Chat-Protokoll

16.06.2016:

Herzinfarkt

Kein Herzinfarkt kommt plötzlich!

Kennen Sie Ihre persönlichen Risiken, um einem Herzinfarkt vorzubeugen?
Kennen Sie die Vorboten für einen Herzinfarkt und auch Ihre Cholesterinwerte?
Sind Sie übergewichtig?


Kein Herzinfarkt kommt plötzlich!

Herz-Kreislauf-Erkrankungen töten in Deutschland jährlich mehr als 350.000 Menschen. Gerade im mittleren Alter kommt ein Herzinfarkt oft ganz plötzlich und reißt die Betroffenen mitten aus einem aktiven Leben. Doch fast immer gab es klare Vorzeichen, die nur nicht erkannt wurden. Oft sind etwa zu hohe LDL-Cholesterinwerte schuld, denn das „schlechte“ Cholesterin lagert sich an den Gefäßinnenwänden ab und führt zu einer gefährlichen Arteriosklerose. Gerade bei Risikopatienten können die LDL-Werte deutlich erhöht sein, ohne dass sich Krankheitszeichen zeigen. Hier hilft dann oft nur eine medikamentöse Behandlung, bei der neben den bewährten Statinen jetzt auch innovative Antikörper zum Einsatz kommen. Doch welche Vorzeichen kündigen einen Herzinfarkt an, wie hoch darf der Cholesterinwert sein und welche Behandlung ist individuell erfolgversprechend? Renommierte Herz- und Gefäßspezialisten stehen am 16.06.2016 von 17 bis 18 Uhr im Chat für persönliche Fragen zur Verfügung.

Chat-Protokoll

Moderator:
Liebe User, herzlich willkommen bei unserem heutigen Chat zum Thema „Herzinfarkt“. Unsere Experten sind jetzt bereit und werden bis 18 Uhr Ihre Fragen beantworten. Los geht‘s!

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von MARLIS:
Ich bin 64 Jahre alt und meine Werte sind schon so lange ich denken kann immer so um die 250. Bei meiner letzten Untersuchung lag der LDL bei 195, mein HDL bei 68. Bei meiner Mutter und meinem Bruder sind die Werte auch immer so hoch. Mein Hausarzt meint, dass wäre bei mir nicht so schlimm. Was meinen Sie dazu? Sonst bin ich gesund und meine sonstigen Laborwerte sind i.O.

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Ihr LDL-Wert ist oberhalb der empfohlenen Referenzwerte. Allerdings sind diese individuell sehr verschieden. Ihr Hausarzt kann Ihr persönliches Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt ... [mehr]Ihr LDL-Wert ist oberhalb der empfohlenen Referenzwerte. Allerdings sind diese individuell sehr verschieden. Ihr Hausarzt kann Ihr persönliches Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt zu entwickeln, berechnen. Lassen Sie sich dann auch simulieren, wie sich das Risiko verändern würde, wenn Sie Ihr LDL mit einem Statin senken würden. Dann können Sie mit Ihrem Hausarzt zusammen entscheiden, ob eine Cholesterinsenkung sinnvoll ist. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von ROLF:
Bin 49 Jahre, männlich. Mein Lipoproteinwert liegt bei 11,4 mg/dl. Der LDL-Cholesterinwert liegt bei 3,8 mmol/l, der Cholesterinwert bei 5,7. Triglyceridwert liegt bei 2,0. Sind diese Werte noch tolerierbar bzw. müsste ich von einer erblichen Veranlagung ausgehen und damit einhergehend mit einer Risikozunahme? Meine Mutter hatte stark erhöhte Cholesterinwerte incl. des Lipoproteinwertes. Sollte ich versuchen, mit bewusster Ernährung gegenzusteuern, oder wäre eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Mit Lipoproteinwert ist wahrscheinlich der Lipoprotein (a)-Wert gemeint? Da müsste ich für die genaue Einschätzung den Normwert wissen. Wenn dieser <30 mg/dl ist, wäre das normal ... [mehr]Mit Lipoproteinwert ist wahrscheinlich der Lipoprotein (a)-Wert gemeint? Da müsste ich für die genaue Einschätzung den Normwert wissen. Wenn dieser <30 mg/dl ist, wäre das normal und unbedenklich. Von den anderen Werten ist nur der LDL-Cholesterinwert sehr wichtig. Mit 3,8 mmol/l liegen Sie so ziemlich im deutschlandweiten Durchschnitt. Das heißt, eine Erbkrankheit ist nicht sehr wahrscheinlich. Wenn Sie keine weiteren Risikofaktoren und noch keine Arteriosklerose haben, dann kann man mit den Medikamenten noch warten. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von HOKI:
Ich habe vor ca. 7 Monaten 3 Bypässe in Links der Weser bekommen. Habe einen erhöhten Cholesterinwert. Nehme jetzt Atorvastatin. Habe dadurch erhebliche Muskelschmerzen, leide unter Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Gibt es eine Alternative? Mein Arzt meint es gäbe keinen Ersatz.

