ja, wenn in den zehn Jahren kein Rückfall aufgetreten ist und sich keine Metastasen gebildet haben, dann kann Ihre Lebensgefährtin mit hoher Wahrscheinlichkeit als geheilt gelten. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von HELGA:
Ich gehe regelmäßig zur Krebsvorsorge bei meiner Frauenärztin. Was sollte ich außerdem noch tun, um beispielsweise Darmkrebs vorzubeugen?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Es gibt zwar keine Garantie, dass eine gesunde Lebensweise vor Darmkrebs schützt, aber folgende Punkte werden allgemein empfohlen: Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen, regelmäßige körperliche Bewegung, Verzicht ... [mehr]Es gibt zwar keine Garantie, dass eine gesunde Lebensweise vor Darmkrebs schützt, aber folgende Punkte werden allgemein empfohlen: Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen, regelmäßige körperliche Bewegung, Verzicht auf exzessiven Alkoholkonsum, Verzicht auf Tabakkonsum, die Ernährung sollte ballaststoffreich sein (etwa 30 Gramm pro Tag), reich an Folsäure, Kalzium und Vitamin B6, vermehrter Konsum von Obst und Gemüse. Zur Früherkennung: Zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr wird der jährliche Test auf verstecktes Blut im Stuhl empfohlen (und bei Nachweis von Blut natürlich eine Darmspiegelung), ab dem 55. Lebensjahr ist auf jeden Fall eine einmalige Darmspiegelung sinnvoll, die bei unauffälligem Befund nur alle zehn Jahre wiederholt werden muss. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von VERA:
Im Sommer letzten Jahres habe ich im "Focus" gelesen, dass dann, wenn Verwandte ersten Grades an Darmkrebs leiden, das eigene Risiko höher sein soll, daran zu erkranken. Dort hieß es, dass es unklar ist, ob solche Menschen öfter zur Vorsorge gehen sollten oder nicht. Experten sollen angeblich den Nutzen der Früherkennung für unter 55-Jährige anzweifeln. Wie sehen Sie das?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Das trifft nur beziehungsweise vor allem dann zu, wenn die Erkrankten jünger als vielleicht 65 Jahre sind und wenn mehrere Verwandte erkrankt sind. Bei "älteren" Verwandten, ... [mehr]Das trifft nur beziehungsweise vor allem dann zu, wenn die Erkrankten jünger als vielleicht 65 Jahre sind und wenn mehrere Verwandte erkrankt sind. Bei "älteren" Verwandten, also über 65 Jahre, ist die Regelung mit "ab 55" sicher ausreichend, auch wenn wissenschaftlich eine Herabsetzung gerade diskutiert wird. Daher der "Zweifel der Experten", den ich auch teile. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von 23-KLA:
Mein Vater hat Darmkrebs im Endstadium und jetzt will der behandelnde Arzt noch eine Chemotherapie ansetzen. Macht das denn überhaupt noch Sinn?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Das hängt davon ab, in welchem Zustand sich Ihr Vater befindet, welche Organe wie stark befallen sind und welche Vorbehandlung stattgefunden hat. Der Begriff "Endstadium" wird ... [mehr]Das hängt davon ab, in welchem Zustand sich Ihr Vater befindet, welche Organe wie stark befallen sind und welche Vorbehandlung stattgefunden hat. Der Begriff "Endstadium" wird häufig falsch verwendet. Wenn damit ein fortgeschrittenes, metastasiertes Stadium gemeint ist, dann lohnt sich meistens noch eine Therapie. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von THOMAS:
Zahlt die Krankenkasse die Vorsorge oder muss man das mittlerweile (anteilig?) selber bezahlen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Die Krankenkassen zahlen die Vorsorgeuntersuchungen. Der Anspruch auf Darmkrebsvorsorge beginnt mit 50 Jahren mittels Stuhltest und ab 55 Jahren mit einer Koloskopie.