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Leider können Statine Muskelschmerzen hervorrufen, allerdings seltener als oft angenommen. Zur Bewertung einer wirklichen Unverträglichkeit gehört ein erneuter Behandlungsversuch mit einem anderen Statin, zum Beispiel Pravastatin ... [mehr]Leider können Statine Muskelschmerzen hervorrufen, allerdings seltener als oft angenommen. Zur Bewertung einer wirklichen Unverträglichkeit gehört ein erneuter Behandlungsversuch mit einem anderen Statin, zum Beispiel Pravastatin oder Fluvastatin. Bei Muskelbeschwerden kann auch eine niedrigere Statindosis versucht werden. Wenn es dann nicht zu einer ausreichenden Senkung des LDL-Cholesterins kommt, kann ein Resorptionshemmer hinzugenommen werden. Hierfür gibt es Kombinationspräparate wie beispielswweise Atozet 10/10 mg. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von FLAPPI:
Habe seit Monaten täglich mehrmals Schmerzen im linken Oberarm, zieht sich in die linke Schulter und obere linke Brust. Kardiologe meint, es ist nicht das Herz. Ein Langzeit EKG, wie von mir vorgeschlagen, hält er für nicht erforderlich, da bei einem Schrittmacher, den ich habe, das EKG nicht verwertbar ist. Ist dem so?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Ein Langzeit-EKG kann helfen, um Herzrhythmusstörungen zu erfassen. Die Herzdurchblutung wird hiermit nicht untersucht. Dazu wäre erst einmal ein Ultraschall vom Herzen sinnvoll. Dann sind gegebenenfalls ... [mehr]Ein Langzeit-EKG kann helfen, um Herzrhythmusstörungen zu erfassen. Die Herzdurchblutung wird hiermit nicht untersucht. Dazu wäre erst einmal ein Ultraschall vom Herzen sinnvoll. Dann sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen notwendig. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von MISTERED:
I have been recently diagnosed with: V.a Herzinsuffienz, Oedeme der unteren Extremitaet. I will get Elektrokardiogram tomorrow. I am diabetic type-2, with sleep apnea, and hypertension. My weight is 91,8 Kg. I am 76 years old. My blood pressure is under control, my blood sugar now with Hb/Aic 7.1. My blood cholesterin is in safe range (low). I go to fitness training 2x a week, and do walking 5,o km in one hour with no difficulty. My question: Is it OK to continue with fitness training? Übersetzung: Ich wurde kürzlich diagnostiziert mit: Verdacht auf Herzinsuffizienz, Oedeme der unteren Extremität. Morgen bekomme ich ein Elektrokardiogramm. Ich bin Typ-2-Diabetiker, mit Schlaf-Apnoe und Bluthochdruck. Gewicht: 91,8 kg, Alter: 76. Mein Blutdruck ist unter Kontrolle, mein Blutzucker jetzt mit HbA1c (?) 7,1. Mein Blutcholesterinwert ist niedrig. Ich gehe 2x in der Woche zum Fitnesstraining, und ich walke 5,0 km in einer Stunde ohne Probleme. Meine Frage: Ist es OK, mit dem Fitnesstraining weiter zu machen?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
This is a difficult question: Herzinsuffizienz (left ventricular insufficiency) is one of the few reasons to be indeed careful with sports. I strongly recommend talking to ... [mehr]This is a difficult question: Herzinsuffizienz (left ventricular insufficiency) is one of the few reasons to be indeed careful with sports. I strongly recommend talking to your cardiologist. Physical activity - beyond a certain level - can be harmful to you, however, some easy trainings could be fine. In general, physical activity like walking could be better than body building. Übersetzung: Das ist eine schwierige Frage: Herzinsuffizienz (linksventrikuläre Insuffizienz) ist einer der wenigen Gründe, tatsächlich vorsichtig mit Sport zu sein. Ich empfehle Ihnen dringend, mit Ihrem Kardiologen zu sprechen. Körperliche Aktivität - oberhalb eines bestimmten Levels - kann Ihnen schaden. Allerdings kann etwas leichtes Training gut sein. Generell könnten Aktivitäten wie Walking besser sein als Bodybuilding. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von ELIRI:
Was ist zu beachten bei einer Frau, Alter 70 Jahre, Gewicht 68 kg, Chol. 225, HDL 52, LdL 167?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Die Berücksichtigung des etwas höheren LDL-Cholesterins hängt vom eventuellen Zusammentreffen mit bestehenden Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarktvorgeschichte, oder Risikofaktoren, etwa Diabetes, ab. Wenn hierfür keine Hinweise vorliegen, ... [mehr]Die Berücksichtigung des etwas höheren LDL-Cholesterins hängt vom eventuellen Zusammentreffen mit bestehenden Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarktvorgeschichte, oder Risikofaktoren, etwa Diabetes, ab. Wenn hierfür keine Hinweise vorliegen, wäre bezüglich der Blutfette nichts zu beachten. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von R. BAIER:
Ich muss viele Medikamente einnehmen (Blutdrucksenker und Cholesterinsenker). Gibt es Interaktionen zwischen diesen Präparaten? Das heißt, beeinflusst der Betablocker die Cholesterinwerte, oder beeinflussen die Statine den Bluthochdruck?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Nein. Die Medikamente sind sehr spezifisch bezüglich ihrer Wirkung. Bei Nebenwirkungen kann es natürlich zu Interaktionen kommen, aber dafür müsste man sich die Medikamente im einzelnen ... [mehr]Nein. Die Medikamente sind sehr spezifisch bezüglich ihrer Wirkung. Bei Nebenwirkungen kann es natürlich zu Interaktionen kommen, aber dafür müsste man sich die Medikamente im einzelnen ansehen. Das ist Aufgabe des jeweils verschreibenden Arztes. Eine Ausnahme: Durch bessere Einstellung eines Diabetes (auch durch Medikamente) können Blutfette günstig beeinflusst werden. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von GATS:
Die Cholesterinsenkergruppe der Statine hat als Nebenwirkung Muskelschmerzen. Gibt es andere Präparate zum Senken, die diese Nebenwirkung nicht haben? Welche Cholesterinwerte sind für über 80-jährige normal?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Zunächst sollten verschiedene Statine versucht werden. Wenn unter unterschiedlichen Präparaten Muskelschmerzen auftreten, kämen vor allem Ezetimib oder sogenannte PCSK9-Hemmer in Frage. Der Normalwert richtet sich nach ... [mehr]Zunächst sollten verschiedene Statine versucht werden. Wenn unter unterschiedlichen Präparaten Muskelschmerzen auftreten, kämen vor allem Ezetimib oder sogenannte PCSK9-Hemmer in Frage. Der Normalwert richtet sich nach den Begleiterkrankungen und ist nicht pauschal zu benennen. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von MBIESEWINKEL:
Ich bin Spastiker und sitze viel. Oft höre ich, dass sich das auch auf mein Herz auswirkt. Ist das so und sollte ich es regelmäßig, in welchen Abständen, kontrollieren lassen? Kann ich meinen Cholesterinwert auch verlässlich privat messen? Merke ich zu hohe Werte?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Eventuelle Auswirkungen des vielen Sitzens kann ich nur hinsichtlich des Nachteils unzureichender Bewegung als Risikofaktor beantworten. Verlässlich kann Cholesterin in manchen Apotheken gemessen werden.

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von MARIANNE G.:
Meine Fettwerte liegen im Normbereich. Ich leide aber an Schlafapnoe (40 Atemaussetzer/Nacht). Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Herzinfarkt?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Schlafapnoe gilt als Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Da Schlafapnoe häufiger bei Adipositas auftritt, können die hiermit verbundenen Risikofaktoren eine Erklärung für das erhöhte Risiko sein. Dies ... [mehr]Schlafapnoe gilt als Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Da Schlafapnoe häufiger bei Adipositas auftritt, können die hiermit verbundenen Risikofaktoren eine Erklärung für das erhöhte Risiko sein. Dies sind in erster Linie Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie (Bluthochdruck). [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von SUSE BLU:
Mein Kollege ist kürzlich mit 52 Jahren einfach tot umgefallen. Diagnose: Herzinfarkt. Vorher hat man ihm nie etwas angemerkt. Wie kommt so etwas, und woran merkt man, ob man selbst auch gefährdet ist?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Am wichtigsten ist zunächst, dass man seine eigenen Risikofaktoren kennt und gegebenenfalls bessert. Hierzu gehören Herzinfarkte/Schlaganfall in der Familie, das schlechte Cholesterin (LDL-Cholesterin), eine Zuckerkrankheit (Diabetes), ... [mehr]Am wichtigsten ist zunächst, dass man seine eigenen Risikofaktoren kennt und gegebenenfalls bessert. Hierzu gehören Herzinfarkte/Schlaganfall in der Familie, das schlechte Cholesterin (LDL-Cholesterin), eine Zuckerkrankheit (Diabetes), der Blutdruck und Nikotin. Aus diesen Werten kann Ihr Hausarzt das statistische Risiko berechnen, dass Sie einen Herzinfarkt bekommen. Wenn Sie selber Warnsymptome haben (vor allem Schmerzen im Brustkorb, im linken Arm oder Unterkiefer bei Belastung), sollten Sie natürlich sofort einen Arzt rufen. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von AGENDA21:
Wie kann man den Cholesterin-Wert verbessern? Seit Jahren ist der bei den jährlichen Vorsorgeuntersuchungen zwischen 231-274 mg/dl. Das LDL-Cholesterin liegt zwischen 158-194. Der Quotient beträgt aktuell 3.6. Alter 68 Jahre. Normalgewicht. Gymnastik und Laufen als Sport. Tabletten nehme ich keine. Ist das nötig?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Eine Senkung des LDL-Werts würde Ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren. Um wie viel Prozent dieses Risiko gesenkt wird, hängt vor allem von weiteren ... [mehr]Eine Senkung des LDL-Werts würde Ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren. Um wie viel Prozent dieses Risiko gesenkt wird, hängt vor allem von weiteren Begleiterkrankungen ab. Ihr Hausarzt kann dies anhand von Rechenmodellen kalkulieren und dann entscheiden, ob eine Statintherapie indiziert ist. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von MARIE-LUISE B.:
Mein Mann und ich haben beide sehr hohe Cholesterinwerte. Erbt unser Kind diese automatisch auch, und müssen wir es schon frühzeitig untersuchen lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Ihre hohen Cholesterinwerte sprechen für die Möglichkeit der genetischen Stoffwechselstörung Familiäre Hypercholesterinämie. Bei dieser liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind die Abweichung erbt, bei 50 Prozent. ... [mehr]Ihre hohen Cholesterinwerte sprechen für die Möglichkeit der genetischen Stoffwechselstörung Familiäre Hypercholesterinämie. Bei dieser liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind die Abweichung erbt, bei 50 Prozent. Sie sollten Ihren Kinderarzt um eine möglichst frühzeitige Untersuchung bitten. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von KRAUSE:
Ich habe gelesen, dass den Triglyzeriden eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der Arteriosklerose zu kommt. Oder ist es ein Zusammenspiel von allem? Wie sollten die Grenzwerte aussehen?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Triglyceride sind deutlich weniger bedeutsam als LDL- oder HDL-Cholesterin. Das hauptsächliche Risiko erhöhter Triglyceride liegt in der Entstehung einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung. Dies ist aber erst ab Werten ... [mehr]Triglyceride sind deutlich weniger bedeutsam als LDL- oder HDL-Cholesterin. Das hauptsächliche Risiko erhöhter Triglyceride liegt in der Entstehung einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung. Dies ist aber erst ab Werten von grob >1000 mg/dl relevant. Die Arteriosklerose wird vor allem durch zu hohes LDL gefördert. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von ZAHNFEE:
Entzündliche Prozesse im Körper sind sicher bei der Begünstigung eines Herzinfarktes von Bedeutung. Spielt aber die von den Zahnärzten propagierte Taschenbehandlung wirklich so eine große Rolle?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Grundsätzlich möchte ich jeden ermutigen, eine gute zahnärztliche Prophylaxe durchführen zu lassen. Dies aber insbesondere, um die Zähne zu erhalten. Der Entzündungsreiz, der aus dem Zahnfleisch ... [mehr]Grundsätzlich möchte ich jeden ermutigen, eine gute zahnärztliche Prophylaxe durchführen zu lassen. Dies aber insbesondere, um die Zähne zu erhalten. Der Entzündungsreiz, der aus dem Zahnfleisch kommt, spielt möglicherweise eine minimale Rolle bei der Entstehung der Atherosklerose, aber sicherlich nicht die entscheidende. Wichtiger zu Vorbeugung der Atherosklerose und eines Herzinfarktes sind andere Maßnahmen wie die Senkung des LDL-Cholesterins, das Aufhören mit dem Rauchen, die Blutdruckeinstellung und die Einstellung eines möglichen Diabetes mellitus. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von GERHARD M.:
Ich nehme seit Jahren Statine, um meinen Cholesterinspiegel zu senken. Das ging bisher recht gut. Nun soll es aber eine bessere Behandlungsmethode mit Antikörpern geben. Was hat es damit auf sich?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Es sind Antikörper zur Hemmung eines Enzyms entwickelt worden, das an der Regulation des LDL-Cholesterinspiegels einen großen Anteil hat. Diese Antikörper werden in der Regel alle ... [mehr]Es sind Antikörper zur Hemmung eines Enzyms entwickelt worden, das an der Regulation des LDL-Cholesterinspiegels einen großen Anteil hat. Diese Antikörper werden in der Regel alle 14 Tage als subkutane Injektion verabreicht und kommen in Frage, wenn eine Statintherapie nicht ausreicht oder nicht vertragen wird. Ihre Angabe "recht gut" spricht nicht dafür, dass diese Therapie bei Ihnen erforderlich ist. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von BRIGITTA:
Ich bin weiblich, 55 Jahre alt, Ex-Raucherin, 1,60 m/51 kg und hatte laut Bericht vom 16.03.16 folgende Werte: Cholesterin, gesamt: 213 (Vorbefund: 195 am 14.07.2009), Triglyceride 58, HDL-Cholesterin 62, LDL-Cholesterin 133, Leukozyten: 3.6. Mein Hausarzt behauptet, das sei alles ok. Da aber immer dringend ein Gesamtcholesterinwert von unter 200 empfohlen wird, bin ich unsicher.