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von EVA:
Ab welchem Alter sollte man sich einer Darmspiegelung unterziehen? Ist ab 50 nicht sehr spät?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Sie haben Recht, das kann schon "spät" sein - allerdings wissen wir recht gut, dass die weit überwiegende Mehrheit der "spontanen" Erkrankungen erst jenseits des 60. ... [mehr]Sie haben Recht, das kann schon "spät" sein - allerdings wissen wir recht gut, dass die weit überwiegende Mehrheit der "spontanen" Erkrankungen erst jenseits des 60. Lebensjahres auftritt, die meisten sogar noch deutlich später. Aber die Vorsorge zielt ja besonders auch auf die Vorstufen, also Polypen, ab, die über viele Jahre zumeist recht langsam wachsen. Insofern gilt gerade sogar, dass die Empfehlung besteht, sich ab dem 55. Lebensjahr untersuchen zu lassen, und auch dann wird es erst erstattet. Es sei denn, es liegt eine besondere "Risikokonstellation" vor, etwa durch jung erkrankte Verwandte ersten Grades. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von HORST:
Meine Frau drängt mich seit Jahren dazu, vorsichtshalber eine Darmspiegelung machen zu lassen - bisher habe ich das nicht gewollt. Einer meiner Freunde ist jetzt an Darmkrebs gestorben, das macht mich nachdenklich. Ab welchem Alter sollte man eine solche Spiegelung machen lassen und was bringt sie?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Ihre Frau hat Recht: Der sehr lange zeitliche Verlauf zwischen dem ersten Auftreten von - gutartigen - Polypen und ihrer Entartung zu einem Krebs bietet die ... [mehr]Ihre Frau hat Recht: Der sehr lange zeitliche Verlauf zwischen dem ersten Auftreten von - gutartigen - Polypen und ihrer Entartung zu einem Krebs bietet die Chance zur Früherkennung und damit Vorbeugung. Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl und die Durchführung einer Darmspiegelung führt zu einer deutlichen Senkung der krebsbezogenen Sterblichkeit. Durch die Abtragung von Polypen im Rahmen einer Darmspiegelung kann die Häufigkeit von Darmkrebs um 70 bis 90 Prozent gesenkt werden. Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings wird in der Bevölkerung ohne familiäre Belastung eine Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und auch von der Krankenkasse übernommen. Wenn sie keinen krankhaften Befund zeigt, sollte sie alle zehn Jahre wiederholt werden. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von WIDD:
Gibt es eine Möglichkeit, ein familiär bedingtes erbliches Darmkrebsrisiko zu verringern?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Sollte ein familiär bedingtes Risiko vorliegen, so kann dies nicht aktiv verringert werden, sondern die Vorsorgemaßnahmen müssen dem Risiko angepasst werden.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von ULRICH:
Ich leide immer wieder unter starken Verstopfungen und kann teilweise bis zu fünf Tagen am Stück nicht auf die Toilette. Abgesehen davon, dass ich mich dabei sehr unwohl fühle, habe ich Angst vor Darmkrebs. Was sagen Sie?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Es gibt durchaus Menschen, die zu Verstopfung neigen, ohne dass eine ernste Erkrankung vorliegt. Aber Sie sollten das abklären lassen. Stuhlunregelmäßigkeiten sind immer ein Grund für ... [mehr]Es gibt durchaus Menschen, die zu Verstopfung neigen, ohne dass eine ernste Erkrankung vorliegt. Aber Sie sollten das abklären lassen. Stuhlunregelmäßigkeiten sind immer ein Grund für eine Darmspiegelung. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt darüber. [weniger]

Moderator:
Liebe User, vielen Dank für die rege Teilnahme an unserem Chat zum Thema "Darmkrebs". Dieser Chat ist moderiert, die Fragen werden von einem Moderator geprüft und dann den Experten vorgelegt. Bei großem Interesse am Chat werden zunächst die Fragen beantwortet, die für eine Vielzahl von Menschen interessant sind.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von AOL435:
Ich lasse demnächst eine Darmspiegelung machen und weiß nicht, ob ich mir eine Vollnarkose geben lassen soll. Ist es denn sehr schmerzhaft ohne?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Nein, die meisten Patienten klagen nicht über starke Schmerzen. Ein beruhigendes und krampflösendes Mittel bekommen Sie auf jeden Fall und Sie können auch während des Eingriffes ... [mehr]Nein, die meisten Patienten klagen nicht über starke Schmerzen. Ein beruhigendes und krampflösendes Mittel bekommen Sie auf jeden Fall und Sie können auch während des Eingriffes noch bei Bedarf eine "Kurznarkose" bekommen. Für eine Vollnarkose gibt es aber keinen Grund. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von JENS M.:
Ich bin 32 Jahre alt und frage mich, ab wann ich zur Darmkrebs-Vorsorge gehen sollte. Meine Oma väterlicherseits hatte Darmkrebs, wurde aber erfolgreich therapiert...