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Sie sollten nicht so sehr auf das Gesamt-Cholesterin sehen als auf das wirklich schlechte, das LDL-Cholesterin. Dieses sollte auf jeden Fall unter 160 liegen, das ist ... [mehr]Sie sollten nicht so sehr auf das Gesamt-Cholesterin sehen als auf das wirklich schlechte, das LDL-Cholesterin. Dieses sollte auf jeden Fall unter 160 liegen, das ist bei Ihnen der Fall. Ob es noch niedriger sein sollte, hängt von ihrem gesamten Risiko ab, und ob in Ihrer Familie Herzinfarkte auftreten. Im Gesamt-Cholesterin ist ja das gute HDL mit drin, daher zählt dieser Wert alleine nicht. [weniger]

Moderator:
Vielen Dank, dass Sie sich so rege am Chat beteiligen. Wir bemühen uns, so viele Ihrer Fragen wie möglich zu bearbeiten. Können nicht alle beantwortet werden, wählt unser Moderator zunächst die aus, die für die Allgemeinheit am interessantesten erscheinen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von LORE P.:
Mein Mann hat erhöhte Cholesterinwerte, aber einen hohen HDL-Wert. Ist er damit geschützt, oder spielt das HDL-Cholesterin doch keine so bedeutende Rolle?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Das kommt auf die absoluten Werte an und lässt sich pauschal nicht beantworten. Ein hohes HDL ist häufig ein protektiver Faktor. Allerdings ist der Zielwert in ... [mehr]Das kommt auf die absoluten Werte an und lässt sich pauschal nicht beantworten. Ein hohes HDL ist häufig ein protektiver Faktor. Allerdings ist der Zielwert in der Lipidtherapie immer der LDL Wert. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von LISA:
Ich habe häufig im Brustbereich das Gefühl, als wenn das Herz ganz schnell schlägt. Es fühlt sich an wie ein Zittern bzw. wie ein Tick. Messe ich meinen Pulsschlag, zeigt er keine hohe Frequenz an. Kann es sein, dass es nur ein Muskel im Brustbereich ist, der einen "Tick" hat, oder kann es auch das Herz sein? Das Zittern tritt oft in Stresssituationen auf und häufig auch morgens direkt nach dem Klingeln des Weckers.

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Diese Frage kann ich ohne weitere Untersuchungen leider nicht beantworten. Es kann sich hierbei um eine Extrasystole handeln, sprich um einen harmlosen Extra-Herzschlag. Es kann aber ... [mehr]Diese Frage kann ich ohne weitere Untersuchungen leider nicht beantworten. Es kann sich hierbei um eine Extrasystole handeln, sprich um einen harmlosen Extra-Herzschlag. Es kann aber auch sein, dass es sich hierbei lediglich um ein Gefühl handelt, das sie zwar in Herznähe bemerken, das in Wirklichkeit aber gar nichts mit dem Herzen zu tun hat. Dafür spricht, dass das Zittern vor allen Dingen in Stresssituationen auftritt. Sicherheitshalber würde ich mich einmal beim Kardiologen vorstellen, der dann sicherlich ein Elektrokardiogramm und eine Herz-Echokardiographie macht. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von GERDA L.:
Welche Rolle spielt Kochsalz im Zusammenhang mit Herzinfarkten? Kann man überhaupt zu viel Salz zu sich nehmen? Regelt der Körper das nicht von selber?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Die Kochsalzzufuhr hat bei vielen Menschen Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks. Man kann durchaus zu viel Kochsalz zu sich nehmen. Leider schützt sich der Körper ... [mehr]Die Kochsalzzufuhr hat bei vielen Menschen Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks. Man kann durchaus zu viel Kochsalz zu sich nehmen. Leider schützt sich der Körper nicht ausreichend selbst vor zu viel Kochsalz. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von HERZKASPER:
In den Medizinforen liest man häufig, dass Cholesterin keine so entscheidende Rolle für die Arteriosklerose spielt; vielmehr seien die Triglyzerid-Werte von Bedeutung. Gibt es neuere Daten, die das erhärten?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Nein. Die Situation ist ganz eindeutig. Entscheidend für die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und Herzinfarkten ist das schlechte Cholesterin, das sogenannte LDL-Cholesterin. Dies ist einer der ... [mehr]Nein. Die Situation ist ganz eindeutig. Entscheidend für die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und Herzinfarkten ist das schlechte Cholesterin, das sogenannte LDL-Cholesterin. Dies ist einer der stärksten Risikofaktoren für diese Erkrankungen, die es gibt. Natürlich spielen auch die Triglyceride eine Rolle; sie sind aber weniger von Bedeutung. Häufig sind sie bei Patienten mit Diabetes erhöht. In diesen Fällen können Triglyceride ebenfalls zum Herzinfarktrisiko beitragen, aber das LDL-Cholesterin bleibt nach wie vor der entscheidende, der wichtigste zu berücksichtigende Parameter. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von LEBEDA:
Ist die zur Regulierung des Fettstoffwechsels einzusetzende Antikörper-Therapie schon verfügbar, oder beruhen die Angaben über deren Wirksamkeit bislang nur auf Tierversuchen?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Es gibt zwei Präparate, die verfügbar sind und bei gegebener Indikation auch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von ROMAN H.:
Wo greift die Lipoproteinlipase ein? Oder lässt sich das nicht so einfach erklären?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Dieses Enzym ist für den Abbau von Triglyceriden im Blut verantwortlich. Sehr selten kann ein Gendefekt einen Mangel des Enzyms bedingen, was zu sehr hohen Triglyceridspiegeln ... [mehr]Dieses Enzym ist für den Abbau von Triglyceriden im Blut verantwortlich. Sehr selten kann ein Gendefekt einen Mangel des Enzyms bedingen, was zu sehr hohen Triglyceridspiegeln im Blut seit der Kindheit führt. Eine typische Komplikation dieser Störung können Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sein. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
Prof. Dr. med. Martin Merkel,
Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von CARSTEN65:
Ich bin 50, wiege 133 kg, bin 185 lang. Tägliche Medikation: Ramipril 10 mg (1 M), Bisoprolol 5 mg (1 M, 1 A), Thorasemid 40 mg (1 M, 1 A), Thronajod 50 (1 M), Allopurinol 300 mg (1 M, 1 A), Metformin 500 mg (1 M, 1 A), Simvastatin 20 mg (1 A), Omepratzol 20 mg (1 M). Meine Frage: Ich bin zurzeit nur noch müde und erschöpft, kleinste Belastungen lösen heftigste Schweißausbrüche aus, habe seit der Medikation 2009 45 kg zugenommen. Liegt es an der Zusammenstellung der Arznei oder spinnt der Stoffwechsel?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Diese Frage lässt sich nicht gut beantworten, ohne Sie persönlich zu kennen. Ein typisches Medikament, das zu Übergewicht führt, haben sie nicht. Bisoprolol als Betablocker ist ... [mehr]Diese Frage lässt sich nicht gut beantworten, ohne Sie persönlich zu kennen. Ein typisches Medikament, das zu Übergewicht führt, haben sie nicht. Bisoprolol als Betablocker ist natürlich zumindest ein Medikament, mit dem es nicht leicht fällt, abzunehmen. Meistens ist aber so, dass die Erkrankungen dazu führen, dass man sich weniger bewegt und dadurch an Gewicht zugelegt. Ganz grundsätzlich sinkt der Energiebedarf im Laufe des Lebens, der Stoffwechsel wird langsamer. So entsteht das Übergewicht meistens dadurch, dass man genauso viel isst wie als junger Mensch, aber weniger Energie abgibt. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von SUBRANDE:
Was ist der Unterschied zwischen Herzinfarkt und Schlaganfall und sind die Vorzeichen dieselben?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Der Unterschied ist das Organ, welches geschädigt wird. Beim Schlaganfall ist es das Gehirn, bei Herzinfarkt das Herz. Die Symptome sind daher auch sehr unterschiedlich.