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Sie sollten ab dem 55. Lebensjahr zur Vorsorge gehen - es sei denn, Ihre Oma ist in einem deutlich jüngeren Alter erkrankt - etwa 65 oder ... [mehr]Sie sollten ab dem 55. Lebensjahr zur Vorsorge gehen - es sei denn, Ihre Oma ist in einem deutlich jüngeren Alter erkrankt - etwa 65 oder jünger - oder wenn noch mehrere sonstige Verwandte erkrankt wären. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von KLUSTER-KREBS:
Ich habe immer wieder Blut im Stuhl und traue mich nicht zum Arzt zu gehen. Ich habe Angst, denn meine Mutter ist schon an Darmkrebs gestorben. Was nun? Was raten Sie mir?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Bei Blut im Stuhl sollten Sie schon zu Ihrem Arzt gehen, da es durchaus auch andere Ursachen als Darmkrebs für Blut im Stuhl gibt. Selbst wenn ... [mehr]Bei Blut im Stuhl sollten Sie schon zu Ihrem Arzt gehen, da es durchaus auch andere Ursachen als Darmkrebs für Blut im Stuhl gibt. Selbst wenn ein Tumor gefunden werden sollte, besteht bei frühzeitiger Entdeckung eine sehr gute Heilungschance. Sprechen Sie bitte offen mit Ihrem Arzt auch über Ihre Ängste und Sorgen. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von WERNER-BRAUN:
Können Sie mir sagen, ab welchem Alter grundsätzlich das Wachstum der Krebszellen abnimmt? Und wie ist es bei Darmkrebs?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Krebszellen wachsen zwar in der Regel bei älteren Menschen eher langsamer als bei jüngeren, jedoch gibt es auch im ... [mehr]Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Krebszellen wachsen zwar in der Regel bei älteren Menschen eher langsamer als bei jüngeren, jedoch gibt es auch im Alter manchmal schnell und aggressiv wachsende Tumore. Insbesondere bei älteren Menschen, die biologisch jünger sind als es das Lebensalter angibt, sieht man häufiger auch schnell wachsende Krebse. Der Darmkrebs verhält sich in dem Zusammenhang nicht anders als Tumore aus anderen Organen. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von GUSTAV GANS:
Können Sie mir sagen, wovon es abhängt, ob man Darmkrebs bekommt oder nicht? Von der familiären Vorbelastung? Oder wie kann man vermeiden, dass man den Krebs bekommt?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Eine ganz klare, eindeutige Antwort kann ich Ihnen nicht geben, da es viele Faktoren sind. Ernährung, mangelnde Bewegung dürften die Wichtigsten sein, und die Vermeidung von ... [mehr]Eine ganz klare, eindeutige Antwort kann ich Ihnen nicht geben, da es viele Faktoren sind. Ernährung, mangelnde Bewegung dürften die Wichtigsten sein, und die Vermeidung von zu viel Fleisch, regelmäßige Ernährung mit Obst und Gemüse sind sicher gute Maßnahmen. Familiäre Belastungen spielen auch eine Rolle, sind aber nur bei der Minderheit der Erkrankungen von Bedeutung. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von WOLKE77:
Ist es noch als normal einzustufen, wenn man nur jeden zweiten oder nur jeden dritten Tag Stuhlgang hat? Und ist das gefährlich in Punkto Darmkrebs?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Jeden zweiten oder dritten Tag Stuhlgang zu haben ist völlig normal und ist kein Risiko hinsichtlich der Entstehung von Darmkrebs.

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von IFFI:
Sind Frauen ebenso häufig von Darmkrebs betroffen wie Männer?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Frauen erkranken etwas seltener an Darmkrebs, aber auch bei Frauen gehört Darmkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen, so dass für Frauen und Männer die gleichen Vorsorgeempfehlungen gelten.

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von LENA:
Ich leide abwechseln an Durchfall oder Verstopfung, muss ich mir wegen Darmkrebs Sorgen machen?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Sie sollten es auf jeden Fall abklären lassen, es können viele andere Gründe sein, aber man sollte dem nachgehen.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von WIDD:
Ab welchem Alter sollte man sich regelmässig untersuchen lassen, falls in der Familie Darmkrebs gehäufter auftritt?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Verwandte ersten Grades sollten in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor der Erkrankung des Patienten liegt, spätestens aber im Alter von 50 Jahren. Bei ... [mehr]Verwandte ersten Grades sollten in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor der Erkrankung des Patienten liegt, spätestens aber im Alter von 50 Jahren. Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie in dieser Risikogruppe spätestens nach zehn Jahren wiederholt werden. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von RAMONA:
Mein Vater (59) will nicht zur Darmkrebs-Vorsorge gehen, weil er meint, solange er keine Schmerzen, Durchfall, Verstopfung, Blut im Stuhl oder ähnliches hat, sei alles in Ordnung. Aber wenn dann eines von diesen Dingen auftritt, kann es ja auch schon fast zu spät sein, oder? Wie kann ich ihn dazu bringen, regelmäßig zur Untersuchung zu gehen? Meine Mutter hat es schon aufgegeben...

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Sie haben natürlich vollkommen recht: Eine Darmkrebsvorsorge wird heute ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und kann das Darmkrebsrisiko deutlich senken. Die Spiegelung des Darmes ist eine ... [mehr]Sie haben natürlich vollkommen recht: Eine Darmkrebsvorsorge wird heute ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und kann das Darmkrebsrisiko deutlich senken. Die Spiegelung des Darmes ist eine ungefährliche und unproblematische Untersuchung, lediglich die vorher nötigen Abführmaßnahmen werden oft als belastend empfunden. Aber es lohnt sich, die Untersuchung machen zu lassen, denn wenn Symptome auftreten, liegt oft schon ein weiter fortgeschrittenes Stadium vor. Sich auf Symptome zu verlassen, ist kein guter Rat. Vielleicht erläutern Sie Ihrem Vater noch einmal ganz sachlich die Zusammenhänge. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von BLUMARIN:
Meine Mutter hat eine Leberzirrhose und Darmkrebs. Welche Krankheit wird nun zum Tod führen, laut den Ärzten hat sie nur noch wenige Wochen zu leben. Wird sie schlimme Schmerzen haben? Und soll ich das mit ihr besprechen oder sie lieber nicht so sehr informieren.

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Das ist eine schwere Frage, besonders, da ich weder die Konstitution Ihrer Mutter noch die medizinischen Befunde kenne. Schmerzen werden wahrscheinlich gar nicht so ein Problem ... [mehr]Das ist eine schwere Frage, besonders, da ich weder die Konstitution Ihrer Mutter noch die medizinischen Befunde kenne. Schmerzen werden wahrscheinlich gar nicht so ein Problem sein, wenn es jetzt keines ist - und viel mehr zu einem (möglichen) Verlauf kann ich Ihnen so pauschal nicht sagen. Auch die Frage, ob Sie Ihre Mutter da in die Gespräche einbinden sollen, ist schwer zu beantworten - ich bin schon ein Freund davon, da der Erkrankte ja wissen soll, welche Ziele und Hoffnungen und Möglichkeiten bestehen. Letztendlich muss man das dann ja auch gemeinsam erörtern und überlegen, was das Beste ist. Ich rate da sehr zur Offenheit, die Sie aber mit dem behandelnden Onkologen auch besprechen sollten - und auch, ob dies genügend Betreuung ist. Manchmal ist es auch hilfreich, einen Spezialisten für Psychoonkologie mit dabei zu haben - aber in erster Linie sollten Sie zusammen mit dem behandelnden Arzt und Ihrer Mutter sprechen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von EMS:
Mein Ur-Opa und Opa väterlicherseits sind beide an Darmkrebs gestorben. Mein Vater hat bisher noch nichts und geht auch regelmäßig zur Vorsorge. Wie groß ist denn mein Risiko und ab wann sollte ich auch zur Vorsorge gehen? Ich bin männlich, 35 Jahre...