Prof. Dr. med. Gerald Klose
Prof. Dr. med. Gerald Klose,
Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von HAKLEIN:
Die genetische Disposition bei Fettstoffwechsel-Erkrankungen ist doch sicher von ziemlicher Bedeutung. Ab welchem Alter sollte man seine Werte regelmäßig kontrollieren lassen?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Ideal wäre eine Überprüfung auch der Blutfettspiegel im Zusammenhang mit den Vorsorgeuntersuchungen der Kinderärzte. Allerspätestens sollte eine Überprüfung im Rahmen beispielsweise der Checks ab dem 35. ... [mehr]Ideal wäre eine Überprüfung auch der Blutfettspiegel im Zusammenhang mit den Vorsorgeuntersuchungen der Kinderärzte. Allerspätestens sollte eine Überprüfung im Rahmen beispielsweise der Checks ab dem 35. Lebensjahr erfolgen. Wenn in der Familie aber vorzeitige Herz- und Kreislauferkrankungen aufgetreten sind, oder wenn in der Familie hohe Cholesterinwerte auffielen, sollte eine Kontrolle spätestens ab dem 18. Lebensjahr vorgeschlagen werden. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle,
Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von MICKY04:
Ich bin 78 Jahre alt und bekam über viele Jahre Simvabeta 30 mg verordnet. Seit einigen Wochen habe ich Schulter-Beinschmerzen. Ich erzählte dem Hausarzt davon, sofort sollte ich die Arznei absetzen. Die Blutuntersuchung noch mit Arzneieinnahme ergab einen LDL-Cholesterinwert von 3,6 mmol/l. Was ist, wenn der Wert steigt? Die nächste Blutuntersuchung ist im September.

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Muskelschmerzen sind eine häufige Nebenwirkung von Simvastatin und können auch nach jahrelanger Therapie auftreten. Das Pausieren der Medikation ist richtig. Allerdings wäre es sinnvoll, ein anderes ... [mehr]Muskelschmerzen sind eine häufige Nebenwirkung von Simvastatin und können auch nach jahrelanger Therapie auftreten. Das Pausieren der Medikation ist richtig. Allerdings wäre es sinnvoll, ein anderes Statin (zum Beispiel Fluvastatin) zu versuchen. Sollten Sie dies auch nicht vertragen, käme eine statinfreie Cholesterinsenkung in Frage, zum Beispiel mit Ezetimib oder PCSK9-Hemmern. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von ROTH:
Laut Bericht habe ich eine Aneurysmatische Erweiterung der Aorta ascendens. Wie kann ich mich verhalten? Wie gefährlich ist das? Kann es sein, dass ich einen Herzinfarkt bekomme? Bin jetzt sehr unsicher.

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Die Bedeutung dieser Veränderung hängt von deren Ausmaß und dem Alter des Auftretens ab. Sie benötigen eine sorgfältige ärztliche Überwachung und eine gute Blutdruckeinstellung. Es kann ... [mehr]Die Bedeutung dieser Veränderung hängt von deren Ausmaß und dem Alter des Auftretens ab. Sie benötigen eine sorgfältige ärztliche Überwachung und eine gute Blutdruckeinstellung. Es kann eine operative Behandlung in Frage kommen, deren Notwendigkeit Ihre Ärzte erkennen würden. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von BERGER:
Wegen meiner Angina pectoris war ich kürzlich in der Notfallpraxis. Die Ärztin dort hat mir ganz andere Cholesterin-Zielwerte genannt als mein Hausarzt. Welchen Zielwert würden Sie empfehlen?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Wenn Sie Angina pectoris haben, dann haben Sie wahrscheinlich bereits Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen. Damit sind für Sie sehr strenge LDL-Cholesterin-Zielwerte zu erreichen. Wenn man einen ... [mehr]Wenn Sie Angina pectoris haben, dann haben Sie wahrscheinlich bereits Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen. Damit sind für Sie sehr strenge LDL-Cholesterin-Zielwerte zu erreichen. Wenn man einen Herzinfarkt hatte oder Arteriosklerose (Herzkranzgefäßverkalkung) hat, sollte das LDL-Cholesterin <70 mg/dl sein. Bei sonstigem Risiko (hoher Blutdruck, Diabetes) <100 mg/dl. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von CHRISTA G.:
Ich nehme Marcumar (Vorhofflimmern) Die Angst vor einem Herzinfarkt verlässt mich nie. Ich nehme viel Magnesium und Vitamin D. Bin ich dadurch etwas mehr geschützt? Oder was empfehlen Sie noch?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Das Herzinfarktrisiko ist vor allem dann hoch, wenn der Cholesterinwert erhöht ist, ein Diabetes vorliegt, bei Rauchern und bei unbehandeltem Bluthochdruck. Wenn dies bei Ihnen nicht ... [mehr]Das Herzinfarktrisiko ist vor allem dann hoch, wenn der Cholesterinwert erhöht ist, ein Diabetes vorliegt, bei Rauchern und bei unbehandeltem Bluthochdruck. Wenn dies bei Ihnen nicht der Fall ist, wird Ihr Risiko nicht sehr hoch sein. Ob Vitamin D oder Magnesium hilft, ist wissenschaftlich nicht untersucht. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von RENATE RUH:
Werden die Antikörperpräparate zur Cholesterinsenkung gespritzt? Oder sind sie auch als Kapseln verfügbar?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Die Antikörper werden alle 2-4 Wochen gespritzt, in das Unterhautbindegewebe.

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von MICHAELA W.:
Mein Mann ist 48 und ein richtiger Workaholic, arbeitet mindestens 60 Stunden die Woche. Er sieht oft sehr schlecht aus und hat seit zirka einem Jahr auch Potenzprobleme. Ich habe daher Angst um sein Herz.

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Die Bedeutung von viel Arbeit hängt von deren Art ab. Potenzprobleme sind tatsächlich auch ein möglicher Hinweis auf Herzprobleme. Sie sollten eine ärztliche Überprüfung seiner Gesundheit ... [mehr]Die Bedeutung von viel Arbeit hängt von deren Art ab. Potenzprobleme sind tatsächlich auch ein möglicher Hinweis auf Herzprobleme. Sie sollten eine ärztliche Überprüfung seiner Gesundheit veranlassen. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von WB 51:
Ich habe eine primäre Hypertonie und nehme deshalb schon seit zirka drei Jahren blutdrucksenkende Mittel. Jetzt soll ich wegen eines Cholesterinwerts von 210 auch noch Cholesterinsenker nehmen. Wird das nicht zu viel?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Das kommt auf den LDL-Cholesterinwert an. Den sollten Sie prüfen lassen. Grundsätzlich geht es dabei um Herzinfarktverhinderung. Eine abschließende Empfehlung kann aber erst nach Erhalt des ... [mehr]Das kommt auf den LDL-Cholesterinwert an. Den sollten Sie prüfen lassen. Grundsätzlich geht es dabei um Herzinfarktverhinderung. Eine abschließende Empfehlung kann aber erst nach Erhalt des LDL-Wertes gegeben werden. [weniger]

Moderator:
Heute haben wir sehr viele interessante Fragen. Unsere Experten antworten, so schnell sie können.

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von BRUNHILDE 123:
Darf ich bei leicht erhöhten Cholesterinwerten wirklich kein Fleisch, keine Butter und keine Eier mehr essen? Und wie sieht es mit Zucker und Weizenmehlprodukten aus, die sich im Körper in Fett umbauen?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Versuchen Sie doch einmal eine Phase, in der Sie eine strenge Diät einhalten. Wenn dann das Cholesterin stark sinkt, ist eine Diät sinnvoll. Wie streng Sie ... [mehr]Versuchen Sie doch einmal eine Phase, in der Sie eine strenge Diät einhalten. Wenn dann das Cholesterin stark sinkt, ist eine Diät sinnvoll. Wie streng Sie wirklich und dauerhaft mit sich sind, müssen Sie am Ende selbst entscheiden ... Bei manchen Menschen wirkt eine Diät aber überhaupt nicht. Wenn Sie also einige Monate ganz streng mit sich waren und das Cholesterin dasselbe geblieben ist, dann dürfen Sie die Diät mit gutem Gewissen lockern. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von GMX.NET:
Ich leide unter familiärer Hypercholesterinämie und habe mit 26 schon einen Cholesterinwert von 310. Kann ich dagegen auch ohne Medikamente angehen? Ich möchte nicht für den Rest meines Lebens Tabletten schlucken.

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Handelt es sich bei dem Wert von 310 mg/dl um LDL oder Gesamtcholesterin? Grundsätzlich ist eine cholesterinsenkende Therapie aber zu empfehlen.

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von HERZFLIMMERN:
Ich (56) rauche und habe zehn Kilo Übergewicht, aber laut meiner Hausärztin perfekte Blutwerte. Muss ich mir Sorgen wegen eines Herzinfarktes machen?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Leider ja. Die "perfekten Blutfette" sind schon einmal sehr gut, können aber das Risiko des Rauchens im Allgemeinen nicht aufheben. Übergewicht muss nicht notwendigerweise die Blutfette ... [mehr]Leider ja. Die "perfekten Blutfette" sind schon einmal sehr gut, können aber das Risiko des Rauchens im Allgemeinen nicht aufheben. Übergewicht muss nicht notwendigerweise die Blutfette negativ beeinflussen. Es begünstigt aber andere Risikofaktoren wie Diabetes und hohen Blutdruck. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von KLAUSMAYER:
Ich nehme seit einiger Zeit Statine ein, bekomme davon aber starke Muskelschmerzen. Gibt es Alternativen und wie wirken diese?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Es gibt Alternativen: 1. andere Statine 2. Ezetrol (hemmt die Cholesterinresorption) 3. PCSK9-Inhibitoren (beschleunigen den LDL-Abbau). Sie sollten in ärztlicher Begleitung testen, was Sie vertragen, und ... [mehr]Es gibt Alternativen: 1. andere Statine 2. Ezetrol (hemmt die Cholesterinresorption) 3. PCSK9-Inhibitoren (beschleunigen den LDL-Abbau). Sie sollten in ärztlicher Begleitung testen, was Sie vertragen, und auswählen lassen. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von MATHILDE:
Was genau hat es eigentlich mit der Unterscheidung zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin auf sich? Mein Arzt erklärt das immer nicht richtig.