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Aufgrund der Tatsache, dass mehrere Familienangehörige eine Darmkrebserkrankung hatten, besteht ein erhöhtes Risiko. Die exakte Risikoerhöhung lässt sich ohne die Möglichkeit der Untersuchung der erkrankten Familienmitglieder ... [mehr]Aufgrund der Tatsache, dass mehrere Familienangehörige eine Darmkrebserkrankung hatten, besteht ein erhöhtes Risiko. Die exakte Risikoerhöhung lässt sich ohne die Möglichkeit der Untersuchung der erkrankten Familienmitglieder nicht genau festlegen. Sie sollten mit der Vorsorge zur Sicherheit zehn Jahre vor Erkrankungsalter eines der Betroffenen beginnen. Also wenn der Opa mit 50 Jahren sein Erkrankung hatte, dann mit 40 Jahren. Ansonsten wie üblich mit 50 Jahren. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von EIZO:
Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es bei Darmkrebs?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Eine Aufzählung würde die Form dieses Forums sprengen. Die Therapie hängt in erster Linie vom Ort und der Ausbreitung beziehungsweise dem Stadium ab; Operation, Strahlentherapie, Therapie ... [mehr]Eine Aufzählung würde die Form dieses Forums sprengen. Die Therapie hängt in erster Linie vom Ort und der Ausbreitung beziehungsweise dem Stadium ab; Operation, Strahlentherapie, Therapie mit Medikamenten (Chemotherapie plus modernste molekularbiologisch fundierte Therapieverfahren) bilden hier die Basis. So "pauschal" ist das aber schwer zu sagen. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von PAULA MAIER:
Meine Mutter ist 88 Jahre alt und nun wurde bei einer Darmspiegelung Darmkrebs entdeckt. Sie soll umgehend operiert werden. Macht das in solch einem hohen Alter denn noch Sinn?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Das Alter alleine sollte kein Grund sein, eine ansonsten sinnvolle Therapie nicht durchzuführen. Wenn Ihre Oma ansonsten fit ist und man Ihr die Operation zutraut, dann ... [mehr]Das Alter alleine sollte kein Grund sein, eine ansonsten sinnvolle Therapie nicht durchzuführen. Wenn Ihre Oma ansonsten fit ist und man Ihr die Operation zutraut, dann sollte operiert werden. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von ALI-BERN:
Wenn man Polypen hat, ist das schon gefährlich?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Nein, Polypen sind nicht gefährlich. Aber man muss sie entfernen, da sie bösartig werden können. Die Polypentfernung ist also die beste Darmkrebsvorbeugung.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von CH. KLEIN:
Wie viel ist heute über die Entstehung von Darmkrebs bekannt? Ist eine familiäre Vorgeschichte bedeutender als die Ernährung; oder spielt eins ins andere?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Definierte genetische Krankheitsbilder sind extrem selten und machen nur fünf bis zehn Prozent der Neuerkrankungen aus. Eine familiäre Belastung erhöht allerdings das Risiko, insbesondere ein Darmkrebs ... [mehr]Definierte genetische Krankheitsbilder sind extrem selten und machen nur fünf bis zehn Prozent der Neuerkrankungen aus. Eine familiäre Belastung erhöht allerdings das Risiko, insbesondere ein Darmkrebs bei einem oder mehreren Verwandten ersten Grades vor dem 50. Lebensjahr. Weitere Risikofaktoren sind Adenome und Polypen sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Exzessiver Alkoholkonsum und Rauchen gelten ebenso als Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel. Eine ballaststoffarme, fettreiche Nahrung mit einem hohen Anteil an rotem Fleisch und verarbeiteten Wurstwaren gilt ebenso als belastender Faktor wie eine Ernährung mit zu wenig Obst und Gemüse. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von MANUELA:
Ich habe regelmäßig starken Durchfall, meistens morgens nach dem Frühstück. Kann ein Tumor der Grund sein?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Das kann viele Ursachen haben, aber natürlich auch Darmkrebs - wobei dies weniger wahrscheinlich ist, wenn es immer morgens nur nach dem Frühstück - und vielleicht ... [mehr]Das kann viele Ursachen haben, aber natürlich auch Darmkrebs - wobei dies weniger wahrscheinlich ist, wenn es immer morgens nur nach dem Frühstück - und vielleicht dann durch Kaffee bedingt - auftritt. Wenn Sie aber älter als 55 Jahre sind, sollten Sie eine Vorsorge-Darmspiegelung durchführen lassen. Wenn sie jünger sind, sollten Sie einen Internisten aufsuchen, um das abzuklären - auch, wenn es wahrscheinlich harmlos ist. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von LULIBU123:
Kann man Darmkrebs auch nur an einer Stuhlprobe erkennen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Nein, das kann man nicht.

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von AXEL00:
Ich bin jetzt 44 Jahre alt und familiär vorbelastet. Ich würde auch gern zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Werden diese Untersuchungen von der Krankenkasse übernommen oder muss man die selbst tragen?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Ja, die Untersuchungen werden bei familiärer Belastung übernommen. Verwandte ersten Grades sollten erstmals in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor der Erkrankung des betroffenen ... [mehr]Ja, die Untersuchungen werden bei familiärer Belastung übernommen. Verwandte ersten Grades sollten erstmals in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor der Erkrankung des betroffenen Angehörigen liegt, spätestens aber im Alter von 50 Jahren. Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie in dieser Risikogruppe spätestens nach zehn Jahren wiederholt werden. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von LOUISE:
Mein Vater hat mit 84 Jahren eine Darmspiegelung durchführen lassen per Vollnarkose. Seither geht es ihm gar nicht gut. In meinen Augen ist es ein Unsinn, wenn man so alte Leute noch zu einer Darmspiegelung überredet, oder?

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Zur Vorsorge ist das auf jeden Fall nicht sinnvoll und wird auch nicht empfohlen, aber zur Abklärung von Beschwerden oder Symptomen kann es notwendig sein beziehungsweise ... [mehr]Zur Vorsorge ist das auf jeden Fall nicht sinnvoll und wird auch nicht empfohlen, aber zur Abklärung von Beschwerden oder Symptomen kann es notwendig sein beziehungsweise gewesen sein. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von PAULA ROSETTI:
Ich werde dieses Jahr 60. Vor drei Jahren habe ich eine Darmspiegelung - ohne Befund - machen lassen. Wie oft beziehungsweise in welchen Zeitabständen empfehlen Sie diese Untersuchung?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Wenn bei Ihnen keine familiäre Belastung hinsichtlich des Vorkommens von Darmkrebs vorliegt, dann reicht bei unauffälliger erster Darmspiegelung eine Kontrolle nach zehn Jahren. Sollten vorher Beschwerden ... [mehr]Wenn bei Ihnen keine familiäre Belastung hinsichtlich des Vorkommens von Darmkrebs vorliegt, dann reicht bei unauffälliger erster Darmspiegelung eine Kontrolle nach zehn Jahren. Sollten vorher Beschwerden auftreten, kann natürlich auch vorher eine Spiegelung durchgeführt werden. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von BARNIE:
Welche Lebensmittel sollte man eher meiden, wenn man Darmkrebs vorbeugen will?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Gar keine Lebensmittel müssen gemieden werden. Man kann Darmkrebs nicht vorbeugen, in dem man bestimmte Lebensmittel meidet. Aber man kann in gewissem Rahmen vorbeugen, in dem ... [mehr]Gar keine Lebensmittel müssen gemieden werden. Man kann Darmkrebs nicht vorbeugen, in dem man bestimmte Lebensmittel meidet. Aber man kann in gewissem Rahmen vorbeugen, in dem man viel Obst und Gemüse isst, auf ein normales Gewicht achtet und sich viel bewegt. Außerdem sollten exzessiver Alkohol- und Nikotingenuss vermieden werden. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von TOM:
In einem Buch über gesunde Nahrungsmittel steht, dass Brokkoli das Dickdarmkrebsrisiko senken kann. Stimmt das? Wenn ja: Wie oft müsste man das Gemüse essen und welche Nahrungsmittel sollten ebenso auf dem Speiseplan stehen?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Zur Prävention von Darmkrebserkrankungen kann der Lebensstil in der Tat beitragen. Ausreichend körperliche Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und eine ausgewogene, ballastreiche Ernährung gelten als sinnvoll. Brokkoli ... [mehr]Zur Prävention von Darmkrebserkrankungen kann der Lebensstil in der Tat beitragen. Ausreichend körperliche Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und eine ausgewogene, ballastreiche Ernährung gelten als sinnvoll. Brokkoli ist in diesem Zusammenhang sicher nur eines von vielen Gemüsen, die zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. [weniger]