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Cholesterin wird im Blut in Lipoproteinen transportiert, weil Fette sonst im wässrigen Milieu des Blutes nicht löslich sind. Es gibt verschiedene Lipoproteine im Blut. Vermehrte ... [mehr]Cholesterin wird im Blut in Lipoproteinen transportiert, weil Fette sonst im wässrigen Milieu des Blutes nicht löslich sind. Es gibt verschiedene Lipoproteine im Blut. Vermehrte Low Density Lipoproteine, LDL, sind mit einem erhöhten Arterioskleroserisiko, vor allem Herzinfarktrisiko, verbunden und daher "schlecht". High Density Lipoproteine, HDL, zeigen einen Rücktransport des Cholesterins zur Verstoffwechselung in der Leber an und sind deshalb "gut". [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von DIABETESPATIENT:
Ich bin 65 Jahre alt und Diabetiker. Obwohl ich regelmäßig Statine einnehme, ist mein LDL-Cholesterinwert immer noch hoch, etwa bei 160. Was kann ich jetzt noch tun?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Statine können mit anderen Lipidsenkern kombiniert werden. Sehr effektiv ist zum Beispiel die Kombination mit Ezetimib. Wenn der Zielwert trotzdem nicht erreicht wird, gibt es seit ... [mehr]Statine können mit anderen Lipidsenkern kombiniert werden. Sehr effektiv ist zum Beispiel die Kombination mit Ezetimib. Wenn der Zielwert trotzdem nicht erreicht wird, gibt es seit ca. sechs Monaten auch sogenannte PCSK9-Hemmer. Besprechen Sie diese Optionen doch einmal mit Ihrem Hausarzt oder Diabetologen. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von SOJA:
Ich bin 52 Jahre alt; obwohl ich auf gesunde, fettarme Ernährung achte, habe ich seit Jahren erhöhte Fettwerte. Hier meine aktuellen Werte vom April 2016: Cholesterin mg/dl 280, HDL-Cholesterin mg/dl 76,4, LDL-Cholesterin 190,0, LDL/HDL-Quotient 2,48. Ich mache mir wegen dieser Werte Gedanken, meine Hausärztin hat mir aber bisher keine Medikamente verschrieben, weil sie der Meinung ist, dass mein guter Cholesterin-Wert überwiegt.

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Ihr HDL-Wert ist auch erfreulich hoch. Dennoch ist der Zielwert für die Indikation der LDL-Cholesterinwert. Eine Senkung des LDL durch Statine würde zu einer Reduktion des ... [mehr]Ihr HDL-Wert ist auch erfreulich hoch. Dennoch ist der Zielwert für die Indikation der LDL-Cholesterinwert. Eine Senkung des LDL durch Statine würde zu einer Reduktion des Herzinfarktrisikos führen. Um wie viel Prozent, kann Ihr Hausarzt durch Rechenmodelle ermitteln. Das hängt auch von weiteren Begleiterkrankungen ab. Wenn Sie Ihr Risiko kennen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Hausarzt entscheiden, ob eine Cholesterinsenkung sinnvoll ist. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von SIGRID R.:
Mein Cholesterinspiegel lässt sich mit gängigen Medikamenten nicht beeinflussen. Die angekündigte Antikörpertherapie könnte mir vielleicht helfen. Wäre das zusätzlich oder allein möglich?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Beides ist möglich. Wenn die anderen Medikamente vertragen werden, würde man die Antikörpertherapie zusätzlich geben. Alternativ, also wenn andere Medikamente nicht vertragen werden, können die Antikörper ... [mehr]Beides ist möglich. Wenn die anderen Medikamente vertragen werden, würde man die Antikörpertherapie zusätzlich geben. Alternativ, also wenn andere Medikamente nicht vertragen werden, können die Antikörper auch alleine gegeben werden. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von BEA:
Sie schreiben, dass aktuelle Studien den schädlichen Einfluss des LDL-Cholesterins bestätigen. Ich möchte gerne wissen, welche Studien das sind und was genau untersucht wurde.

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Dies sind epidemiologische Studien, wie in Deutschland zum Beispiel die kardiovaskuläre Münster(PROCAM)-Studie. Weitere Erkenntnisse stammen aus experimentellen Studien, früher tierexperimentell, heute in Zellkulturen. Am eindrucksvollsten ist ... [mehr]Dies sind epidemiologische Studien, wie in Deutschland zum Beispiel die kardiovaskuläre Münster(PROCAM)-Studie. Weitere Erkenntnisse stammen aus experimentellen Studien, früher tierexperimentell, heute in Zellkulturen. Am eindrucksvollsten ist der Zusammenhang an genetisch bedingten Erkrankungen mit Erhöhungen des Cholesterins sichtbar. Hier können schon Kinder einen Herzinfarkt erleiden. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Frage von ANIGER:
Durch meine Plasmaspende werde ich seit 2013 über zusätzliche Laborwerte informiert. Aufgefallen ist mir dabei der hohe LDL-Cholesterin Wert, z.B. Mai 2014 187,20 mg/dl bis Jan 2016 197,60 mg/dl. Der Gesamtwert liegt bei 272 - z.Zt. 288 mg/dl. Ich habe aber keine Probleme, bin aber mit Krampfadern und Arthrose belastet. Was könnte ich tun bzw. auf was sollte ich achten? Auf Ernährung achte ich, nehme wenig Zucker und trinke viel.

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Durch Rechenmodelle kann Ihr Hausarzt Ihr individuelles Herzinfarktrisiko ermitteln. Dies wird durch das LDL von 187 mg/dl leicht erhöht sein. Lassen Sie sich dann auch simulieren, ... [mehr]Durch Rechenmodelle kann Ihr Hausarzt Ihr individuelles Herzinfarktrisiko ermitteln. Dies wird durch das LDL von 187 mg/dl leicht erhöht sein. Lassen Sie sich dann auch simulieren, um wie viel Prozent das Risiko sinken würde, wenn Ihr LDL-Wert durch Statine gesenkt würde. Dann können Sie entscheiden, ob Sie diese Möglichkeit wahrnehmen möchten. [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von EDEL:
Ich leide seit 5 Jahren an Polymyalgie und nehme seither Cortison. Zur Zeit 2 mg/Tag. Mein Cholesterinspiegel war immer unter 200, mein Blutdruck niedrig. Nun habe ich einen Cholesterinspiegel von 240 (HDL 70/LDL 150, ich esse weder Fleisch noch Wurst, wenig Fett, salzarm) und einen Blutdruck von 140-160/90. Mein Arzt ist der Meinung, dies sei unter diesen Umständen nicht behandlungsbedürftig. Wie sehen Sie das?