Professor Dr. med. Dirk Arnold
Professor Dr. med. Dirk Arnold,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg und Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Sein Hauptinteresse gilt der Entwicklung moderner Behandlungskonzepte für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren sowie optimierten Behandlungsstrukturen.

Frage von BETSY:
Wie macht sich denn ein Darmkrebs bemerkbar? Wie kann man es selbst erkennen? Normalerweise geht man ja erst zum Arzt, wenn man Schmerzen hat oder andauernde Durchfälle oder ähnliches.

Antwort von Professor Dr. med. Dirk Arnold:
Durch eine Vielzahl von Symptomen, auf die man sich nicht "verlassen" kann, etwa unregelmäßiger Stuhl oder Blut im Stuhl. Leider ist aber alles sehr unspezifisch, darauf ... [mehr]Durch eine Vielzahl von Symptomen, auf die man sich nicht "verlassen" kann, etwa unregelmäßiger Stuhl oder Blut im Stuhl. Leider ist aber alles sehr unspezifisch, darauf kann man sich wirklich nicht verlassen. Aber deshalb gibt es ja die Vorsorgeuntersuchung, die idealerweise eine Darmspiegelung sein sollte, das ist die beste Methode, und die in der Regel ab dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden sollte, wenn keine erhebliche familiäre Risikosituation besteht. [weniger]

Dr. med. Friedrich Overkamp
Dr. med. Friedrich Overkamp,
Begründer der Praxis und Tagesklinik für internistische Onkologie & Hämatologie in Recklinghausen und ehemaliger Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

Frage von IFFI:
Bei Darmkrebs in der Familie - sollten schon Kinder zur Früherkennung gehen?

Antwort von Dr. med. Friedrich Overkamp:
Nein, Kinder müssen in der Regel nicht zur Darmkrebs-Früherkennung gehen. Die Richtlinien sagen: Verwandte ersten Grades sollten in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor ... [mehr]Nein, Kinder müssen in der Regel nicht zur Darmkrebs-Früherkennung gehen. Die Richtlinien sagen: Verwandte ersten Grades sollten in einem Alter koloskopiert werden, das zehn Jahre vor der Erkrankung des Patienten liegt, spätestens aber im Alter von 50 Jahren. Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie in dieser Risikogruppe spätestens nach zehn Jahren wiederholt werden. [weniger]

Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven
Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven,
Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach und ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Frage von WILLI W.:
Meine Mutter wird im Juni 82 Jahre alt. Ihre letzte Darmspiegelung war
vor zwölf Jahren. Damals war alles in Ordnung, keine Polypen oder sonstige Veränderungen. Reicht das als Vorsorge, oder sollte diese bis ins hohe Alter betrieben werden?

Antwort von Privatdozent Dr. med. Ullrich Graeven:
Bei Ihrer Mutter ist eine Darmspiegelung allenfalls dann sinnvoll, wenn sie sich noch allerbester Gesundheit erfreut und damit dann ja noch eine Lebenserwartung von mehr als ... [mehr]Bei Ihrer Mutter ist eine Darmspiegelung allenfalls dann sinnvoll, wenn sie sich noch allerbester Gesundheit erfreut und damit dann ja noch eine Lebenserwartung von mehr als fünf Jahren hätte. Sollten bereits andere schwere Erkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge vorliegen, muss die Sinnhaftigkeit einer reinen Vorsorgeuntersuchung kritisch gesehen werden. [weniger]

Moderator:
Liebe User, das war unser Chat zum Thema "Darmkrebs". Wir bedanken uns für die überaus zahlreichen Fragen, die bei uns eingegangen sind, und hoffen, dass auch Ihre Frage beantwortet werden konnte. Einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.