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Ein LDL-Wert von 150 entspricht in etwa dem Durchschnitt der Bevölkerung. Ob dieser Wert behandelt werden muss, hängt von den anderen Risikofaktoren, der Familienanamnese und auch ... [mehr]Ein LDL-Wert von 150 entspricht in etwa dem Durchschnitt der Bevölkerung. Ob dieser Wert behandelt werden muss, hängt von den anderen Risikofaktoren, der Familienanamnese und auch eventuell schon vorhandener Arteriosklerose ab: Falls schon Arteriosklerose vorhanden ist, sollte auf jeden Fall behandelt werden. Falls nein, sollten Sie mit Ihrem Arzt über das Herzinfarktrisiko sprechen. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von BIBA:
Mein Hausarzt sagt mir immer, dass nicht die Höhe des Gesamtcholesterins entscheidend ist, sondern der Koeffizient zwischen LDL und HDL. Sehen Sie dies auch so?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Die Berücksichtigung dieses Quotienten ist inzwischen etwas verlassen worden. Für LDL-Cholesterin werden Zielwerte empfohlen, die vom allgemeinen Risiko für eine koronare Herzkrankheit oder für Komplikationen der ... [mehr]Die Berücksichtigung dieses Quotienten ist inzwischen etwas verlassen worden. Für LDL-Cholesterin werden Zielwerte empfohlen, die vom allgemeinen Risiko für eine koronare Herzkrankheit oder für Komplikationen der Arteriosklerose abhängen. Wer von solchen Gesundheitsstörungen schon betroffen ist, sollte LDL-Cholesterinwerte unter 100 mg/dl anstreben. [weniger]

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von HUBER WILLY:
Seit Jahren wird die Obergrenze für einen gesunden Cholesterinwert immer weiter abgesenkt. Mittlerweile gelten zwei Drittel aller Erwachsenen als „krank“. Kann man das noch glauben?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Die Obergrenze für LDL-Cholesterin ist abhängig von den individuellen Begleiterkrankungen und nicht für jeden gleich. Bei Hochrisikopatienten (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt) ist der Zielwert niedriger ... [mehr]Die Obergrenze für LDL-Cholesterin ist abhängig von den individuellen Begleiterkrankungen und nicht für jeden gleich. Bei Hochrisikopatienten (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt) ist der Zielwert niedriger geworden, jedoch nicht für die "Allgemeinbevölkerung." [weniger]

Prof. Dr. med. Martin Merkel
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Endokrinologe, Lipidologe, Diabetologe, Ärztlicher Leiter Endokrinologikum Hannover

Frage von BEATE R.:
Für Frauen soll es andere Frühwarnzeichen für einen Herzinfarkt geben als für Männer. Welche Zeichen muss ich beachten? Bin 62 Jahre und mein Blutdruck lässt sich nur schwer einstellen.

Antwort von Prof. Dr. med. Martin Merkel:
Sie haben recht. Die Symptome für Herzinfarkte sind bei Frauen manchmal atypisch. Neben den "typischen" Symptomen (Schmerzen im linken Brustkorb, Arm, Unterkiefer) kann bei Frauen auch ... [mehr]Sie haben recht. Die Symptome für Herzinfarkte sind bei Frauen manchmal atypisch. Neben den "typischen" Symptomen (Schmerzen im linken Brustkorb, Arm, Unterkiefer) kann bei Frauen auch Bauchschmerz, Übelkeit oder Schmerz im rechten Arm auftreten. Im Einzelfall kann man das schlecht vorhersagen. Wichtig ist: Bei JEDEM Verdacht den Notarzt rufen, lieber einmal zuviel. [weniger]

Prof. Dr. med. Gerald Klose
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Ehem. Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser, Bremen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Lipidologe

Frage von ISOR:
Ich kenne nur unzureichend meine persönlichen Risiken zur Vermeidung eines Herzinfarkts. Vorboten für einen Herzinfarkt sind mir bekannt, ebenso meine Cholesterinwerte: HDL 70,3 mg/dl; LDL 144.4 mg/dl; LDL/HDL-Quotient 2.1. Ich bin kein Diabetiker, nicht übergewichtig, rauche und trinke nicht! Mit leichtem Ziehen von der linken Leiste in den Oberschenkel und im linken Arm und plötzlich ansteigendem Blutdruck begab ich mich in die Klinik. Die Befunde von Belastungs- und Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Transthorakale Echokardiographie waren unauffällig. Weiterführende Untersuchungen, wie Schluck-Echo und Katheterisieren am Herzen habe ich begründet abgelehnt: Drei OPs an Bauchspeicheldrüse und Darm mit erheblichen Verwachsungen als OP-Folgen verunsicherten mich zusätzlich zu den im Aufklärungsbogen geschilderten Risiken. Meine Frage: Welche alternativen Untersuchungsmethoden sind (im Experten-Konsens) bekannt und werden in welchen Kliniken vorgenommen?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerald Klose:
Eine Hilfe zur Beurteilung des Herzinfarktrisikos kann die Bestimmung des Kalkgehalts in den Herzkranzgefäßen sein.

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle
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Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie und der Lipidambulanz am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie

Frage von J.K.:
Bei der Vorsorgeuntersuchung hat mein Hausarzt einen zu hohen Cholesterinwert festgestellt. Gesamt: 250, LDL: 180. Bin 59 Jahre, 1,78 m und 76 kg. Mache 1-2 x pro Woche Sport. Genetisch keine Vorbelastung diesbezüglich. In Absprache mit den Arzt nehme ich jetzt keine Medikamente, sondern versuche durch eine Ernährungsumstellung und noch mehr Sport den LDL-Wert zu reduzieren. In einschlägigen Webseiten wird u.a. zur Nahrungsergänzung das Produkt Astaxanthin angepriesen. Ist das sinnvoll?

Antwort von Priv.-Doz. Dr. med. Jens Aberle:
Für Nahrungsergänzungspräparate gibt es keine wissenschaftlichen Belege einer Herzinfarkt-Reduktion. Sie sollten sich darauf also nicht alleine verlassen. Ernährungsmedizinisch ist der Konsum von pflanzlichen Ölen und Nüssen ... [mehr]Für Nahrungsergänzungspräparate gibt es keine wissenschaftlichen Belege einer Herzinfarkt-Reduktion. Sie sollten sich darauf also nicht alleine verlassen. Ernährungsmedizinisch ist der Konsum von pflanzlichen Ölen und Nüssen sinnvoll. [weniger]

Moderator:
Liebe User, der Chat zum Thema „Herzinfarkt“ wird jetzt geschlossen. Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir hoffen, Ihre Frage oder zumindest eine ähnliche konnte beantwortet werden, und Sie konnten vom Wissen unserer Experten profitieren. Auf Wiedersehen und noch einen schönen (Fußball-)Abend.